Milchprodukte aller Art werden deutlich teurer. Wann die Preise erhöht werden und warum Butter genau 40 Cent mehr kosten wird, sagt Ludwig Weiß von den Milchwerken Oberfranken West.
sueddeutsche.de: Rollt im August eine Welle von Preiserhöhungen auf die Verbraucher zu?
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Anfang August werden die Butterpreise um 40 Cent je 250-Gramm-Päckchen steigen. (© Foto: AP)
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Ludwig Weiß*): Nein, die Kontrakte zwischen Handel und Milchindustrie laufen zu unterschiedlichen Jahreszeiten aus. Der für Frisch- und H-Milch lief beispielsweise nur bis zum 31. Mai. Daher sind die Milchpreise im Handel schon im Juni um sechs Cent gestiegen. Bei Käse und Speisequark werden die Preise vermutlich ab September um rund 40 Prozent steigen. Bei der Butter sind die Kontrakte kurzfristiger. Normalerweise laufen die über drei Monate, der nächste sogar nur über einen Monat.
sueddeutsche.de: Warum sind die so kurz?
Weiß: Wir wissen nicht, in welche Richtung sich der Markt bewegt. Anfang August werden die Butterpreise jedenfalls um 40 Cent je 250-Gramm-Päckchen im Supermarkt steigen, von 0,79 Euro auf 1,19 Euro.
sueddeutsche.de: Das lässt sich so genau beziffern?
Weiß: Ja, denn die Preisschwelle liegt bei 1,19 Euro.
sueddeutsche.de: Gilt das für alle Produkte oder nur für die No-name-Butter?
Weiß: Das sind in der Tat nur die Preiserhöhungen für die Basisprodukte. Die Markenhersteller haben ihre eigene Preiskalkulation. Aber sie werden ebenfalls reagieren müssen, sonst laufen ihnen die Lieferanten davon. Der Rohstoff Milch fehlt eben. Es gibt mehr Nachfrage als Angebot.
sueddeutsche.de: Das hatten wir schon lange nicht mehr ...
Weiß: Genau genommen seit Einführung der Europäischen Marktordnung. Es ist wirklich spannend, was sich derzeit am Milchmarkt tut. Preiserhöhungen in diesem Bereich sind rar. 1989 gab es eine Preiserhöhung aufgrund eines hohen Interventionspreises, 2001 gab es kurzfristig höhere Preise während der BSE-Krise. Nun regeln erstmals Angebot und Nachfrage den Preis.
sueddeutsche.de: Was führt zu diesem Nachfrageschub?
Weiß: Vor allem die asiatischen Länder importieren derzeit viel Milchpulver aus Deutschland. Nicht nur wegen der Trockenheit im üblichen Lieferland Australien, sondern weil generell Milchprodukte dort mehr nachgefragt werden.
sueddeutsche.de: Wenn die Preise in den vergangenen Jahren stetig gefallen sind, wo stehen wir dann nach den jetzt angekündigten Erhöhungen?
Weiß: Die Preise für qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel wie Milchprodukte steigen auf ein Niveau, das den echten Wert der Produkte entspricht und die Realitäten der Märkte widerspiegelt. Dann sind wir dort, wo wir zuletzt Anfang der neunziger Jahre standen. Derzeit geben die Deutschen elf Prozent des verfügbaren Einkommens für Nahrungsmittel aus, 1970 waren es noch 19 Prozent.
(sueddeutsche.de)
(* Direktor Milchwerke Oberfranken West)
Linke mit neuer Führung
Mein Vater bekommt nur 26 Cent von Campina für einen Liter Milch. Die Zwischhändler ziehen den Verbraucher und den Zulieferer über den Tisch!!!
Wenn die Bundesregierung nicht ganz flott diese trabende Gier-Inflation stoppt, werden das (1l Milch 3bn Euro) andere tun.
In ca. 80 Jahren wird sich dann wieder kein Geschichtsschreiber erinnern können, wie es je soweit kommen konnte.
Zur China-Lüge der Industrie mag ich folgendes anmerken:
- viele Chinesen haben soweit ich weiss eine Laktose-Unverträglichkeit
- selbst wohlsituierte Angestellte dürften im Monat kaum mehr als 700 Euro brutto verdienen. Wem sie in China Milch zum Schampus-Preis verkaufen will, dürfte das Geheimnis der Industrie bleiben
- der BigMac ist in China für die jeunesse dorée für umgerechnet 60 Cent zu haben.
Wir haben kein China-Problem, wir haben ein Gier-Problem.
Bei Milch wird es schwierig, aber bei der Bútter sollte man schon überlegen, ob man den Kauf nicht mondestens eine Woche lang boykottiert, damit die Lebensmittelkonzerne sehen, dass die Käufer sich nicht alles gefallen lassen.
Natürlich müssten die Verbraucherschutz-Organisationen dazu aufrufen, damit sich möglichst viele daran beteiligen.
Ich komme bei meinem Spaziergang immer an einem landwirtschaftlichem Betrieb vorbei. Den Landwirt befragt ob er nun mehr bekomme, sagte er mir, er bekomme gem. seinem Vertrag den er mit seiner Molkerei habe keinen Cent mehr. Und weiter, gesprächweise wäre im Moment mal von 3-5 Cent gesprochen worden, aber das wäre noch nicht akut.
Ein Schelm der jetzt an was böses denkt.
Wir sollten alle an die Kräfte der Marktwirtschaft glauben ( ich sinke auf die Knie) und vertrauen, sie wird alles richten. Es kann ja sein, dass die Asiaten endlich unsere Fruchtjoghurt essen wollen und deren Kühe halt nur Milch geben, während unsere Kühe das fertige Produkt fertigen. Warum sollten wir den armen Asiaten nicht unsere leckeren Fruchtyoghurtsorten nicht gönnen. Menno, immer dieser Neid und diese Mißgunst den anderen gegenüber.
Unsere Medien können schöne Märchen erzählen,hm, sollten die nicht informieren?
Ist die EU schuld?
Die Landwirte werden von der EU-Bürokratie gefesselt:
Sie müssen Felder stilllegen.
Sie dürfen nur eine definierte Menge Milch produzieren.
Selbst jetzt, wo Milch zur Mangelware geworden ist,
darf der Bauer keine zusätzliche Milch produzieren.
Die EU-Bürokraten beharren auf ihre widersinnigen Vorschriften,
als handele es sich um das Wort Gottes!
.
Lassen wir diese Unvernunft noch länger schalten und walten?
Paging