Im Namen des Herrn Wal-Mart wünscht wieder "Frohe Weihnachten"
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Jahrelang hieß es bei Wal-Mart im Dezember "Frohe Festtage". Doch nun erzwingen religiöse Gruppen einen christlicheren Gruß.
Wenn die Winterabende dünkler und ungemütlicher werden, erstrahlen die Kaufhauslichter umso heller. Allerorts locken Schlitten, Kunstschnee und dergleichen, um die Kunden in Kaufstimmung zu bringen, damit der Dezember wird, was er für den Handel traditionell ist: Der umsatzstärkste Monat des Jahres.
In Zukunft heißt es bei Wal-Mart wieder "Merry Christmas".
(Foto: Foto: Reuters)Doch im allgemeinen Vorweihnachtstrubel fiel kaum auf, dass auch auf den Plakaten und in Werbespots der weltgrößten Supermarktkette Wal-Mart dieses Jahr ganz groß das Wort "Weihnachten" prangte - zum ersten Mal seit vielen Jahren.
Jahrelang hatte man die Verwendung des Wortes "Weihnachten" in der Werbung vermieden, offiziell deshalb, um Einkäufer anderer Religionen nicht vor den Kopf zu stoßen. Nun ging man von dieser Praxis ab - doch nicht ganz freiwillig.
Wie ABC-News berichtete, gab Wal-Mart dem steigenden Druck religiöser Gruppierungen nach. Diese hatten ihre Mitglieder zum Boykott von Wal-Mart - Filialen aufgerufen, um den Supermarktriesen zur Verwendung von "Christmas" in seiner Werbung zu drängen. Jahrelang hatte Wal-Mart dieses durch "Holiday" ersetzt.
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Lektion gelernt
Nun beugte man sich den Boykott-Drohungen: "Wir haben unsere Lektion gelernt", sagte eine Wal-Mart - Sprecherin zu ABC-News. "Frohe Weihnachten ist wieder Teil unseres Vokabulars hier bei Wal-Mart."
Um die religiösen Eiferer zu beruhigen, wurden Werbeprospekte mit dem Wort "Christmas" gedruckt und die "Holiday-Shops" in "Christmas-Shops" umgetauft.
Im Fernsehspot für die Festtage 2006 wurde extra eine Szene mit Kindern vor einer Krippe eingeplant, und auch in der Warenlandschaft gab es Veränderungen: Die Zahl der Ware mit dem Aufdruck "Christmas" wurde um 60 Prozent erhöht.
Bei der Handelskette Best Buy hingegen wehrt man sich gegen den Druck der christlichen Gruppierungen. "Wir werden auch weiterhin den Ausdruck 'Holiday' verwenden", so ein Sprecher von Best Buy. In die Zeit um die Jahreswende fielen viele verschiedene Festtage, nicht nur christliche, und das Unternehmen müsse alle gleichermaßen respektvoll behandeln.
Merry Hanukka
Vergraulen will man die anderen Konfessionen und Ethnien offenbar auch bei Wal-Mart nicht. Und so führte Wal-Mart neben speziellen Weihnachtsangeboten auch Angebote für jene ein, die nicht Weihnachten feiern.
Neben den obligatorischen Christbäumen und Lichterketten bewirbt Wal-Mart rund um die Jahreswende nun auch spezielle Geschenke für das jüdische Hanukka und ein Fest der afro-amerikanischen Bevölkerung, Kwanzaa.
Doch wie respektvoll und völkerverbindend die verschiedenen Werbekampagnen auch sein mögen - Letzten Endes tragen Christbaumkugeln, Kwanzaa-Origamis, Cocktail-Servietten mit Davidstern und aufblasbare Schneemänner gleichermaßen zum Rekordumsatz der Feiertage bei.