Von Thorsten Riedl

Das iPhone kommt nach Deutschland. Hierzulande dürfe das Multimedia-Handy allerdings auf Probleme stoßen.

Das iPhone kommt nach Deutschland. Genau 34 Minuten brauchte Apple-Chef Steve Jobs gemeinsam mit Hamid Akhavan, der oberste Mann der Mobilfunkgesellschaft T-Mobile, diese Botschaft am Mittwoch in Berlin zu verkünden.

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Das Multimedia-Handy iPhone kommt in Deutschland für 399 Euro auf den Markt. (© Foto: dpa)

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Es, das ist das iPhone, das erste Handy vom Computerhersteller Apple, das T-Mobile exklusiv vom 9. November an in Deutschland vertreiben wird. Es, das ist das gleiche Mobiltelefon, das Apple seit Ende Juni in den USA verkauft. Das Gerät soll in Deutschland 399 Euro kosten, doch wie hierzulande die genauen Vertragsbedingungen sein werden, sagte Akhavan von T-Mobile nicht. Der deutsche Handy-Markt unterscheidet sich von dem in den USA. So einfach wie in den Staaten wird es für Apple nicht werden.

Das Mobiltelefon neu erfunden

Am 9. Januar hatte Apple-Chef Jobs das iPhone in San Francisco erstmals vorgestellt. "Heute erfindet Apple das Mobiltelefon neu", sagte der 52-Jährige damals. Und in den vergangenen acht Monaten verhielt sich zumindest ein Großteil der technikbegeisterten Welt so, als sei dies tatsächlich der Fall. Noch nie gab es um ein einzelnes Produkt in der Informationstechnologie eine solche Euphorie, bevor es überhaupt zu kaufen war.

Vor dem Verkaufsstart in den USA Ende Juni hatten Käufer vor den Geschäften Schlange gestanden. Wird das auch in Europa so sein? Hier könnte dem im Moment erfolgsverwöhnten US-Konzern zum Verhängnis werden, dass er für den alten Kontinent das iPhone nicht neu erfunden hat. Die Telefongesellschaften agieren hier anders, die Standards in den Mobilfunknetzen sind verschieden - und der Wettbewerb ist deutlich schärfer.

Brutaler Preiskampf

Zwar besitzt jeder Deutsche mittlerweile statistisch gesehen schon mehr als einen Handyvertrag, und die Klientel wünscht sich auch auf einem gesättigten Markt von Zeit zu Zeit ein neues Gerät; doch wer wechselt für ein anderes Handy den Mobilfunkanbieter? Wer lässt sich darauf ein, seine gewohnte Nummer erst nach einigem Formularkram mitnehmen zu können? Denn das verlangen T-Mobile und Apple von den Kunden. 34 Millionen Handy-Nutzer hat T-Mobile unter Vertrag - der Rest telefoniert mit Vodafone, E-Plus oder O2. Doch exklusiv gibt es das Gerät nur in den Läden der Telekom, und dann nur mit Vertrag beim deutschen Marktführer.

"Die Tarife werden kurz vor dem Start im November bekanntgegeben", sagte Akhavan. Der Vertrag werde auch das Surfen im Netz über Mobilfunk und über einen der 8600 Funkinternetzugänge von T-Mobile abdecken. Mehr war nicht zu erfahren. Das Unternehmen will sich nicht in die Karten schauen lassen. Seit vergangenem Jahr herrscht am hiesigen Mobilfunkmarkt ein brutaler Preiskampf. Die Tarife für das mobile Telefonieren sind seit 2006 im Schnitt um mehr als zehn Prozent gefallen.

Die Preisgestaltung spielt offenbar eine große Rolle für T-Mobile, der Konzern vertraut nicht allein der Zugkraft des iPhone. Denn das Gerät kann nichts, was es nicht schon bei anderen Handyherstellern wie Nokia, Samsung oder Sony Ericsson geben würde: Musik abspielen, Videos oder Fotos zeigen, Internetseiten aufrufen.

Alles schon gesehen. Dem iPhone fehlt sogar etwas: Eine Verbindung über das in Europa verbreitete modernste Mobilfunknetz namens UMTS bringt es nicht zustande. Das würde zu viel Energie aus dem Akku des Telefons ziehen, erklärte Apple-Chef Jobs. In 74 Tagen hat der Konzern in den Staaten eine Million Geräte verkauft. Marktführer Nokia setzt so viele Handys in 24 Stunden ab.

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