Wirtschaftlich wäre der Zusammenschluss zwischen den Braukonzernen Inbev und Anheuser-Busch sinnvoll, doch es geht um mehr als Hektoliter, Marktanteile und Margen: Amerika verlöre eine nationale Ikone.
Die Gerüchte der vergangenen Tage haben sich bestätigt: Der belgisch-brasilianische Brauriese Inbev, dem auch die Marke "Beck's" gehört, will den US-Konkurrenten Anheuser-Busch (AB) kaufen und damit seine Position als weltweite Nummer eins unangefochten ausbauen.
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Die Amerikaner haben zwar formal eine Prüfung des Angebots zugesichert, doch die Offerte dürfte ihnen bitter aufstoßen. Denn der Verkauf des Konzerns würde in den USA als nationale Schmach empfunden werden - schließlich sind die Anheuser-Busch-Marken "Bud" und "Bud Light" nationale Ikonen.
Verkrustete Vorstandsstruktur
Anheuser-Busch ist inzwischen zwar börsennotiert, doch das 150 Jahre alte Unternehmen wird immer noch von der Gründerfamilie gelenkt. Mit August A. Busch IV steht der Ur-Ur-Enkel des Firmenmitbegründers Adolphus Busch an der Spitze des Unternehmens, während sein Vater August A. Busch III dem AB-Verwaltungsrat vorsteht. Auch die anderen Mitglieder des Boards sind eng miteinander verbunden.
In dieser verkrusteten Vorstandsstruktur sind allerdings auch einige der Probleme von Anheuser Busch begründet. So verdreifachte sich in den vergangenen fünf Jahren der Aktienkurs der Konkurrenten Inbev, SABMiller und Carlsberg, während die Notierung von Anheuser stagnierte.
Der amerikanische Markt, auf dem Anheuser traditionell sehr stark ist, wächst nicht mehr, und auf den Weltmärkten gerät der Konzern aus St. Louis gegenüber der Konkurrenz schon seit einiger Zeit ins Hintertreffen. Die Gewinnmarge von AB fälllt inzwischen mit etwa 25 Prozent deutlich niedriger aus als bei Inbev mit etwa 35 Prozent.
Kaum Überschneidungen
Vor diesem Hintergrund könnte die Übernahme durch den belgisch-brasilianischen Brauriesen also durchaus Sinn ergeben. Denn regional betrachtet gibt es zwischen den beiden Konzernen kaum Überschneidungen: Während Inbev in Europa und Südamerika stark verteteten ist, kontrolliert Anheuser die Hälfte des US-Marktes.
Zusammen verfügten Inbev und Anheuser über einen Umsatz von 42 Milliarden Dollar, über 300 Biermarken und eine Produktion von 370 Millionen Hektolitern Bier im Jahr. Jedes vierte auf der Welt getrunkene Bier käme dann vom Weltmarktführer.
In einem Markt, in dem Rohstoffe wie Glas, Aluminium und Gerste immer teurer werden, könnte der neue Bierriese also noch besser seine Größenvorteile nutzen. Was zählt, ist schließlich Masse.
Buffet redet mit
Ob diese Argumente bei den Anheuser-Aktionären ziehen, ist freilich fraglich. Bisher zeigte sich Firmenchef Busch gegenüber einer Übernahme reserviert, doch einen Verkauf könnte die Gründerfamilie nicht blockieren. Ihr Anteil am Konzern in Höhe von knapp vier Prozent reicht für ein Veto nicht aus.
Ein gewichtiges Wörtchen dürfte allerdings Warren Buffett mitreden. Der Berkshire-Hathaway-Chef, der lieber Cola als Bier trinkt, hält knapp fünf Prozent der AB-Aktien. Der einflussreiche Investor könnte weitere Großanleger um sich scharen, um der Inbev-Übernahme zuzustimen. Allerdings gilt Buffet als Patriot. Ob ausgerechnet er die Übernahme einer amerikanischen Gallionsfigur durch Ausländer arrangiert, ist wohl mehr als ungewiss.
Für qualitätsbewusste Biertrinker wäre eine Übernahme von Anheuser durch Inbev wohl nicht bedrohlich. Da sich die Märkte der beiden Konzerne kaum überschneiden, hätten Brauereischließungen zumindest vorerst nicht höchste Priorität. Die Anheuser-Flaggschiffe "Bud"und "Bud Light" gelten zudem als weitgehend geschmacksfreie Marken, die kaum zu ruinieren sind.
- Übernahmeversuch Schlacht der Bier-Giganten 12.06.2008
(sueddeutsche.de/jja)
Demonstrationen in Hamburg
Plörre zu Plörre! Also völlig unerheblich.
@aleratz: weihenstephaner würde da gut mit reinpassen.
aber gott sei dank sind die geschmäcker verschieden ;)
Ich hätte gerne das 1000 jahrige Jubiläum dieser Brauerei erlebt:
brauerei-weihenstephan.de/index.php?showFlash=1&
Bier gibt es vermutlich seit ca. 4000 Jahren, wenn nicht länger.
mit Bud ist es ähnlich wie hier mit der bildzeitung: niemand würde zugeben es zu trinken und falls man dabei erwischt wird schämt sich jeder (halbwegs ernstzunehmende) Mensch
"Vielleicht können die Chinesen noch gegenhalten?"
Ich kopiere mal von der Titanic:
"Angesichts ihrer hervorragenden Plagiate elektronischer Geräte würde es mich nicht wundern, wenn die Chinesen in zehn Jahren eine Demokratie hätten, die genauso aussieht wie unsere, dabei aber besser funktioniert und nur die Hälfte kostet."
Ansonsten können sich die Amerikaner doch nur glücklich schätzen, "150 Jahre" Brautradition, dass ich nicht lache...
ist immerhin ein Konzern aus Belgien, der Heimat des Bieres!
Der Qualität der Plörre von Anheuser-Busch kann das doch eigentlich nur zuträglich sein!
Paging