Internet-Pionier Yahoo streicht 15 Prozent der Stellen

Das Internet-Unternehmen kämpft gegen massive Verluste. Größere Unternehmensteile sollen verkauft werden.

Das Internet-Unternehmen Yahoo erwägt radikale Maßnahmen: 15 Prozent der Arbeitsplätze werden gestrichen, Unternehmensteile für bis zu drei Milliarden Euro sollen verkauft werden. Außerdem sollen "strategische Alternativen" geprüft werden, hieß es zur Vorlage aktueller Quartalszahlen nach US-Börsenschluss am Dienstag.

Die Büros in Madrid, Mailand, Dubai, Buenos Aires und Mexiko-Stadt werden geschlossen. Zum Ende dieses Jahres will der Konzern statt 11 000 nur noch 9000 Mitarbeiter und 1000 externe Angestellte haben. Außerdem soll die Produktpalette verkleinert, Immobilien und Patente verkauft sowie der Schwerpunkt verstärkt auf Suchanfragen über Mobiltelefone und ähnliche Geräte gelegt werden. Im vierten Quartal ging der Umsatz bei Yahoo um 15 Prozent zurück.

Verluste auch in Video-Sparte

Yahoo tut sich auch unter Marissa Mayers Regie schwer mit der zentralen Frage, an der schon mehrere ihrer Vorgänger scheiterten: Wie münzt man die Reichweite von mehreren hundert Millionen Nutzern in ein profitables Geschäft um? Zu Mayers Antwort gehörte ein Ausbau des Mediengeschäfts mit Investitionen in Themen-Websites und Video-Inhalte. So ließ sie die im TV abgesetzte Serie "Community" online wieder aufleben, bei der sie auf eine eingefleischte Fangemeinde hoffte. Dennoch brachte die Video-Offensive einen Verlust von 40 Millionen Dollar ein.

Jetzt soll es bei Yahoo drei Plattformen geben: Suche, Mail und Tumblr. Bei den Medienangeboten setzt der Konzern auf vier Themen: Nachrichten, Sport, Finanzen und Lifestyle. Deutschland wurde neben USA, Kanada, Großbritannien, Hongkong und Taiwan zu den "Wachstumsmärkten" für das Unternehmen gezählt.