Billigmärkte setzen sich durch. In Deutschland gibt es jetzt über 15.000 Discounter, elf Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.
Die Ausstattung ist einfach, das Sortiment begrenzt - und die Preise günstig. Discounter wie Aldi, Lidl und Plus erfreuen sich großer Beliebtheit. Immer mehr Billigmärkte buhlen in Deutschland um Kundschaft. In den vergangenen fünf Jahren hat die Zahl der Discounter in Deutschland um rund elf Prozent zugenommen. Laut dem Informationsdienstleister Acxiom gab es im Februar dieses Jahres 15.255 Discountmärkte.
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Immer beliebter: Discounter bauen ihre Marktmacht immer mehr aus. (© Foto: ddp)
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Die Marktmacht der Billiganbieter wächst weiter. Gemessen am Gesamtumsatz des Lebensmitteleinzelhandels liegen die Discounter mittlerweile bei mehr als 40 Prozent. Laut einer Statistik des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels aus dem Jahr 2006 kommen klassische Supermärkte auf einen Marktanteil von 26 Prozent, großflächige Märkte liegen bei 23 Prozent.
Weiden ist deutscher Discount-Meister
Im Bundesdurchschnitt gibt kommen 19 Discounter auf 100.000 Einwohner. Es gibt aber auch deutliche Abweichungen. Auffällig ist der Unterschied zwischen den ostdeutschen Flächenländern mit 26 Discountern je 100.000 Einwohner und den westdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin, die lediglich auf 17 Märkte kommen.
Deutscher Discountmeister ist übrigens Weiden in der Oberpfalz. Die kreisfreie Stadt in Bayern kommt auf stolze 42 Discounter pro 100.000 Einwohnern.
Schlusslicht im Ranking ist Ulm. In der baden-württembergischen Stadt kommen auf 100.000 Einwohner lediglich sechs Billigmärkte.
(sueddeutsche.de/dpa/sme/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Also tut mir leid, 55ct sind für 500g Nudeln trotzdem noch billig. Mit ein bißchen Soße kriegt man davon zwei Erwachsene gut satt.
Die Allermeisten "müssen" jedenfalls nicht billig, das ist ne Frage der Prioritäten.
Diese Entwicklung zeigt die wahre Einstellung der Menschen: Alles ist ja soo teuer, ich muss ja auch sehen, wo ich bleibe, also lebe ich halt n bißchen auf Kosten anderer. Zur Not denk ich einfach nicht drüber nach, was ich mit meinem Einkaufen verursache.
Die Deutschen geben unterdurchschnittlich viel für ihr Essen aus - auf Kosten der Produzenten und der Tiere. Sehr aufgeklärt, sehr moralisch, sehr zivilisiert. Und Hauptsache jeder hat ein "anständiges" Handy und nen coolen Flachbildschirm.
Interessanter aktueller SZ-Artikel dazu: "Die Bananendiktatur"
Viele Millionen haben gar keine andere Wahl. Nicht nur für Hartz IV - Empfänger gilt deshalb: billig? - MUSS ich.
Und übrigens: 500 Gramm Spagetti, die ohne Ei-Pansche, waren bei LIDL mit 29 ct vielleicht billig. Aber die kosten jetzt 55 ct, Preissteigerung von über 88%!
"Schlusslicht im Ranking ist Ulm. In der baden-württembergischen Stadt kommen auf 100.000 Einwohner lediglich sechs Billigmärkte."
Für mich ist Ulm nicht Schlusslicht sondern Spitzenreiter. Wer sich eine "gesunde" Struktur im Einzelhandel bewahrt, sollte m.M. positiver dargestellt werden.