Von Stefan Hofer

Helmut Kohl verhieß "blühende Landschaften" - die Wiedervereinigung sollte ein ökonomischer Erfolg werden. Wie realistisch waren aber die Ziele und wie viel Geld wird heute in die neuen Länder gepumpt? Eine Zwischenbilanz.

Die Vorstellung, die neuen Länder binnen einer Generation an das ökonomische Niveau Westdeutschlands heranbringen zu können, war ein Kind der politischen Euphorie - nicht der wirtschaftlichen Realität. Manche Ziele des Projekts "Aufbau Ost" waren zu hoch gesteckt und der Lebensstandard in Westdeutschland als Maßstab für den Fortschritt im Osten nicht immer ein geeigneter.

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Nach dem wirtschaftlichen Ruin der DDR stieg der Wohlstand in Ostdeutschland enorm - und blieb dennoch hinter den Prognosen zurück.

Heute erkennen Experten wie Ullrich Heilemann, Direktor des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Leipzig, vor allem im naiven Glauben an die unbändige Regulierungskraft der Marktwirtschaft und einer allgemeinen Unterschätzung der Schwierigkeiten einer Wiedervereinigung den Kern vieler Fehleinschätzungen.

Geldstrom in den Osten

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der fünf neuen Länder war Anfang der 90er Jahre vielversprechend, ebbte aber Mitte des Jahrzehnts ab. So sanken zum Beispiel die jährlichen Wachstumsraten der Bruttowertschöpfung in den neuen Ländern von 11,9 Prozent im Jahr 1993 auf 0,1 Prozent im Jahr 2005.

Um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den Lebensstandard zu erhöhen, zahlte der Bund unter dem Namen "Solidarpakt I" den neuen Ländern in den Jahren 1995 bis 2004 sogenannte Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen zum Abbau "teilungsbedingter Sonderlasten" und zum "Ausgleich unterproportionaler Finanzkraft".

Jährlich flossen rund 7,1 Milliarden Euro nach Ostdeutschland; ab 2002 wurde der jährliche Betrag sogar auf 10,5 Milliarden Euro erhöht, das ergab in Summe 81,7 Milliarden Euro.

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