Die Regierung hat in dieser Woche die größte Bankenpleite der deutschen Geschichte verhindert. Das war richtig - auch wenn nicht jeder das hören mag.
Die Bundesregierung hat diese Woche das Land vor der größten Bankenpleite der bundesdeutschen Geschichte bewahrt. Natürlich gibt dies niemand in Berlin offiziell zu, natürlich räumt auch niemand offen ein, dass die IKB Deutsche Industriebank ohne die Hilfe des Staates wohl zusammengebrochen wäre.
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Tatsächlich deutet aber alles darauf hin, dass es so war. Seit Montag steht die Staatsbank KfW, die ehemalige Kreditanstalt für Wiederaufbau, für die IKB mit ihrem Geld ein, für ein privates Institut, das sich mit Immobilienkrediten in den USA verspekuliert hat.
Die Regierung ist an diesem Deal auf vielfältige Weise beteiligt: Ihre Vertreter sitzen sowohl im Aufsichtsrat der IKB als auch im Verwaltungsrat der KfW. Die Beamten von Finanzminister Peer Steinbrück kontrollieren zudem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, die die Finanzmärkte überwacht. Wenn die Aufseher auf einen schweren Fall wie die IKB stoßen, ist das Finanzministerium automatisch im Bilde, auch Steinbrück selber.
Es macht daher wenig Sinn, wenn Vertreter der reinen Lehre nun fordern, der Staat solle sich heraushalten, falls eine private Bank in Not gerät. Der Staat kann sich gar nicht heraushalten - und er darf es auch nicht, wenn die Krise einer einzelnen Bank andere, sehr viel größere Institute in Mitleidenschaft ziehen könnte.
Eine Kettenreaktion, die erst einige Geldhäuser erwischt, dann die Börsen abstürzen lässt und am Ende die gesamte Wirtschaft ins Trudeln bringen kann, ist schädlicher als der kurze, beherzte Eingriff der öffentlichen Hand.
Nicht nur Verfechter eines starken, steuernden Staates sehen das so, sondern auch liberale Ökonomen. Es besteht kein Zweifel daran, dass es zu den Aufgaben des Staates gehört, den Märkten einen stabilen Rahmen zu geben.
Der Staat muss notfalls auch eingreifen, wenn die Märkte versagen; und die hochkomplexen, oft auch hochirrationalen Finanzmärkte können versagen. Die entscheidende Frage dabei ist aber: Was darf und soll der Staat tun? Und was nicht?
Der Staat sollte nicht Spekulanten herauskaufenGanz sicher sollte die Regierung nicht das Geld der Steuerzahler dazu verwenden, Spekulanten herauszukaufen und ihnen damit das Geschäft zu erleichtern. Ganz sicher darf der Staat auch nicht Milliarden aus der Staatskasse anbieten, um eine noch so renommierte Bank zu retten.
Wenn der Finanzminister dies mehr als einmal macht, könnten Banken dies als Freibrief verstehen, sich erst recht auf gefährliche Geschäfte einzulassen - so war es Ende der neunziger Jahre bei der öffentlich-rechtlichen Landesbank Berlin zu beobachten.
Deren Manager stürzten sich im Wissen um die staatliche Absicherung in riskante Geschäfte, die das Land Berlin mehrere Milliarden Euro kosteten.Bei der IKB wurde diese Grenzlinie nicht überschritten, noch nicht jedenfalls.
Die KfW steckt bislang nur eigenes, selbstverdientes Geld in die IKB. Erst wenn die KfW selber in Not geraten würde, müsste Steinbrück Geld aus der Staatskasse nachschießen.
Was der Staat aber jederzeit tun kann, ohne marktwirtschaftliche Prinzipien zu verletzen, ist die Kontrolle der Institute. Wenn ein Bankvorstand sein Haus nicht im Griff hat, so wie bei der WestLB und nun bei der IKB, muss die Bafin ihn entweder auf den rechten Weg bringen oder zum Rücktritt zwingen.
Und wenn beides nicht nützt, kann der Staat auch versuchen, private Kreditgeber zu einer Hilfsaktion zu bewegen, ohne dass er sich selbst daran mit Geld beteiligt.
So berieten etwa vor vier Jahren die wichtigsten Banker des Landes und die Minister der rot-grünen Regierung, wie sie eine der ganz großen Banken des Landes mit privatem Geld vor der Pleite bewahren könnten.
Das Milliardenpaket, das bei einem Geheimtreffen im Bundeswirtschaftsministerium geschnürt wurde, war letztlich überflüssig - aber auch über diese Hilfsaktion schweigen sich bis heute alle Beteiligten aus.
(SZ vom 01.08.2007)
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Kommt der -oder besser- ein Crash?
Obwohl ich den Pessimismus von koaner gut nachvollziehen kann angesichts riesiger unkontrollierter Risikopositionen (gelegentlich lese ich von Billionen-Volumina in Kreditderivaten, gewachsen in weniger als 10 Jahren) hat doch auch die Meinung von
benutzer 1100 etwas für sich: Die Schwindler beherrschen den Schwindel - und es spielen alle mit oder es tut keiner etwas dagegen.
In den letzten Tagen war kaum etwas zum "großen System" hinter der brüchigen Fassade zu lesen. Die Medien -auch die SZ, vgl. den obigen Kommentar oder die FAZ - beschränken sich weitgehend auf die Beschreibung der aktuellen Vorkommnisse. Hat schon jemand etwas von Forderungen jenseits des Tageslärms (IKB verkaufen, Staat darf nicht eingreifen ...) gehört? Gar von politischen Aktionen? Die Zeitungen fragen bei Banken höflich nach, ob dort auch was wäre. Die sagen " Nein, bei uns nicht - alles AAA-geratet!" Und die Politik macht Sommerferien .. oder beklagt die Butterpreise. Lesenswert immerhin heute der Kommentar von Lucas Zeise in der FTD.
Ich will ja nicht orakeln, aber ich glaube, dem Finanzsektor geht der A.... ganz schön auf Grundeis! Die wissen nämlich selber nicht, wer auf welchen Positionen sitzt. Und wenn morgen irgendein Hedge-Fonds namens zB "blackhole" (ein Phantasiename) bekanntgibt, daß er seinen Verpflichtungen aus hohen CDO-Positionen o.ä. nicht mehr nachkommen könne (so heißen ja heute die Instrumente der schönen neuen Finanzwelt - Warren Buffett, dem die Medien immer gerne ein Ohr leihen, nannte sie einmal "finanzielle Massenvernichtungswaffen"), dann könnte es ganz schön "scheppern". LTCM hieß der Fonds , der 1998 die Banken weltweit zum Zittern brachte - und der war nicht einmal so groß.
Und leider weiß heute keiner so wirklich oder auch nur ein bißchen, wo diese "Finanzbomben" liegen - denn es gibt absolut keine externe Kontrolle, weder national, noch global.
Man könnte es auch so beschreiben: Die Fixer bewachen die Drogenvorräte und sagen, sie hätten alles im Griff! (offtopic: fast wie zB im Radsport)!
Aber wie gesagt, es könnte immerhin (weiter) gutgehen!
Sie vermischen immer Christentum mit Kapitalismus. Auf den Betrug und das Tricksen würde ich lieber nicht bauen.
Hoffentlich klemmt sie sich nicht die Finger.
Diese Kurve zum Beispiel ist interessant anzuschauen:
http://finanzen.sueddeutsche.de/aktien/profil?secu=166107
Gar nicht mehr so sehr SUBPRIME, was da plötzlich einpacken muß.
Sie schreiben:
Es steht uns ein Wirtschafts-Crash nie gekannten Ausmaßes bevor, der auch geeignet sein wird, die Ordnung dieses Landes schwer zu erschüttern.
Ich antworte Ihnen wie immer:
Es steht uns kein Wirtschaftscrash bevor.
Es muss ihnen doch klar sein, dass alles um die Börsen, ja sogar ums Geld
ein einziger Schwindel ist, aber bedenken sie es ist ein gut gemachter Schwindel.
Und sie mögen vielleicht ein Freund der Wahrheit sein, alle möglichen Charts und
Wirtschaftsdaten kennen und zu dem Ergebniss gekommen sein, dass ein
Wirtschaftsdesaster unweigerlich bevorsteht, aber bedenken sie bitte
"the show must go on" und die diejenigen, die dieses System am laufen halten,
ausgebuffte Trickser sind und diese Trickser sind Kompetent im Schwindeln
und daher kommt es niemals mehr zu einem Crash.
Allerdings ist eine Baisse mit Soft-Landing jederzeit drin und gehört auch zum
Schwindel.
Denken sie positiv und gehen sie mit dem Trend und hören sie auf der
"Rufer in der Wüste" zu sein, denn Johannes war schon hier.
Ihr Wille wird auf jedenfall nicht geschehen so sehr sie sich dies auch wünschen
und herbei sehnen.
E s k o m m t k e i n C r a s h...........................hihihihihi :o)))))))
Nein. Der Josef wars. Der Josef hat gepetzt:
"But it was Mr Ackermann, chief executive of Germanys biggest bank, who telephoned Jochen Sanio, president of Bafin, on Friday, to tell him IKB was in trouble, according to sources in Frankfurt and Berlin, who declined to be named." (FT.com)
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