Es klingt verlockend: Scheidung per Mausklick und Fall-Lösung via Email. Kostengünstig soll es sein und schnell - doch bietet das Netz tatsächlich die Lösung, die es verspricht?
Die Rechtsexperten sind sich einig: Solche Versprechungen helfen selten. "Meistens verstärkt sich das Wirrwarr der Mandanten und am Schluss landen sie doch beim Anwalt", sagt Rechtsanwältin Burrer von der Kanzlei Brodski & Lehner in München.
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Das sieht der Präsident der Rechtsanwaltskammer München genauso: "Die Angebote sollten kritisch betrachtet werden", so Hansjörg Staehle, "allgemeine Aussagen, wie zitierte Urteile oder Rechtsberatung in Form von Fragebögen können niemals die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigen."
Keine Versicherung im Haftungsfall
Auch die Hilfe über Telefon-Hotlines habe sich nicht auf dem Markt halten können, sagt der Kammer-Präsident, "das Internet bietet sich deshalb höchstens für die Beantwortung ganz allgemeiner Fragen an."
Burrer warnt vor dem Schaden bei falscher Beratung: "Die Rechtsberatung im Netz wird häufig von Personen durchgeführt, die nicht als Rechtsanwälte zugelassen sind." Damit verstoßen sie gegen das Rechtsberatungsgesetz und seien nicht hinreichend für den Haftungsfall versichert.
Erkundigungen lohnen sich
Eine andere Möglichkeit, sich kostengünstig zu informieren, bieten die örtlichen Beratungsstellen. Der Grundsatz: "Was nichts kostet, taugt nichts", ist hier nicht immer richtig.
Kostenlose Beratungen finden sich zum Beispiel bei den örtlichen Mieterschutzverbänden, Verbraucherschutzverbänden, Innungen und Gewerkschaften. Meistens arbeiten dort ehrenamtliche Anwälte. Auch Vereine wie profamilia können Hilfe in Rechtsfragen bieten.
"Beratungsstellen können oft die ersten Fragen lösen", erläutert Rechtsanwältin Burrer, "es klärt sich dann schnell, ob es noch notwendig ist, einen Anwalt aufzusuchen."
Diese Beratungen sind zwar meist an eine Mitgliedschaft geknüpft, doch kommt der Mandant trotzdem günstig weg. Es lohnt sich deshalb, Erkundigungen einzuholen.
(sueddeutsche.de)