Obwohl die Gewinne schrumpfen, plant die Deutsche Bahn offenbar eine weitere Übernahme. Objekt der Begierde soll der britische Transportkonzern Arriva sein.
Die Deutsche Bahn (DB) hat nach Angaben aus Konzernkreisen Interesse an einer Übernahme des britischen Transportkonzerns Arriva, der mit seinen 44.000 Beschäftigten in zwölf europäischen Ländern aktiv ist. Vorstandschef Rüdiger Grube lasse seit einigen Monaten sondieren, ob ein Kauf des Unternehmens möglich sei. Begonnen worden seien Gespräche über einen Einstieg bei Arriva bereits von Grubers Vorgänger Hartmut Mehdorn. Arriva teilte am Mittwoch mit, man habe eine Übernahmeanfrage erhalten. Den Namen des Interessenten nannte das britische Unternehmen nicht. Die DB äußerte sich nicht dazu. Die Arriva-Aktien stieg nach Bekanntgabe der Übernahmeanfrage um mehr als 17 Prozent.
Die Deutsche Bahn will offenbar in Großbritannien expandieren. (© Foto: ddp)
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Die Deutsche Bahn hat sich unter Mehdorn von einer nationalen Eisenbahn und in einem globalen Verkehrskonzern gewandelt, der nicht mehr nur Schienenstrecken und Züge betreibt und der zu den Marktführern in dieser Branche zählen will. Grube setzt diesen Kurs offenbar fort, mit Unterstützung der Bundesregierung. Die internationale Expansion soll gewährleisten, dass das Staatsunternehmen DB wegen der zunehmenden Konkurrenz im eigenen Lande nicht schrumpft, sondern seine Geschäfte ausbaut. Daher auch das anhaltende Interesse an Arriva. Das britische Unternehmen ist eine der größten privaten Transportgesellschaften in Europa.
Nach Angaben aus DB-Kreisen wäre bei einem Kauf von Arriva allerdings mit Einwänden des Bundeskartellamtes zu rechnen. Man müsse sich darauf einstellen, dass das Kartellamt verlange, die deutschen Bahn- und Buslinien von Arriva nicht zu übernehmen, sondern an andere Betreiber abzugeben. Sonst wäre der Wettbewerb beim öffentlichen Verkehr gefährdet. Arriva betreibt von Bayern bis Hamburg zahlreiche Buslinien und Regionalzüge und beschäftigt rund 3500 Leute in Deutschland.
Die DB konnte im Krisenjahr 2009 nach Angaben aus Konzernkreisen dank Sondererträgen einen Nettogewinn von rund 800 Millionen Euro ausweisen. Dennoch ist das ein Gewinnrückgang von über einem Drittel. Der Umsatz sackte um zwölf Prozent ab und liegt mit 29,3 Milliarden Euro im Rahmen der Planung des Konzerns. Das ist vor allem auf Güterbahn- und Logistik-Sparte zurückzuführen, die unter der Wirtschaftskrise am stärksten zu leiden hatte. In diesem Jahr will die Bahn den Umsatz um sieben Prozent auf über 31 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn soll um 20 Prozent zulegen. Die DB äußerte sich nicht zu den Zahlen und verwies auf die Bilanzpressekonferenz kommende Woche.
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(SZ vom 18.03.2010/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Ob das so sinnvoll ist zu expandieren wenn gleichzeitig die Umsätze zurückgehen. Vermutlich aber denke ich falsch, denn schlimmstenfalls wird wohl der Steuerzahler aus Gründen der "gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung" der Bahn hier "freiwillig" helfend eingreifen.