Immobilienunternehmen Vonovia Monopoly auf dem Mietmarkt

Der Name ist neu und vielen noch kein Begriff - aber Vonovia ist mit mehr als 350 000 Wohnungen der größte private Vermieter im Land.

(Foto: dpa)
  • Der größte private Vermieter in Deutschland, der Immobilienkonzern Vonovia, plant die nächste milliardenschwere Übernahme.
  • Vonovia kündigte ein Übernahmeangebot für die Nummer zwei der Branche, Deutsche Wohnen, an - und will so deren Fusion mit einem kleineren Rivalen verhindern.

Dürfen Wohnungen der Marktlogik unterliegen?

Auf dem deutschen Immobilienmarkt zeichnet sich eine milliardenschwere Übernahme ab: Deutschlands größter Vermieter Vonovia hat angekündigt, dass er die Nummer zwei der Branche, Deutsche Wohnen, kaufen will - für insgesamt knapp neun Milliarden Euro in bar und Aktien. Der Bochumer Dax-Konzern könnte damit die geplante Fusion von Deutsche Wohnen mit dem kleineren Rivalen LEG Immobilien verhindern. Vonovia-Chef Rolf Buch sagte: "Nach eingehender Analyse und einer Reihe von Gesprächen mit Aktionären von Vonovia und Deutsche Wohnen haben wir entschieden, eine Alternative zu bieten."

So oder so: Der deutsche Wohnungsmarkt konzentriert sich weiter - mit möglicherweise negativen Folgen für die Mieter. Die Marktmacht weniger börsennotierter Anbieter könne die Mieten hochtreiben, warnte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, bereits bei der Ankündigung der Fusionspläne von Deutscher Wohnen und LEG. Eine Wohnung gehöre zu den Grundbedürfnissen des Menschen und dürfe nicht an reiner Marktlogik ausgerichtet werden, kritisierte damals auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Chris Kühn.

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Hunderttausende Wohnungen in einer Hand

Vonovia selbst ist erst in diesem Jahr entstanden - wiederum aus einer Fusion. Die Deutsche Annington hatte den Rivalen Gagfah sowie kurz darauf den kleineren Konkurrenten Südewo gekauft. Dadurch gehören dem Konzern heute mehr als 350 000 Wohnungen. Er ist damit der größte private Vermieter Deutschlands. Deutsche Wohnen hat 142 000 Wohnungen im Bestand, bei LEG Immobilien sind es 110 000.

Die Konzerne hoffen durch die Fusionen unter anderem auf eine größere Einkaufsmacht bei Baufirmen, etwa wenn es um die Sanierung der Wohnungen geht. Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken hat das Streben nach Größe in den vergangenen Jahren zudem indirekt verstärkt. Die Gesellschaften hatten dadurch keine Probleme, Übernahmen durch immer neue Kapitalerhöhungen zu finanzieren. Das könnte sich aber ändern, sobald die Zinsen wieder hochgehen, warnen Branchenkenner.