Rund 65.000 Videos werden täglich auf YouTube hochgeladen - doch nicht alle sind selbst produziert. Der MTV-Konzern fordert nun die Entfernung von urheberrechtlich geschützten Videos.
Der US-Medienriese Viacom, zu dem unter anderem die Sender MTV, Nickelodeon und Comedy Central gehören, will, dass die populäre Website YouTube mehr als 100.000 Videoclips entfernt. Es handelt sich dabei um Mitschnitte von Sendungen der Viacom-Sender.
YouTube - Mitbegründer Steven Chen und sein Laptop. (© Foto: AP)
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Zuvor waren monatelange Gespräche zwischen dem von Google gekauften YouTube und Viacom über eine Vergütung ergebnislos geblieben. Nach Viacom-Angaben wurden die Clips insgesamt 1,2 Milliarden Mal angesehen. "Wir konnten es nicht so weitergehen lassen", sagte ein Sprecher dem Wall Street Journal.
Mitschnitte von TV-Sendungen müssen weg
Die Videos bei YouTube werden von den Nutzern ins Internet gestellt. Darunter sind nicht nur eigene Aufnahmen, sondern auch zahlreiche Mitschnitte von TV-Sendungen. Dagegen versuchen die Sender vorzugehen.
Bei Google gab es auf die Forderung von Viacom vorerst keine offizielle Reaktion.
Nach geltendem Recht können Medienunternehmen verlangen, dass von ihnen entdecktes urheberrechtlich geschütztes Material entfernt wird. Die Musikindustrie kämpft bereits seit geraumer Zeit gegen Urheberrechts-Verstöße im Internet. Die Verbreitung von kostenlosen Bezugsmöglichkeiten via Internet führte nach eigenen Aussagen zu erheblichen Umsatzrückgängen bei den großen Plattenfirmen, die daraufhin auf juristischem Wege versuchten, Tauschbörsen stillzulegen.
Kleine Videos als großer Trend
Selbstgenerierter Inhalt gilt als einer der wichtigsten Trends im so genannten Web 2.0. Täglich werden auf YouTube rund 70 Millionen Videos angesehen. Sowohl das Internet-Unternehmen Yahoo als auch die Zeitung New York Times haben angekündigt, in Zukunft verstärkt auf Videos von Usern zu setzen.
Doch es liegt wieder bei YouTube, den Trend zu verstärken: Während des Weltwirtschaftsforums in Davos ließ YouTube-Gründer Chad Hurley mit der Ankündigung aufhorchen, YouTube-Nutzer könnten künftig mit ihrem eingestellten Content Geld verdienen. Die technische Realisierung sei für die kommenden Monate geplant, so Hurley. Nähere Angaben zu Art und Umfang der Verdienstmöglichkeiten machte er allerdings nicht.
Der 30-Jährige selbst braucht sich um seine finanzielle Zukunft wenig Sorgen zu machen: 2006 kaufte der Suchmaschinen-Riese Google das Videoportal - für 1,65 Milliarden Dollar.
(dpa/sueddeutsche.de)
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Alles entwickelt sich weiter. Die Technik, die Kultur und die Art wie Menschen komunizieren. Es wird Zeit, dass auch das Recht an den neuen Umgang mit den Medien angepasst wird.
Wer einen Witz erzählt, darf sich nicht wundern wenn er weitererzählt wird. Wer Nachrichten verbreitet muß damit rechnen dass sich die Nachrichen rumsprechen. Viele Neuigkeiten werden heute nur eben nicht mehr mündlich weitergegeben sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Wenn früher auf dem Schulhof über das Fernsehprogramm vom Tag davor gesprochen wurde, kann man heute schon recht einfach die wichtigsten Ausschnitte auf dem PDA oder einem besseren Handy mitbringen. Dank mobilem Surfen kann man auch den Link auf YouTube und ähnlichen Seiten finden. Dafür sind die Geräte schließlich da (oder werden es in wenigen Jahren sein).
Die rechtliche Lage ist da zur Zeit durchaus merkwürdig. Ich darf hier z.B. aus Spiegel-Online zitieren wo wiederum Reuters zitiert wird: "Laut Reuters spricht man bei Viacom von Piraterie.". Ich darf aber kein Ausschnitt aus der Tagesschau einfügen. Dabei ist das, abgesehen vom immer weniger wichtigen Speicherplatzbedarf im Grunde das selbe.
Statt aber die Regeln an die aktuelle Entwicklung der Technik und der Kultur anzupassen, erleben wir zur Zeit sogar eine Verschärfung der Regeln. Vieles was mal erlaubt war, soll jetzt verboten.
Was noch fehlt ist ein Witz den sich jemand urheberrechtlich schützen lässt. Wer ihn öffentlich erzählt, wird abgemahnt und muß zahlen.