Die Suchmaschine entpuppt sich als nimmersatte Krake: Durch Kooperationen mit MTV und der Murdoch-Firma MySpace.com zielt sie vor allem auf das junge Publikum. Die neuen Vertragspartner freut's.
Die Internetsuchmaschine Google stellt künftig Videos des Musiksenders MTV samt Werbespots auf Web-Seiten von Dritten bereit. Die Anzeigenerlöse aus dieser Kooperation teilen sich beide Unternehmen. Eine entsprechende Vereinbarung gaben Google und Viacom, der Mutterkonzern von MTV, am Montag bekannt.
Der Firmensitz von Google in Kalifornien. (© Foto: AP)
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Es ist das erste Mal für Google, dass das Unternehmen nicht nur Textanzeigen, sondern auch Video-Inhalte über sein Werbenetzwerk verbreitet. Für MTV stellt die Zusammenarbeit ebenfalls eine Premiere dar: Zuvor waren MTV-Sendungen lediglich auf den Internetseiten des Musiksenders zu sehen, nie auf anderen Homepages.
Konkurrenz für Youtube.com
Die Kooperation der beiden Unternehmen zeigt das Bemühen der Branche, ein tragfähiges Geschäftsmodell rund um Videoseiten im Internet zu bauen. Spezialisierte Angebote wie Youtube.com zeigen mittlerweile pro Tag mehr als 100 Millionen Filme, viele davon selbst erstellt von gewöhnlichen Nutzern.
Aber auch Firmen wie beispielsweise Volkswagen greifen auf die Plattform zurück, um ein junges Publikum mit ihren Werbespots zu erreichen. Die Betreiber von Internetportalen wie AOL oder Yahoo streben danach, den Erfolg von Youtube zu kopieren.
Testbetrieb Ende des Monats
MTV behält sich vor, welche Seiten aus dem Werbenetzwerk von Google die Videos des Senders zeigen dürfen. Entsprechende Internetseiten müssten über eine große Reichweite verfügen, hieß es. Zu einem ersten Testbetrieb gegen Ende des Monats sollen Purevolume.com und Hiphopgame.com gehören, beides Internetangebote, die wie MTV ein jugendliches Publikum ansprechen.
Zu den Inhalten, die Google verbreitet, gehören MTV-Serien wie Sponge-Bob oder Ausschnitte aus den MTV-Awards, einer Musikshow für ausgezeichnete Künstler. Die Suchmaschine arbeitet verstärkt daran, ihre Abhängigkeit von Textanzeigen zu verringern, mit denen sie noch 99 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. So sind auf dem amerikanischen Satellitenradio XM Radiospots von Google-Werbekunden zu hören.
Kooperation mit MySpace.com
Eine weitere Kooperation will die Suchmaschine künftig mit der Internet-Kontaktbörse MySpace.com eingehen. Das zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation gehörende Portal wird die Such- und Werbefunktion von Google verwenden und will so bis zum Ende der Zusammenarbeit 2010 mindestens 900 Millionen Dollar an geteilten Werbeerlösen einnehmen.
Ab kommendem Herbst soll auf jeder Seite von MySpace.com die Google-Suchfunktion eingebaut werden. Der Werbeauftrag gilt nach Experteneinschätzung als der größte im Internet, um den sich auch Wettbewerber wie Yahoo und Microsoft beworben hatten. Beide Vertragspartner ließen verlauten, über eine weitere Zusammenarbeit zu beraten.
(SZ vom 8.8.2006/sueddeutsche.de/dpa)
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