Jahreszahlen des Suchmaschinenkonzerns Gangnam-Style bringt Google acht Millionen Dollar ein

Für Google ist der affige Tanz aus Südkorea ein Glücksfall: Acht Millionen hat das Video "Gangnam Style" von Psy bei Youtube eingespielt. Weil das Werbegeschäft insgesamt so gut läuft, stellt Google einen Umsatzrekord von mehr als 50 Milliarden Dollar auf.

Das Video und der Tanz, der dazugehört, sind so erfolgreich, dass es schon nervt. Für Google aber bedeutet der Song "Gangnam Style" acht Millionen Dollar - oder sechs Millionen Euro - Einnahmen. So viel hat das Lied des südkoreanischen Spaß-Rappers Psy Googles Videoplattform Youtube schon eingebracht. "Wir profitieren von dem Trend, dass Werbung immer stärker online geschaltet wird", sagte Google-Manager Nikesh Arora.

Gangnam Style ist das erste Youtube-Video, das mehr als eine Milliarde Mal angesehen wurde. Aktuell steht der Zähler bei gut 1,2 Milliarden Aufrufen. Google verdient daran durch die Werbeanzeigen auf seinem Videoportal und gibt einen Teil der Einnahmen an den Interpreten weiter.

Mit der Nennung der Summe gewährte das sonst eher verschwiegene Google einen seltenen Einblick in Details seines Geschäfts. Anlass waren die Jahreszahlen des Konzerns. Firmenchef Larry Page erklärte, dass der Internetkonzern im vergangenen Jahr seinen Gewinn um zehn Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar gesteigert habe. Der Umsatz überstieg auch dank des Zukaufs des Smartphone-Herstellers Motorola die Marke von 50 Milliarden Dollar.

Für einen besonderen Schub sorgte das letzte Jahresviertel mit Weihnachten, nachdem das Geschäft im Sommer enttäuscht hatte. Die Nutzer klickten öfter auf die einträglichen Werbeanzeigen, was für Google bares Geld bedeutet.

Der Umsatz im angestammten Geschäft verbesserte sich im letzten Jahresviertel um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wenn man Motorola hinzurechnet, schoss der Umsatz sogar um 36 Prozent auf letztlich 14,4 Milliarden Dollar hoch. Der Quartalsgewinn stieg um sieben Prozent auf unterm Strich 2,9 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro). Anleger reagierten entsprechend auf die Zahlen: Nachbörslich stieg die Aktie um annähernd fünf Prozent.

Im Vorquartal hatte Google die Anleger noch mit einem merklichen Rückgang verängstigt. Zum einen belastete den Konzern damals ein hoher Verlust von Motorola wegen teurer Smartphone-Neuentwicklungen. Zum anderen nahm Google zwischenzeitlich weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden ein. Nun konnte Google die hohen Kosten bei Motorola eindämmen und die Einnahmen pro Klick erholten sich wieder etwas.

Page sagte, der Konzern hat 53.900 Mitarbeiter; im Kerngeschäft kamen im Schlussquartal 1400 hinzu. "Wir arbeiten hart daran, die Besten und Klügsten zu bekommen."

Google hatte das Handy-Urgestein Motorola für 12,5 Milliarden Dollar gekauft, um seinen Vorstoß ins mobile Geschäft abzusichern. Googles Betriebssystem Android ist in der Smartphone-Welt führend. Das zweite Motorola-Standbein mit Empfangsboxen für Fernsehen und Internet stößt Google gerade für 2,4 Milliarden Dollar wieder ab.

Haupteinnahmequelle des Konzerns ist ohnehin die Werbung, allen voran die hervorgehobenen Links der Suchmaschine. Immer wichtiger werden aber grafische Werbeanzeigen, die überall im Web auftauchen. Das Geschäft in Deutschland sei besonders gut gelaufen, sagte Manager Arora. Schwächer habe es in Südeuropa ausgesehen.

Dabei bekommt Google zunehmend Konkurrenz: Nicht nur, dass sich Yahoo und Microsoft schon vor geraumer Zeit bei der Internetsuche verbündet haben. Vor wenigen Tagen stellte Facebook eine neue Suchfunktion vor, die es ermöglicht, die Informationen der mehr als eine Milliarde Nutzer im sozialen Netzwerk zu durchstöbern.