Jobabbau bei US-Bank Citigroup streicht 11.000 Stellen

Das Institut zählte zu den großen Verlierern in der Finanzkrise und nun müssen Tausende Mitarbeiter bluten: Die Citigroup streicht Stellen. Das Geldhaus will dadurch auf längere Sicht Geld sparen. Zunächst wird es aber richtig teuer.

Die Luft wird auch für Banker dünner: Die Citigroup streicht im Rahmen eines groß angelegten Umbaus 11.000 Stellen. Das soll die Kosten senken und die Bank im rauen wirtschaftlichen Umfeld wettbewerbsfähiger machen. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter im Privatkundengeschäft, aber auch viele Investmentbanker. Dutzende Filialen rund um den Globus werden dichtgemacht.

Das Privatkundengeschäft in Pakistan, Rumänien, der Türkei, Paraguay und Uruguay soll entweder verkauft oder deutlich zurückgefahren werden. "Diese Aktionen sind die logischen nächsten Schritte beim Wandel der Citigroup", sagte der neue Konzernchef Michael Corbat in New York.

Börse feiert

Die Bank mit ihren 262.000 Mitarbeitern gehört zu den Verlierern der Finanzkrise und hatte bereits große Teile ihres Geschäfts abgestoßen, um sich wieder zu stabilisieren. Dennoch hinkt sie in Sachen Gewinn ihren großen Rivalen wie JPMorgan Chase oder Wells Fargo hinterher.

Erst einmal machen sich die Einsparungen aber nicht bemerkbar. Die Stellenstreichungen werden das Wall-Street-Haus im vierten Quartal etwa eine Milliarde Dollar vor Steuern kosten; weitere 100 Millionen Dollar fallen in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an.

Dem stehen erwartete Einsparungen von 900 Millionen Dollar im kommenden Jahr und mehr als 1,1 Milliarden Dollar in den Folgejahren gegenüber. Die Börsianer freuen sich schon: Die Aktie stieg im frühen New Yorker Handel um vier Prozent.

Auch der heimische Konkurrent Bank of America hatte den Abbau von 30.000 Jobs angekündigt und will dadurch Milliarden einsparen. Andere Institute reduzieren ebenfalls ihr Personal, weil das Geschäft in der Schuldenkrise lahmt und zudem strengere gesetzliche Auflagen den geschäftlichen Spielraum der Banken einschränken.

200 Millionen Kunden

Sie müssen mehr Kapital für Notfälle vorhalten und ihre früher so einträglichen Spekulationen zurückfahren. Bei der Citigroup kommen die Einschnitte zwei Monate nach dem Ausscheiden des langjährigen Chefs Vikram Pandit. Er hatte die Bank nach der Finanzkrise stabilisiert, musste aber mit ansehen, wie die Rivalen davonzogen. Kritiker werfen ihm vor, nicht stark genug auf die Kosten geachtet zu haben.

Sein Nachfolger Michael Corbat ist ein Veteran in der Bank und sorgte unter anderem dafür, dass die Citigroup problematische Sparten nach der Finanzkrise loswurde. Er hatte schon zu seinem Amtsantritt "einige Veränderungen" angekündigt.

Die Citigroup hat 200 Millionen Kunden in mehr als 160 Ländern. Von den zuletzt rund 4070 Filialen im Privatkundengeschäft sollen nach dem Umbau noch gut 4000 übrig bleiben. Geschlossen werden Standorte in den USA, Brasilien, Südkorea, Hongkong und auch Ungarn. Vor einem Jahr waren es noch annähernd 4200 Filialen.