Die IG Metall hat Nokia mit hohen Kosten gedroht, falls das Bochumer Werk wie geplant geschlossen wird. Der finnische Mobilfunkkonzern wehrt sich unterdessen gegen Vorwürfe, er habe gegen Subventionsauflagen verstoßen.
"Das wird der teuerste Sozialplan, den das Land je gesehen hat. Das muss Nokia wissen", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber dem Tagesspiegel. Allerdings stehe ein Sozialplan derzeit nicht zur Debatte, räumte Huber ein. "Wir wollen die Arbeitsplätze erhalten und Lösungen für die Zukunft."
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IG-Metall-Chef Huber: "Wir wollen Lösungen für die Zukunft." (© Foto: AP)
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Falls sich der Konzern aber nicht umstimmen lasse, verliere Nokia Ansehen in Deutschland. "Die Empörung bei den Menschen ist riesengroß. Ich erinnere nur an AEG Electrolux. Diese Marke hat nach wie vor gravierende Einbußen auf dem deutschen Markt in Folge der Werksstilllegung in Nürnberg", sagte der IG-Metall-Chef.
Huber plädierte für neue Gesetze. "Ansonsten bestimmt nur noch der Profit das Geschehen und die Menschen werden zum Spielball." Es sei ein Hohn, dass Verlagerungskosten in Deutschland als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar seien. Der Gewerkschafter kritisierte besonders Manager und ihre "Orientierung auf Profit und Aktienoptionen".
Von Bedenken keine Spur
Ein Unternehmen habe auch nach dem Grundgesetz Pflichten gegenüber der Bevölkerung und den Angestellten. Mit seiner Ankündigung, das Bochumer Werk des Jahres zu schließen, hatte der Nokia eine Welle der Empörung ausgelöst. Betroffen sind rund 2300 Beschäftigte und nach Gewerkschaftsschätzungen bis zu 2000 Stellen bei Zulieferern und Leiharbeitsfirmen.
Unterdessen wehrt sich der finnische Handy-Hersteller gegen den Vorwurf, er habe bei seinem Bochumer Werk gegen Subventionsauflagen verstoßen. Die NRW.Bank, die für das Land Nordrhein-Westfalen die Fördermittel verwaltet, sei regelmäßig und vollständig über die Zahl der Arbeitsplätze und die Verwendung der Subventionen informiert worden, hatte Nokia am Freitagabend mitgeteilt.
Bedenken habe die Bank zu keinem Zeitpunkt geäußert. Die nordrhein-westfälische Landesregierung erwägt, von Nokia Subventionen zurückzufordern, weil der Konzern in Bochum zu wenige Stellen geschaffen haben soll. Ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums sagte zu der Erklärung Nokias, alle Fakten würden "sehr gründlich und sehr präzise aufgearbeitet, um dann die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen".
Vorwürfe an ehemaliges Rot-Grün-Bündnis
Im Streit um die Subventionszahlungen ist die alte rot-grüne Landesregierung in die Kritik geraten. Medienberichten zufolge, soll sie darüber informiert gewesen sein, dass Nokia nicht die vereinbarte Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen hat. Sie habe aber nichts dagegen unternommen.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus wurde der ehemalige Wirtschaftsminister Harald Schartau (SPD) von seinen Beamten im Januar 2005 darüber informiert, dass die Zahl der erforderlichen Dauerarbeitsplätze im Bochumer Werk unterschritten worden sei und deshalb die Millionenförderung zurückgefordert werden müsse.
Schartau wies die Vorwürfe zurück. "Über Subventionsbedingungen wurde zu keinem Zeitpunkt hinweggesehen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Subventionen seien im Jahr 2001 für den Zeitraum von 2002 bis 2006 bewilligt worden.
Im Gegenzug habe sich Nokia verpflichtet, 2860 Arbeitsplätze zu schaffen. "Erst am Schluss dieser Bindungsfrist wäre der Zeitpunkt für die Abrechnung gewesen", meinte Schartau. Als es soweit war, war die rot-grüne Regierung aber nicht mehr im Amt.
- Verbraucher und ihre Macht No Nokia 03.02.2008
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- Patentverletzungen Firma verklagt Nokia auf zwölf Milliarden Euro 31.01.2008
- Nokia Der Arbeiterführer und seine Subventionen 01.02.2008
- Nokia Künstliche Empörung 01.02.2008
(dpa/AP/grc)
Zumindest besetzt er jetzt einen lukrativen. Dieser bringt mit allem Beiwerk deutlich mehr als 1 Mio. p.a.
haben nicht die geringste Ahnung, worum es bei der Handyproduktion geht. Nichts von dem ist ihnen auch nur ansatzweise geläufig.
Aber sie meinen, es ginge so zu, wie in den engen Köpfen der Politiker.
Würden sich die Lenker von Nokia so verhalten, wie es in der deutschen Politik seit 40 Jahren üblich ist, wäre Nokia nie zum weltweiten Marktführer aufgestiegen.
Ein teurer Sozialplan wird angekündigt - was kommt - wird anders aussehen. Die soziale Marktwirtschaft in Deutschland- Gewinne,Gewinne und dann jammern bis die Mitarbeiter Lohnabstrichen zustimmen und der Gewinn ins "unermessliche"steigt.Heimlich wird im Ausland ein neues Werk gebaut da dort die Arbeiter noch weniger Lohn bekommen.-Es geht um Geld schnelles Geld erkauft mit der Verarmuing von Mitarbeitern die wie Tagelöhner ausgebeutet werden. Es ist festgelegt wie krumm Gurken sein dürfen wie man mit krummen Geschäften Menschen in die Verarmung treibt i- das zu verhindern - ist kein Thema der Poltik. Deutschland das Land der Sprüche.
Walter Wasilewski
kaufen sie einmal Produkte von renomierten deutschen Firmen. Sie werden wohl fast kein "Made in Germany" mehr finden. Ob weisse Ware, E-Artikel, PKW, LKW etc. sogar der so gelobte Maschinenbau kauft Komponenten überwiegend von extern BRD. Also ruhig bleiben in 50 Jahren , wenn die Arbeitsplätze um den Globus gewandert sind, sind sie ganz bestimmt wieder da. Man muss och gönne könne. Kölle Alaaf
"Huber plädierte für neue Gesetze. "Ansonsten bestimmt nur noch der Profit das Geschehen und die Menschen werden zum Spielball." "
Hat der Mann die letzten 15 Jahre im Ausland verbracht?
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