Alarmierende Zahlen: Erstmals seit 2003 steigt die Zahl der Firmenpleiten - und bei den Privatinsolvenzen sieht es nicht viel besser aus.
Der Wirtschaftsabschwung hat Deutschland noch gar nicht voll erwischt, doch die Firmen leiden bereits jetzt. Erstmals seit 2003 ist die Zahl der Firmenpleiten wieder gestiegen, ermittelte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform.
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Die Firmenpleiten in Deutschland haben erstmals seit 2003 wieder zugenommen. (© Foto: dpa)
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Demnach traten in diesem Jahr 29.800 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter an. Das waren 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Den stärksten Anstieg der Insolvenzzahlen registrierten die Experten in der Sparte "sonstiger Fahrzeugbau", doch auch in der Dienstleistungsbranche und im Handel stieg die Zahl der Pleiten überdurchschnittlich.
Dagegen sank die Zahl der Firmenpleiten im verarbeitenden Gewerbe und vor allem in der Möbelproduktion. Besonders gefährdet seien kleine und junge Unternehmen, betonten die Experten.
Schaden von 29 Milliarden Euro
Rückgänge meldeten die Experten bei den Verbraucherinsolvenzen, die von 105.300 im Vorjahr auf 98.500 sanken. Diese Abnahme beruhe allerdings nicht auf einer Verbesserung der Lage, sondern vielfach darauf, dass Gerichte ihre Beratung eingeschränkt hätten. Die Gesamtzahl der Insolvenzen - wozu zum Beispiel auch ehemalige Freiberufler gezählt werden - sank laut Creditreform binnen Jahresfrist um 4,9 Prozent auf 156.700 Fälle.
Durch die Firmeninsolvenzen entstand nach Angaben von Creditreform im Jahr 2008 ein Schaden von 29 Milliarden Euro. Aktuell seien durch die Pleiten rund 447.000 Arbeitsplätze bedroht, 1,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/tob/mel)
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von einer Politik, die alles andere als bürgernah demokratisiert........... :-(
Ich finde Ihre Beiträge sicherlich interessant bin aber trotzdem anderer Meinung.
1) Eine Senkung der Mehrwertsteuer würde sofortige Wirkung bei Unternehmern und (ich glaube zu einen kleineren Anteil) Konsumenten haben. Eine Einkommenssteuersenkung würde nur sehr zeitverzögert wirken (Jahressteuerausgleich).
Da die Exportmärkte eindeutig schlechter laufen, sollte man zeitnah im Inland die Wirtschaft ankurbeln.
2) Der Unterschied zu Opel & Co. ist u.a. das Kleinunternehmer keine Möglichkeiten haben ihre Steuern weltweit zu "optimieren".
3) Die Senkung der Mehrwertsteuer ist erstmal fair weil dadurch jeder von profitiert. Ist wohl nicht im Sinne der Lenkungsfunktion des Staates. Diese ist aber momentan sowieso fraglich. Meistens befriedigen sie immer nur spezifische Wählergruppen.
4) Wenn man Schulden macht dann jetzt. In guten Zeiten bringen es aber die Politiker nicht fertig die Schulden wieder abzubauen. Ist aber ein anderes Thema.
Wie gesagt, wir laufen Gefahr dass viele Unternehmen Pleite gehen. Abgesehen von den "Reinigungskräften des Marktes" ist dies echt problematisch. Wollen wir etwa eine Arbeitslosenquote von 15% (aus der Luft gegriffen)?
MfG
M.
der muliplikator ist/kann lokal sein, jedoch ist der wirkungsgrad mehr als bescheiden. früheren politikern wurde mal in der hochzeit von konjunkturprogrammen der floh ins ohr gesetzt, dass der muliplikator bis zu 4 betragen könnte. heute ist man da schlauer. nicht nur, dass man lokales einkommen von anderem einkommen unterscheiden muss, sondern die wirksamkeit liegt bei max. 1!
darüber hinaus wird eben überhaupt nicht sichergestellt, wieviel geld nun wirklich vor ort verkonsumiert wird. zuerst wird mir aus der rechten hosentasche das geld für ein konjunkturprogramm herausgenommen und wenig später wird mir ein teil in die linke hosentasche gesteckt. vielleicht sollte man mal über die einkommensteuer nachdenken. und über die steuerlast im allgemeinen. denn, wie ich finde, werden jetzt schulden mit noch mehr schulden bekämpft.
"Bzgl. der Weitergabe einer Mehrwertsteuersenkung, widerspreche ich Ihnen auch. Es ist auch wichtig, dass Unternehmen am Leben bleiben" dieses spielchen kann man immer und überall weiterführen: opel bzw gm hat eine falsche modellpolitik gemacht. der absatz stockt und jetzt soll die steuer gesenkt werden. obwohl ich auch für (im allgemeinem) steuersenkung bin, sollte doch das kind nicht mit dem bade ausgeschüttet werden. wenn jetzt diese massnahmen ergriffen werden sollten, dann frage ich mich, wie es dann bei der nächsten krise aussehen wird. das kann nun wirklich nicht die aufgabe des staates sein. denn die vergangenheit weist diesbezüglich auf die flaschen anreize hin: veränderungen werden mittles steuergeldern erkauft. ich verweise auf die steinkohle. das ergebnis ist unvermeidbar, wird aber nur auf die lange bank geschoben.
auch die diskussion um die kfz-steuer ist intellektuell nicht mehr zu unterbieten. der anreiz zunkunftsfähige autos zu bauen und damit die nachfrage auch in zukunft hoch zu halten, wird mittels staatsknete teuer erkauft. die schulden steigen, die steuerlast pro arbeitnehmer steigt ebenfalls. und somit engt sich der spielraum für eine später krise immer weiter ein ...
"Es geht meiner Meinung nach nicht nur um billige Preise" um billige preise geht es nie. es geht immer um ein preis-/leistungverhältnis.
feundlichst,
j.
Da widerspreche ich Ihnen. Der Multiplikator ist durchaus lokal gegeben. In dem einer 100,- Euro ausgibt, verdient ein anderer was. Er gibt wiederum 50,- aus, dann verdient wieder ein anderer. Das ist in der Wirtschaftswissenschaft ein Multiplikator.
Bzgl. der Weitergabe einer Mehrwertsteuersenkung, widerspreche ich Ihnen auch. Es ist auch wichtig, dass Unternehmen am Leben bleiben. Wenn Unternehmen Pleite gehen, verlieren wir Steuereinnahmen. Die entlassenen Mitarbeiter beziehen dann Arbeitslosengeld und belasten widerrum weitere Unternehmer und Angestellte, da dann über kurz oder lang die Arbeitslosenbeiträge steigen. Ein Teufelskreis...
Die Exportmärkte brechen uns weg. Daher sollte man meiner Meinung nach die Binnennachfrage stärken. Wenn bspw. jeder nur noch spart, bricht alles zusammen (in der Realität gibt es natürlich viele Schatierungen von grau).
Es geht meiner Meinung nach nicht nur um billige Preise.
Das mag vielleicht bei der dpa jemand als alarmierend vorkommen, aber einen seriösen Wirtschaftsjournalisten wird es nicht überraschen.
Wenn das finanzielle Fundament nicht stimmt, dann gibt es auch kein Überleben in der Krise. Ein Leben auf Pump kommt dann zu einem Ende, wenn kein neues Geld nachkommt. So gilt das für den Gewerbetreibenden, wie auch für die Privatperson. Nur daß dann bei einer Insolvenz die falschen, nämlich die Gläubiger, die Zeche zu zahlen haben.
Der einzige, für den das scheinbar nicht gilt, ist der Staat. Der kann es sich zwar nicht leisten, aber er macht es trotzdem, daß er jedes Jahr zusätzlich neue Schulden macht. Und damit sendet er auch die falsche Nachricht an die Bürger. Der Staat muß endlich anfangen, seine Ausgaben den Einnahmen anzupassen und nicht umgekehrt.
Zuerst sparen und dan ausgeben sind zugegebner Maßen "alte" Wertvorstellungen, aber sie haben sich gerade auch in unruhigen Zeiten - und die hat es immer gegeben - als richtig bewahrheitet.
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