Die Verlagerung von Jobs in Billiglohnländer trifft in Deutschland vor allem Beschäftigte mit geringer Qualifikation.

Unter der Globalisierung haben in Deutschland vor allem Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation zu leiden. Verlagern Unternehmen Arbeitsplätze für Geringqualifizierte ins Ausland, schaffen sie nur zu gut einem Drittel neue vergleichbare Stellen im Inland, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Anzeige

So seien zwischen 2001 und 2006 in der gesamten Wirtschaft 125.000 Arbeitsplätze für Geringqualifizierte im Zuge von Auslagerungen abgebaut worden, lediglich 37 Prozent seien als neue Stellen mit vergleichbarer Qualifikation am bisherigen Standort eingerichtet worden.

Anders sieht es demnach bei Jobs von Höherqualifizierten aus: Für 94 Prozent der ins Ausland verlagerten Stellen wurden von 2001 bis 2006 an deutschen Standorten neue Jobs mit vergleichbarer Qualifikation geschaffen.

Die Hochtechnologie bleibt daheim

Bei wissensintensiven Dienstleistungen schufen die Firmen sogar 20 Prozent mehr Arbeitsplätze als sie ins Ausland verlagerten. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in den Branchen: Die meisten Stellen verlagerten klassische Industrieunternehmen ins Ausland. Deutlich weniger betroffen war indes der Hochtechnologiebereich.

Mit der am Montag vorgelegten Auswertung ergänzte das Statistische Bundesamt allgemeine Zahlen zur Verlagerung von Arbeitsplätzen zwischen 2001 und 2006 vom Februar.

Insgesamt verlagerten die Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten in Deutschland zwischen 2001 und 2006 rund 188.000 Arbeitsplätze ins Ausland. Im Gegenzug schufen sie durch die Verlagerung bedingt 105.000 neue Stellen am heimischen Standort, das waren 56 Prozent.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/AFP/AP/jkr/hgn)