Von Ein Interview von Elisabeth Dostert und Uwe Ritzer

Der Sportartikelkonzert Adidas hat an mehrern Fronten zu kämpfen: Der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer spricht über die harte Konkurrenz von Nike und die massiven Probleme in den USA.

Der Sportartikelkonzern Adidas hat derzeit an mehreren Fronten zu kämpfen. Schwierigkeiten gibt es bei der neue US-Tochter Reebok, Konkurrent Nike will Adidas als Ausstatter der deutschen Fußballnationalmannschaft verdrängen. Konzernchef Herbert Hainer gibt sich aber optimistisch, die Probleme bald zu lösen.

Herbert Hainer

Herbert Hainer (© Foto: dpa)

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SZ: Herr Hainer, Ihr amerikanischer Konkurrent Nike bietet dem Deutschen Fußball-Bund jährlich 50 Millionen Euro, um die deutsche Nationalmannschaft ausrüsten zu dürfen - fast fünf Mal so viel wie Adidas. Werden Ballack und Co. künftig in Nike auflaufen?

Hainer: So schnell nicht.

SZ: Weil Sie in Kürze mit einem Scheck zum DFB fahren?

Hainer: Das ist weder mein Stil noch der von Adidas. Wir haben ein gutes Verhältnis zum DFB. Die Gespräche laufen professionell und fair, aber über Einzelheiten äußere ich mich nicht.

SZ: Bis vor kurzem mussten alle Nationalspieler in Adidas-Schuhen spielen. Mittlerweile darf jeder tragen, was er will. Jetzt soll Adidas die mit dem DFB vertraglich festgeschriebene Summe aufstocken. Werden Sie wieder nachgeben?

Hainer: Wir arbeiten seit mehr als fünfzig Jahren erfolgreich mit dem DFB zusammen und hatten 2006 eine erfolgreiche Weltmeisterschaft. Es ist der Wunsch beider Seiten, diese Zusammenarbeit fortzuführen.

SZ: Bis wann wollen Sie handelseinig werden?

Hainer: Es gibt keine Fristen. Wir haben einen langlaufenden Vertrag...

SZ: ...der bis 2014 läuft und an den sich der DFB nicht halten will. Sind Sie bereit, finanziell nachzubessern?

Hainer: Es geht bei solchen Ausrüsterverträgen nicht nur ums Geld. So eine Partnerschaft hat sehr viel mehr Komponenten bis hin zu gemeinsamen Marketingaktivitäten.

SZ: Siegt am Ende nicht in jedem Fall Nike? Entweder, weil die Amerikaner Adidas als Ausrüster verdrängen, oder weil Sie an den DFB viel mehr bezahlen müssen?

Hainer: Sie sehen die Sache zu einseitig. Man könnten doch auch sagen, es sei ein Wahnwitz, dass Nike 50 Millionen Euro jährlich an einen Fußballverband zahlen will. Wenn wir das tun würden, würde jeder sagen, die bei Adidas sind verrückt. Wir würden das auch nicht machen.

SZ: Das WM-Jahr 2006 war für die Marke Adidas sehr erfolgreich. 2007 gibt es kein auch nur annähernd vergleichbares sportliches Großereignis. Wie wollen Sie Ihre Umsätze, speziell im Fußballsegment, halten?

Hainer: In diesem Jahr hat die Marke Adidas in der Sparte Fußball den Umsatz von 900 Millionen auf mehr als 1,2 Milliarden Euro gesteigert. 2007 wollen wir über einer Milliarde liegen. Im Jahr darauf findet in Österreich und der Schweiz die Europameisterschaft statt und da wollen wir an den Umsatz des Jahres 2006 anknüpfen. Die Chancen sind gut: Wir haben einen neuen EM-Ball und neue Trikots für die Mannschaften, die von uns ausgerüstet werden.

SZ: Wollen Sie den Rückgang beim Fußball 2007 in anderen Sportarten auffangen?

Hainer: Wir verstehen es mittlerweile sehr gut, auch in den Jahren zwischen großen Events durch Produktinnovationen, verstärktes Marketing und Investitionen in Wachstumsmärkte wie China, Indien oder Russland Zuwächse zu erzielen.

SZ: Sie sprechen von der Marke Adidas, aber wie sieht es mit dem Gesamtkonzern aus?

Hainer: Wir werden die Ziele, die wir uns für 2006 gesetzt haben erreichen. Das Nettoergebnis wird um mindestens 25 Prozent auf 480 bis 490 Millionen Euro steigen. Insgesamt bleibt es dabei, dass die Adidas-Gruppe auch 2007 zulegen und den Nettogewinn erneut zweistellig steigen wird.

SZ: Trotz der Schwierigkeiten mit Ihrem US-Zukauf Reebok?

Hainer: Ja. Die Umsatzerlöse von Reebok werden im ersten Halbjahr 2007 noch sinken, aber im zweiten Halbjahr zulegen, so dass unter dem Strich am Jahresende ein leichtes Wachstum herauskommen wird. Wir haben noch ein paar Aufräumarbeiten zu erledigen, wollen aber zur Jahresmitte die Trendwende schaffen. Auch unsere Golfmarke Taylor-Made wächst weiter. Den stärksten Wachstumsbeitrag wird allerdings Adidas leisten.

SZ: Macht Reebok 2006 Gewinn?

Hainer: Reebok arbeitet profitabel, natürlich noch weit unter dem Niveau, das die Marke Adidas hat. Um das zu erreichen, müssen wir Reebok an den internationalen Märkten vorantreiben.

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