Von Nikolaus Piper, New York

Lob und Tadel: Der IWF senkt die Wachstumsprognose für Deutschland, würdigt aber das Krisenmanagement Berlins. Die Banken bereiten den Experten Sorge.

Deutschland ist vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, muss jetzt aber mit höherer Arbeitslosigkeit rechnen. In seinem Länderbericht lobt der Internationale Währungsfonds zwar die Politik der Bundesregierung, senkt aber gleichzeitig seine Wachstumsprognose. Defizite sieht der IWF bei den deutschen Banken.

Hamburger Hafen: Exportnation Deutschland, Foto: dpa

Blick auf den Hamburger Hafen: Als Exportnation ist Deutschland relativ gut durch die Krise gekommen. (© Foto: dpa)

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Laut IWF wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 1,2 Prozent zunehmen, im nächsten um 1,7 Prozent. Noch im Januar hatte der Fonds den Deutschen 1,5 und 1,9 Prozent Wachstum vorausgesagt.

Grund für diese Korrektur ist die Annahme, dass die deutschen Exporte langsamer zulegen werden als erhofft. Zudem bleiben die deutschen Banken schwach. Die Arbeitslosenquote wird deutlich steigen, und zwar von 7,4 Prozent im Jahr 2009 auf 8,6 Prozent in diesem und 9, 3 Prozent im nächsten Jahr.

Dplomatische Formeln

Dieser Anstieg ist ein Reflex der bisher relativ günstigen Entwicklung während der Krise. Vor allem dank des Kurzarbeitergeldes konnten viele Firmen ihren Mitarbeiterstamm trotz zum Teil dramatisch gesunkener Nachfrage halten. Jetzt werden sie gezwungen, die Beschäftigung anzupassen.

Nach den Statuten des IWF besucht eine Delegation von Experten einmal im Jahr die großen Mitgliedsstaaten, um deren Wirtschafts- und Finanzpolitik zu beurteilen. Der anschließende Bericht ist mit der Regierung des Landes abgesprochen; daher werden Lob und Tadel meist in diplomatische Formeln gegossen.

Trotzdem lässt sich in der Regel die Meinung des IWF-Stabes erkennen. In seinem Deutschland-Bericht, der am 20.März abgeschlossen wurde, lobt der IWF auffallend klar die Berliner Politik. Dank einer "rechtzeitigen und angemessenen politischen Reaktion" und besserer Exporte sei Deutschland 2009 aus der Rezession gekommen.

Die Bundesregierungen hätten "die kurzfristige Unterstützung für die Wirtschaft mit einem klaren Bekenntnis zu mittelfristiger Konsolidierung" verbunden.

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