In der tiefsten Krise seiner Geschichte will sich der US-Autobauer Ford offenbar von den Glanzstücken seiner Flotte trennen: von den Marken Jaguar und Land Rover. Auch ein Verkauf von Volvo ist im Gespräch, obwohl Ford dementiert.

Die Spekulationen um einen baldigen Verkauf der Ford-Luxusmarken Jaguar und Land Rover haben neue Nahrung erhalten. Der US-Autobauer habe Investmentbanken angeheuert, um die Möglichkeiten eines Verkaufs zu prüfen, hieß es in mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Zu den Beratern gehören demnach Goldman Sachs, HSBC und Morgan Stanley. Die Finanzhäuser lehnten eine Stellungnahme ebenso ab wie der Autobauer.

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Die schwedische Konzerntochter Volvo, über deren Verkauf bereits seit längerem spekuliert wird, sei jedoch nicht Teil dieses Mandats, hieß es.

Der Autokonzern steckt tief in der Verlustzone. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Marken Jaguar und Land Rover brauche Ford dringend für die Sanierung seines US-Geschäfts, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Konzernangehörige.

Die Marke Aston Martin hatte der Konzern bereits im März für 925 Millionen Euro an ein Investorenkonsortium abgegeben. Inklusive der schon verkauften Marke Aston Martin sei Fords Luxusgruppe rund 10 Milliarden Dollar wert, hieß es.

Jaguar und Land Rover sollen dem Blatt zufolge als Paket verkauft werden. Die in der Branche als mögliche Interessenten gehandelten Autohersteller Fiat und Renault hätten jegliche Kaufpläne dementiert.

Auch der Finanzinvestor Alchemy Partners, dem in Medienberichten nachgesagt wurde, ein Gebot von drei Milliarden Pfund zu planen, habe Kaufabsichten zurückgewiesen. Alchemy sei nur "auf emotionaler Basis" interessiert gewesen, sagte eine Sprecherin der Zeitung.

"Auf emotionaler Basis interessiert"

Fords Luxusmarken standen im Zuge der Finanzmisere des traditionsreichen Unternehmens zuletzt häufiger im Mittelpunkt von Spekulationen. Erst am Wochenende hatten die Automotive News Europe berichtet, Fiat habe mit Ford über einen Kauf von Jaguar und Land Rover gesprochen, die Pläne dann aber aus Sorge um seine Bonitätseinstufung fallengelassen. Im Mai wies Ford bereits Medienberichte über Gespräche über einen Volvo-Verkauf zurück.

Ford steckt in der tiefsten Krise seiner über 100-jährigen Geschichte und musste 2006 einen Verlust von fast 13 Milliarden Dollar hinnehmen. Der Konzern befindet sich derzeit am Anfang einer auf vier Jahre angelegten Sanierung. Dabei sollen 16 Werke geschlossen und 45.000 Stellen gestrichen werden. Nach Einschätzung von Branchenexperten könnte Ford deshalb frisches Geld gut gebrauchen.

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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa-AFX)