Der Internet-Portalbetreiber wird offenbar bis zu 2500 Stellen streichen - und damit seine Mitarbeiterzahl um zwanzig Prozent verringern.

Die Maßnahme werde etwa zu der Zeit bekannt gegeben, wenn das US-Unternehmen seine Bilanz vorlege, hieß es. Die Zahlen für das vierte Quartal und das abgelaufene Geschäftsjahr sind für den 29. Januar angekündigt.

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Unternehmenssprecherin May Petry wollte die Angaben nicht kommentieren. Am Montag hatte Yahoo angekündigt, im Rahmen seiner Umstrukturierung bestimmte Geschäftsbereiche außerhalb des Kerngeschäfts aufzugeben. In einigen Bereichen werde das Engagement zurückgeschraubt, in andere Geschäftsfelder dagegen investiert.

Steter Gewinnrückgang

Der Gewinn von Yahoo ist in den vergangen sieben Quartalen immer weiter zurückgegangen. Bei der Internetsuche verlor das Unternehmen Marktanteile an Google Inc., den weltgrößten Suchmaschinen-Betreiber. Auch die Community-Betreiber Facebook Inc. und MySpace von News Corp. verstärken den Wettbewerb, dem Yahoo gegenüber steht.

Vorstandschef Jerry Yang, der sein Amt im Juni von Terry Semel übernahm, will den Konzern mit einer neuen Struktur für das veränderte Marktumfeld fit machen. Im Juli kündigte er an, die einzelnen Sparten hundert Tage lang unter die Lupe zu nehmen und die Performance des Konzerns mit einem neuen Geschäftsplan "dramatisch" zu verbessern.

Während die Mitarbeiterzahl gestiegen sei, habe dem Unternehmen ein klar definiertes Geschäftsmodell gefehlt, sagt Analyst Mike McGuire vom Marktforschungsinstitut Gartner Inc. Viele Investoren hätten Yang beim Word genommen, als er alles zu überprüfen versprach.

Das Yahoo-Portal bietet neben der Internet-Suche eine Vielzahl anderer Dienste: So können sich die Nutzer zum Beispiel über die Nachrichten informieren, Emails verschicken, Partner kennen lernen oder im Internet einkaufen.

In einem internen Papier, das vor über einem Jahr dem Wall Street Journal zugespielt wurde, hatte Yahoo-Topmanager Brad Garlinghouse empfohlen, die Beschäftigtenzahl des Unternehmens um bis zu 20 Prozent zu reduzieren. Es gebe zu viele Überschneidungen bei Zuständigkeiten. Henry Blodget, früherer Analyst von Merrill Lynch & Co., spekulierte am Wochenende in seinem Internet-Blog Silicon Alley Insider über 1500 bis 2500 gestrichene Stellen.

In den USA hat das Yahoo-Portal mit der Gesamtzahl seiner Dienste zwar mehr Nutzer als Google. Im Bereich Internet-Suche und bei der Vermarktung von Anzeigen innerhalb der Suchergebnisse führt allerdings eindeutig der Suchmaschinen-Riese aus Mountain View, Kalifornien. Nach Angaben des Marktbeobachters ComScore Inc. laufen 59 Prozent aller Suchanfragen über Google, Yahoo kommt nur auf 22 Prozent.

Um den Vorsprung aufzuholen, hat Yahoo vergangenes Jahr seine Suchmaschine aufgerüstet: Videos können nun ebenso gesucht werden wie Bilder von der Photo-Community Flickr.com. Im Januar hat Yahoo eine modernisierte Homepage für Handynutzer eingerichtet. Entwicklern, die Anwendungen für die mobile Internetnutzung erstellen, will der Konzern mit spezieller Software unter die Arme greifen.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz von Yahoo um zwölf Prozent auf 1,77 Mrd. Dollar (1,22 Mrd. Euro), nachdem er ein Jahr zuvor noch 19 Prozent zugelegt hatte. Zum Vergleich: Google steigerte den Gewinn im dritten Quartal um 57 Prozent auf 4,23 Mrd. Dollar.

"Bei allem, was sie in den letzten zehn Jahren erreicht haben: In manchen Gebieten liegen sie inzwischen zurück", sagt Aktienanalyst Scott Kessler von Standard & Poor's in New York. "Viele glauben, dass das Unternehmen noch viele Hausaufgaben zu machen hat."

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(Bloomberg/AFP/hgn)