Dollarschwäche, teures Gold und Asien-Konkurrenz: Italiens traditionsreiche Schmuckindustrie kämpft mit großen Schwierigkeiten.
Manche lässt die Krise kalt. Gerhard Schreiner zum Beispiel. Der Münchner mischt seit 15 Jahren mit seiner Firma Schreiner Fine Jewellery in der Topklasse der Schmuckindustrie mit. Für ein ganz besonders erlesenes Diamant-Collier verlangt der Juwelenspezialist 25 Millionen Euro. Schreiner ging 1993 mit drei Leuten in der norditalienischen Schmuckstadt Valenza ans Werk.
Gold, Platin und Edelsteine werden teurer - und machen den italienischen Juwelieren zu schaffen. (© Foto: Reuters)
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Das Know-how der Italiener schätzt er noch immer. Produziert wird bis heute nicht am Firmensitz in München, sondern im Piemont, wo der Mann mit Zopf nun allein 180 Goldschmiede und Modellisten beschäftigt. Stars und Royals lassen sich von seinen funkelnden Kreationen bezaubern. Reiche Russen haben die arabischen Scheichs inzwischen als wichtigste Kunden abgelöst. "Für uns ist die internationale Entwicklung absolut positiv", sagt Schreiners Frau, Vize-Präsidentin Ulrike Kielbassa.
Größter Schmuckexporteur
Für Italiens Schmuckindustrie, den größten Exporteur auf dem Weltmarkt, gilt das nicht. Die Branche leidet extrem unter der Dollarschwäche. Im vergangenen Jahr gingen die Ausfuhren in die USA, traditionell der wichtigste Abnehmer, um ein Fünftel zurück. Die sprunghafte Verteuerung von Gold, Platin und Edelsteinen drückt auf die Margen und macht Schmuck nicht nur im kriselnden Italien für viele unerschwinglich. Überall drängen Konkurrenten aus China, Indien und der Türkei italienische Firmen aus dem Markt.
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