In Deutschland BP baut ab

Das Unternehmen, das hierzulande die Aral-Tankstellen und Raffinerien betreibt, will mehrere Hundert Arbeitsplätze streichen - eine Folge des Ölpreisverfalls.

Der sinkende Ölpreis hinterlässt immer mehr Spuren, jetzt auch bei BP in Deutschland. Das Unternehmen, das mit der Bochumer Tochter Aral die größte deutsche Tankstellenkette betreibt und mehrere Raffinerien unterhält, plant einen Stellenabbau. Es gehe um mehrere Hundert Stellen, erklärte ein BP-Sprecher der SZ, derzeit liefen Gespräche mit dem Betriebsrat. Hintergrund sei die scharfe Wettbewerbssituation im Tankstellenmarkt, auf die sich das Unternehmen einstellen müsse. Konkreteres zur Zahl der Betroffenen und den Bereichen, in denen die Jobstreichungen stattfinden werden, nannte der Sprecher nicht.

Aral unterhält hierzulande etwa 2500 Tankstellen, an 270 von ihnen gibt es Autogas. 2014 setzte das Unternehmen nach Angaben auf der Homepage etwa zehn Milliarden Liter Kraft- und Brennstoffe ab. Aral zählt sich mit etwa 1100 Petit Bistros zudem zu den Top 10 der Fast-Food-Anbieter in Deutschland.

Das Unternehmen betreibt hierzulande das größte Tankstellennetz

BP betreibt das zweitgrößte Raffineriesystem in Deutschland mit Werken in Lingen und Gelsenkirchen. Die Gelsenkirchener Produktionsanlagen gehören der Ruhr Oel GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von BP und dem russischen Mineralölunternehmen Rosneft. Außerdem ist BP an der PCK Raffinerie GmbH Schwedt/Oder, an der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH in Vohburg/Neustadt und an der Miro Mineralölraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG in Karlsruhe beteiligt. Beschäftigt werden nach Unternehmensangaben etwa 5500 Personen, vorrangig an den Standorten Hamburg, Bochum, Gelsenkirchen, Lingen und Mönchengladbach. Die deutschen Raffinerien insgesamt beschäftigen etwa 9400 Personen.

Der Einbruch der Rohölpreise macht den Mineralölfirmen schwer zu schaffen. Die Überproduktion und der Kampf der Förderländer um Marktanteile sorgte für einen kräftigen Preisrutsch; Rohöl verbilligte sich seit Mitte 2014 um zwei Drittel. Experten von ABN Amro gehen davon aus, dass der Preisverfall anhalten wird; sie setzten ihre Jahresprognosen für Brent und WTI auf 50 Dollar von zuvor 65 und 60 Dollar je Fass herunter.