Nach dem Willen führender Siemens-Aufsichtsräte soll der derzeitige Chef des Gremiums, Gerhard Cromme, vorübergehend den Siemens-Konzern führen.
Nach dem Willen führender Aufsichtsräte soll der derzeitige Chef des Gremiums, Gerhard Cromme, vorübergehend den Siemens-Konzern führen. Cromme solle den Vorstandsvorsitz kommissarisch übernehmen, bis ein Nachfolger für den bisherigen Amtsinhaber Klaus Kleinfeld gefunden sei, rieten die Aufsichtsräte dem neuen Chef des Kontrollgremiums.
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Bei einem Treffen mehrerer Aufsichtsräte am Mittwoch sei Cromme aufgefordert worden, den Chefposten vorübergehend zu übernehmen, erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus dem Umfeld des Gremiums. Zu den Befürwortern einer solchen Lösung gehören nach Angaben aus Unternehmenskreisen unter anderem der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und der Aufsichtsratsvorsitzende der Allianz, Henning Schulte Noelle. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, hieß es weiter.
"Es gibt eine Menge Stimmen aus Aufsichtsrat und Vorstand, die eine vorzeitige Ablösung von Konzernchef Klaus Kleinfeld fordern", hieß es aus dem Gremium weiter. Der Vertrag des amtierenden Vorstandschefs läuft erst Ende September aus. Kleinfeld hatte Ende April erklärt, er stehe für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Er begründete dies mit den Diskussionen im Aufsichtsrat über seine Vertragsverlängerung.
In der Konzernspitze soll sich zuletzt eine einflussreiche Front gegen Kleinfeld gebildet haben. Das Verhältnis zwischen dem 49-Jährigen und großen Teilen von Aufsichtsrat und Vorstand sei zerrüttet, wird aus dem Aufsichtsrat berichtet. "Es gibt enorme Spannungen mit massiven gegenseitigen Vorwürfen." Deshalb sei die Bitte an Aufsichtsratschef Cromme herangetragen worden, den Posten des Vorstandschefs vorübergehend zu übernehmen.
Dies gelte vor allem dann, wenn ein Nachfolger Kleinfelds seinen neuen Posten nicht in Kürze antreten könne. Im Umfeld Kleinfelds hieß es dagegen, von Zerwürfnissen könne gar keine Rede sein. Kleinfeld mache konsequent seine Arbeit bis eine Nachfolgelösung gefunden sei. Ein Siemens-Sprecher wollte die Angaben am Donnerstag Abend nicht kommentieren.
Ackermann verteidigt sich
Gut zwei Wochen nach der Rücktritts-Ankündigung des Siemens-Chefs ist seine Nachfolge noch immer völlig offen. Wunschkandidat Crommes sei weiterhin der Linde-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle, hieß es am Donnerstag im Umfeld des Aufsichtsratschefs. Berichte, nach denen der Manager des Industriegaseherstellers mit gut 50000 Beschäftigten erst in zwölf Monaten an die Siemens-Spitze wechseln könne, seien falsch, hieß es weiter.
Reitzle hatte zunächst abgesagt. Doch nach Angaben aus seinem Umfeld schwankt der Manager, der bei Linde einen langfristigen Vertrag hat, noch. Reitzle sei allerdings auch nicht der einzige Kandidat für die Kleinfeld-Nachfolge, hieß es weiter.
Zum ersten Mal äußerte sich am Donnerstag Deutsche-Bank-Chef Ackermann zu den Hintergründen des Ende April überraschend angekündigten Rückzug Kleinfelds. Ackermann verteidigte am Rande einer Veranstaltung in Hamburg das Vorgehen der Siemens-Kontrolleure. "Die Frage war nicht, ob man sich von jemandem trennt, sondern nur, ob man ein bisschen zuwartet, bis man mehr weiß", sagte Ackermann.
Ein Wechsel Crommes an die Siemens-Spitze wurde am Donnerstag aber auch im Aufsichtsrat als "Notlösung" bezeichnet. "Eine solches Szenario ist nach dem Vorbild Infineon vorübergehend denkbar", sagte ein Kontrolleur der SZ. Nach dem deutschen Aktienrecht kann ein Aufsichtsratsvorsitzender bis zu zwölf Monate auch den Vorstandsvorsitz eines Konzerns übernehmen. So war das auch beim Chiphersteller Infineon. Dort hatte Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley vorübergehend die Führung übernommen, nachdem sich die Suche nach einem Nachfolger für Ex-Chef Ulrich Schumacher in die Länge gezogen hatte.
Cromme hatte erst vor drei Wochen den Aufsichtsratsvorsitz von Siemens übernommen, nachdem Ex-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer seinen Rücktritt erklärt hatte. Wer bei einem Wechsels Crommes in die Vorstandsetage den Aufsichtsrat leiten könnte, sei noch unklar, hieß es. Nach der massiven Schmiergeldaffäre war der öffentliche Druck auf Cromme zuletzt gewachsen, die Führungskrise bei Siemens möglichst schnell zu beenden.
(SZ vom 11.05.07)
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Herr Pischetsrieder wäre ein besserer Kandidat und wäre sofort zu haben! Eine vorübergehende Lösung ist immer eine Dauerlösung und nicht hilfsreich!
wenn Entscheidungsträger und Kontrollinstanz in einer Person gebündelt ist. Da lassen sich die diversen "Missstände" viel besser unter den Teppich kehren. Kein Wunder, dass Ackermännchen sofort dafür zu haben ist! *g*