Immobilienmarkt Markt für Luxus-Wohnungen bricht ein

South Bank in London: "Die Luft da oben in der speziellen Käufergruppe ist sehr dünn", sagt ein Immobilienexperte.

(Foto: Simon Dawson/Bloomberg)
  • Im laufenden Jahr könnten in New York so viele neue Wohnungen bezugsfertig werden, wie seit 2007 nicht.
  • Doch schon jetzt finden sich für einige Luxus-Appartements keine Käufer mehr. Das gilt auch für London.
Von Benedikt Müller, Frankfurt

Die Penthouse-Wohnung in Manhattan hätte der Traum eines jeden Immobilienkäufers werden sollen. Von der dritten Etage der Hochhaus-Wohnung aus kann der Eigentümer auf New York herabblicken, während er wahlweise auf seiner Dachterrasse sitzt, im Pool schwimmt oder im gläsernen Solarium schwitzt. Für 45 Millionen Dollar wollte die Property Markets Group diese Luxus-Wohnung mit sechs Schlafzimmern verkaufen. Doch daraus wird erst mal nichts.

Das Penthouse wird nun zum Sinnbild des Abschwungs auf dem weltweiten Luxusmarkt: Property-Markets-Gründer Kevin Maloney hat aus dem einen Grundriss zwei kleinere Wohnungen gemacht. Das große Apartment war schlicht zu teuer, sagte Maloney zu Bloomberg: "Die Luft da oben in der speziellen Käufergruppe ist sehr dünn." US-Experten erwarten, dass im laufenden Jahr so viele neue Wohnungen bezugsfertig werden wie seit 2007 nicht. Doch schon jetzt finden sich für einige Luxus-Apartments in New York keine Käufer, weil diese entweder zu groß oder zu teuer sind - oder beides.

Der Markt ist heißgelaufen

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Nachfrage in London geht zurück

Damit tritt ein grundsätzliches Problem zutage: Die Nachfrage nach Immobilien kann sich viel schneller ändern als das Angebot. So wurde das Penthouse in Manhattan zu einer Zeit geplant, als sich internationale Investoren eine regelrechte Trophäenjagd um große, teure Immobilien lieferten. Nun ist das Penthouse fertig gebaut, doch die Investoren wollen keine Luxus-Immobilien mehr. Viele haben zuletzt Geld verloren, etwa weil Aktienkurse eingebrochen, der Ölpreis gefallen oder Schwellenländer-Währungen unter Druck geraten sind.

Unternehmer Maloney hätte sein Penthouse in Manhattan am liebsten in drei Teile zerlegt, um es schneller verkaufen zu können. Doch dazu war der Bau schon zu weit fortgeschritten. Die Entwickler von heute planen deshalb kleinere Apartments und korrigieren erste Angebotspreise nach unten. Damit ist fraglich, ob in den USA in diesem Jahr ähnliche Rekordpreise erzielt werden, wie sie im Herbst 2015 etwa für Villen in Florida oder Apartments in New York gezahlt wurden.

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Auch Europas begehrtester Immobilienmarkt London steht am Wendepunkt. So erwartet der Großmakler JLL, dass die Preise für Neubau-Immobilien im Stadtzentrum im laufenden Jahr um drei Prozent sinken werden, nachdem sie seit der Finanzkrise von Jahr zu Jahr kräftig gestiegen waren. Zurzeit werden in London viele teure Apartments bezugsfertig. Doch gleichzeitig geht die Nachfrage nach Luxus-Immobilien zurück, auch weil die britische Regierung im April die Grunderwerbsteuer kräftig erhöhen wird.

Anders als in Deutschland wohnen in Großbritannien traditionell viele Menschen im Eigentum. Rund um London steigt nun die Hoffnung, dass in den nächsten Jahren wieder Immobilien gebaut werden, die sich auch die Mittelschicht leisten könnte. Denn das wäre der wahre Traum der meisten Immobilienkäufer.

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