Professor Klaus F. Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, ist überzeugt, dass die Arbeitslosenzahl bald sinkt. "Es geht aufwärts in Deutschland", versichert er.
SZ: Der Wirtschaftsminister erwartet 2005 die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. Ist das bei fünf Millionen Arbeitslosen ein realistisches Ziel?
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Zimmermann: Ja, das ist es. Es geht wirtschaftlich aufwärts in Deutschland. Auf dem Arbeitsmarkt schlägt sich das allerdings nur langsam nieder, weil die Betriebe mit Einstellungen noch zögern. Auch die Reformen der Bundesregierung wirken nicht sofort. Deshalb werden die Erwerbslosenzahlen in den nächsten Monaten weiter steigen. Aber bereits im Sommer werden sie aus konjunkturellen Gründen deutlich sinken.
SZ: Geht es etwas konkreter?
Zimmermann: Ich rechne damit, dass die Arbeitslosenzahl dank der Hartz-Reformen um bis zu eine halbe Million sinken kann. Nicht sofort, aber bis Mitte 2006 ist das vorstellbar. Im Laufe des nächsten Jahres kann das zusammen mit dem Aufschwung sogar bewirken, dass wir unter vier Millionen kommen.
SZ: Auf welche Weise kann Hartz IV helfen, dieses Ziel zu erreichen?
Zimmermann: Die Arbeitsmarktreform hat doch schon einiges bewirkt. Sie hat vor allem das Bewusstsein dafür geschärft, dass es kein Kavaliersdelikt ist, sich hängen zu lassen. Künftig wird deutlich schärfer geprüft, ob Erwerbslose sich ernsthaft um Beschäftigung bemühen. Jetzt muss sich die Bundesagentur für Arbeit darauf konzentrieren, die Menschen schneller in Jobs zu vermitteln.
SZ: So viele Jobs wie Arbeitslose gibt es aber gar nicht.
Zimmermann: Richtig, deshalb sind nun auch die Betriebe gefordert. Die Unternehmen sollten der Bundesregierung mehr Respekt zollen für ihre Reformen. Im Ausland wird das, was bei uns passiert, derzeit positiver beurteilt als im Inland. Wenn die Wirtschaft sich weiter erholt, dürfte die Stimmung aber auch hier umschlagen. Dann entstehen auch wieder Arbeitsplätze, und es gibt gute Chancen für die Menschen, die wirklich arbeiten wollen.
(SZ vom 2.2.2005)
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