EU-Kommissionschef Barroso über seine Erwartungen an den Weltfinanzgipfel, die Reform des Finanzsystems - und was Europa falsch macht.
José Manuel Barroso wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe als EU-Kommissionschef zu wenig gegen das Aufziehen der Finanzkrise getan. Viele Mitgliedsstaaten hätten eine stärkere Kontrolle der Geldbranche blockiert. Barroso fordert Europas Regierungen auf, sich mit höheren Staatsausgaben gegen die Rezession zu stemmen.
José Manuel Barroso sorgt sich um das mangelnde Vertrauen am Markt. (© Foto: Reuters)
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SZ: Herr Präsident, haben Sie in den vergangenen Wochen befürchtet, das globale Finanzsystem könnte kollabieren?
José Manuel Barroso: Das war für mich ein unwahrscheinliches Szenario. Aber nur aus dem einzigen Grund, weil Amerika und Europa so schnell reagiert haben. Ohne unser Rettungspaket wäre ein globaler Zusammenbruch möglich gewesen. Es gab in einigen europäischen Staaten sehr schwierige Situationen. Hätte es auch bei uns eine Pleite wie die der US-Bank Lehman Brothers gegeben, wäre das zerstörerisch gewesen, für den Finanzsektor und darüber hinaus. Wir haben die Krise allerdings nicht hinter uns.
SZ: Welche Risiken bestehen weiter?
Barroso: Ich sorge mich nach wie vor um das mangelnde Vertrauen am Markt. Trotz aller Rettungspakete vergeben die Banken ihre Kredite viel zu restriktiv, etwa gegenüber dem Mittelstand. Sie müssen endlich die Unterstützung, die sie bekommen haben, an die reale Wirtschaft weitergeben!
SZ: Die zwanzig mächtigsten Volkswirtschaften wollen in Washington einen Plan für ein besseres Finanzsystem beschließen. Wie sollte der aussehen?
Barroso: Wir dürfen von diesem Treffen, das Europas Idee war, nicht gleich ein Wunder erwarten, sondern ihn als Start eines Prozesses sehen, der in hundert Tagen ein fertiges Programm schafft. Dieser Gipfel darf nicht scheitern! Es ist ein historisches Treffen, weil die Industriestaaten das erste Mal das Finanzsystem reformieren wollen, seit 1944 in Bretton Woods die heutige Finanz-Architektur mit Internationalem Währungsfonds IWF ausgehandelt wurde. Noch vor ein paar Monaten wäre schon ein solches Treffen unmöglich gewesen, weil Staaten wie die USA strikt dagegen waren.
SZ: Aber die Zeit drängt. Reicht es aus, nur einen Prozess zu starten?
Barroso: Ich erwarte natürlich, dass auch Konkretes beschlossen wird. Zum Beispiel müssen wir dem Internationalen Währungsfonds mehr Kompetenzen einräumen. Und vor allem unser großes Ziel beschließen, dass jede relevante Finanzinstitution effektiv kontrolliert werden muss - rund um den Erdball, national und international. Auch das hätten viele Teilnehmer vor ein paar Monaten auf keinen Fall mitgemacht. Die Krise zwingt sie zum Umdenken.
SZ: Wie werden sehen. Würden Sie eher Wunder erwarten, wenn der designierte US-Präsident Barack Obama am Tisch säße? Hätte er kommen sollen?
Barroso: Das müssen die Amerikaner entscheiden. Ich erwarte generell keine Wunder, sondern Fortschritte. Obama betonte im Wahlkampf, dass er einen multilateralen Ansatz verfolgt und Europa stark einbeziehen will. Darauf setze ich.
Lesen Sie weiter, welchen Anteil die Kommission daran hat, dass es zu dieser schweren Finanzkrise kam.
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Demonstrationen in Hamburg
ein fertiges Programm...das wäre dann Ende Februar. Wahrscheinlich gibt es dann ein neues Wort für Währungsreform (das damals auch neu war). Muß natürlich englisch
sein, wie wär's mit CHANGE NOW ?
Kapitän Barroso ist ein Mann ohne Flotte und sitzt träumend im Hafen.
Fahren sie mal wieder auf die Autobahn und suchen sie nach den LKW's, die noch Waren transportieren: wenige sind es geworden. Es wird geschrumpft auf Deibel komm' raus. Dafür gibt's gaanz viel Urlaub mit gaaanz wenig Geld.
In 100 Tagen sollte der Herr Barroso zum Interview geladen werden: man darf gespannt sein.
wie sich einige echauffieren, wer von was alles nichts versteht, dabei aber in eifrigem Bemühen, dieses auch zu belegen, dem ganzen auch noch eigenen Unsinn hinzufügen.
Dabei entfernen sie sich weiter und weiter vom Inhalt des Artikels, um den es eigentlich gehen sollte. Aber der war ja eh nur Aufhänger für herzerfrischende Polemik. Wie steht dort so schön ? "Die Krise zwingt sie zum Umdenken. " Nur wen ? Ich habe das Gefühl, da wartet jeder auf den anderen.
"Haben sie nicht das Finanzsystem der USA mit dem des 3. Reichs verglichen, obwohl das völlig falsch ist?"
Verehrter Tinus,
Die Schuldenfinanzierung der Wehrwirtschaft des 3. Reiches geht auf die gleichen Ideen zurück, wie die US-amerikanische Finanzierung der Kriege der Bush-Ära durch Schulden. Man hofft, daß der Krieg den Krieg nährt. Und ansonsten: nach uns die Sintflut. Darin war dann selbst Wallenstein (auch astrologisch) schlecht beraten, der seinen Irrtum mit dem Leben bezahlte, aber seine Schulden den Prager Juden, die ihn finanziert hatten, nie zurückzahlte. Das endet -wie bei Wallenstein, wie nach dem 3. Reich, wie jetzt bei den USA (oder auch nach Wilhelm II. oder auch Vietnam -Krieg) in Zerrüttung der Staatsfinanzen, in Inflation und Totalentwertung des Geldes. Für die USA kommt noch hinzu, daß die die Leitwährung der Welt, den Dollar, zerrüttet haben und damit das gesamte Weltfinanzsystem in Unordnung brachten, weil sie ihre Kriegsfinanzierung durch ungedeckte Auslandsschulden und international fluktuierendes Notenbankgeld zahlen wollten.
Das, was Sie nicht sehen können und wollen, wird zwangsläufig kommen. Weil es in der Vergangenheit immer wieder passierte. Gleiche Ursachen, gleiche Folgen.
Nur, solche Leute wie Sie können das nicht wissen, weil sie ihre Nasen nicht in Bücher stecken, sondern in Angelegenheiten, die sie nicht beurteilen können.
...man möchte sich die stagnative Tendenzen gar nicht vorstellen, die ein Goldstandard erzeugen würde. Schon gar nicht für sich entwickelnde Länder. Muss man mal in China nachfragen, was die von einem Goldstandard halten würden...tststs...
Kriege wurden auch schon geführt, wenn man kein Geld hatte. Da finden sich immer Wege. Ein Goldstandart verhindert das nicht. Ihre Argumentation ist amüsant, aber wenig glaubwürdig.
Paging