Lob und Tadel: Der IWF senkt die Wachstumsprognose für Deutschland, würdigt aber das Krisenmanagement Berlins. Die Banken bereiten den Experten Sorge.
Deutschland ist vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, muss jetzt aber mit höherer Arbeitslosigkeit rechnen. In seinem Länderbericht lobt der Internationale Währungsfonds zwar die Politik der Bundesregierung, senkt aber gleichzeitig seine Wachstumsprognose. Defizite sieht der IWF bei den deutschen Banken.
Blick auf den Hamburger Hafen: Als Exportnation ist Deutschland relativ gut durch die Krise gekommen. (© Foto: dpa)
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Laut IWF wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 1,2 Prozent zunehmen, im nächsten um 1,7 Prozent. Noch im Januar hatte der Fonds den Deutschen 1,5 und 1,9 Prozent Wachstum vorausgesagt.
Grund für diese Korrektur ist die Annahme, dass die deutschen Exporte langsamer zulegen werden als erhofft. Zudem bleiben die deutschen Banken schwach. Die Arbeitslosenquote wird deutlich steigen, und zwar von 7,4 Prozent im Jahr 2009 auf 8,6 Prozent in diesem und 9, 3 Prozent im nächsten Jahr.
Dplomatische Formeln
Dieser Anstieg ist ein Reflex der bisher relativ günstigen Entwicklung während der Krise. Vor allem dank des Kurzarbeitergeldes konnten viele Firmen ihren Mitarbeiterstamm trotz zum Teil dramatisch gesunkener Nachfrage halten. Jetzt werden sie gezwungen, die Beschäftigung anzupassen.
Nach den Statuten des IWF besucht eine Delegation von Experten einmal im Jahr die großen Mitgliedsstaaten, um deren Wirtschafts- und Finanzpolitik zu beurteilen. Der anschließende Bericht ist mit der Regierung des Landes abgesprochen; daher werden Lob und Tadel meist in diplomatische Formeln gegossen.
Trotzdem lässt sich in der Regel die Meinung des IWF-Stabes erkennen. In seinem Deutschland-Bericht, der am 20.März abgeschlossen wurde, lobt der IWF auffallend klar die Berliner Politik. Dank einer "rechtzeitigen und angemessenen politischen Reaktion" und besserer Exporte sei Deutschland 2009 aus der Rezession gekommen.
Die Bundesregierungen hätten "die kurzfristige Unterstützung für die Wirtschaft mit einem klaren Bekenntnis zu mittelfristiger Konsolidierung" verbunden.
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@Silvio Gesell: es ist eine Erholung. Menschen neigen zum Überreagieren in unsicheren Zeiten. Das haben sie ganz massiv getan.
Es ist also schon allein wegen bestehender Werte und Produktivität zu erwarten, dass sich die Finanzmärkte erholen.
Ich fände es nur recht und billig, wenn sich der Staat speziell von Banken das wieder holt, was er zur Stabilität erstmal reingesteckt hat.
... loben Deutschland für das schnelle Eingreifen!
Diese selbstleugnerischen Hunde opponieren sonst gegen alles, was nur staatlich riecht, und jetzt verteilen sie gönnerhaft Lob, weil sie selber sehen, dass die ganze Chose ohne staatliche Intervention gnadenlos gegen die Wand geknallt wäre. Gewissenloses Pack.
Und die Landesbanken sind in der Vergangenheit nur deswegen hohe Risiken eingegangen, weil man ihnen gerade von wirtschaftsliberaler Seite immer vorgeworfen hat, dass sie nicht renditestark genug wären. Ähnlich wie die Stadtsparkassen und Raiffeisenbanken, die sind den Liberalisierern auch schon lange ein Dorn im Auge, weil sie ihr Einlagenkapital nicht in den so glorreichen Finanzmarkt fließen lassen, sondern es vergeuden, indem sie schnöde Kredite vergeben.
Der Gipfel der Unverfrorenheit des IWF ist das kritiklose hinnehmen der deutschen Exportüberschüssen. Es sind genau diese Art Überschüsse und auf amerikanischen Seite die Exportdefizite, die in diese weltweite Krise geführt haben. Weil Amerika nichts Fassbares zum Exportieren hatte, um ihre Importe zu bezahlen, haben sie Finanzderivate vertickt, die jetzt als Zeitbomben überall auf der Welt in den Depots schlummern.
Gott hilf uns gegen die Experten vom IWF und den Politikern, die ihnen glauben.
Werter IWF, wenn diese Politik lobenswert ist, was muessen unsre Volkszertreter denn dann anstellen um sich einen Tadel einzufangen??
Wenn man nur auf den eigenen Gewinn schaut, ist das klar. Aber was habe ich davon, wenn ich die nächsten drei Jahre auf meinen neuen Wagen warte, nur weil er dann ein paar Tausend Euro billiger ist?
Geld ist zum Ausgeben da. Es macht allein weder satt noch Spaß noch hat es sonst einen Zweck.
Und es ist immer jemand da, der sich über was Schönes freut!
Im Kern haben Sie da schon nicht ganz unrecht. Aber wie wollen Sie "fair verdientes und erspartes" Vermögen dazu bringen sich auf dem Markt gegen "billigstes Kreditgeld" durchzusetzen das die Preise in astronomische Extremzonen hinaufgetrieben hat?
Und bisher haben doch alle Rettungsschirme und sonstigen Pakete nur dazu beigetragen daß die Dinge jenseits des alltäglichen Bedarfs unnatürlich teuer geblieben sind!
Als Sparer/Anleger wäre ich sehr ungeschickt, wenn ich ausgerechnet jetzt mein Geld für Dinge ausgeben würde, die ich alsbald relativ betrachtet wesentlich günstiger bekommen werde.
Ich bleibe also investiert in meinen Aktien und Edelmetallen... und warte auf faire Preise.
Bisher gibt mir der Erfolg in dieser Frage ja auch Recht.
Paging