Bei den Tarifgesprächen für die Stahlbranche geht es der IG Metall nicht nur um die üblichen Lohnforderungen, sondern auch um die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern.
Endlich wieder Tarifverhandlungen. Und endlich wieder ein paar Warnstreiks, bei denen Fabrikarbeiter so tun, als seien sie wütend auf ihre knauserigen Arbeitgeber. Nicht, dass der Unterhaltungswert des Rituals groß wäre - aber wenn die IG Metall an diesem Montag Warnstreiks in der Stahlindustrie beschließt, ist dies auch eine Art Konjunkturindikator, ähnlich wie Auftragseingänge und Auslastungsgrad: Gewerkschafter können offenbar wieder drohen, ohne als wahnsinnig zu gelten.
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Auf den ersten Blick sind diese Tarifverhandlungen für die Republik nicht besonders bedeutend. Um gerade mal 85.000 Beschäftigte geht es, in weniger als hundert Betrieben. Tatsächlich aber kann die Bedeutung der Gespräche gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Ihr Ergebnis könnte noch die Arbeitsbedingungen von Millionen Menschen prägen.
In der Öffentlichkeit wird meistens nur wahrgenommen, wie hoch die prozentuale Lohnforderung ist; in der Stahlrunde beträgt sie sechs Prozent. Die Verhandlungen aber stocken, weil die IG Metall darüber hinaus etwas anderes verlangt: Leiharbeiter sollen den gleichen Lohn wie Stammarbeiter bekommen. Eigentlich wollten die Gewerkschaften, dass dieses Prinzip den Arbeitgebern per Gesetz vorgeschrieben wird. Nachdem das mit der schwarz-gelben Koalition jedoch nicht zu machen war, versuchen die Gewerkschaften nun, es den Arbeitgebern per Tarifvertrag abzuringen.
Für diesen Kampf haben sie sich eine Branche ausgesucht, in der Aufwand und Ertrag anscheinend in keinem Verhältnis zueinander stehen. Nur 3000 der 88.000 Beschäftigten sind Leiharbeiter, und in den meisten Firmen haben die Betriebsräte das Prinzip "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" bereits durchgesetzt.
Aber den Gewerkschaften geht es um mehr. Sie wollen das Prinzip allgemein durchsetzen, und dazu ergreifen sie die erstbeste Chance: Es ist nun mal die Stahlindustrie, in der jetzt eine Tarifrunde ansteht; Gott sei Dank, aus Sicht der Gewerkschaften. Dort sind ihre Kampfbedingungen ideal: relativ wenige, dafür aber große Betriebe mit einem hohen Anteil von immer streitlustigen Mitgliedern unter den Beschäftigten. Wenn nicht hier den Anfang setzen, wo dann?
Für viele Betriebe stellt die Leiharbeit eine große Versuchung dar. Ursprünglich sollte sie ein Mittel sein, um Betrieben in Zeiten extremer Auslastung kurzfristig Personal zu verschaffen. Inzwischen aber sind viele Firmen auf die Idee verfallen, Stammarbeiter auf Dauer durch schlechter bezahlte Leiharbeiter zu ersetzen; übrigens auch in der Zeitungsbranche, wo ebenfalls Tarifverhandlungen laufen.
Aber mit einer Berufsgruppe wie den Redakteuren, die Arbeit nicht als Maloche, sondern als bezahltes Hobby empfinden, lässt sich keine Schlacht gewinnen. Also müssen erst mal die Stahlarbeiter ran. Die meisten Beschäftigten in anderen Branchen ahnen nicht einmal, dass hier auch für sie die Kohlen aus dem Feuer geholt werden.
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(SZ vom 20.09.2010/aum)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Die Forderung lautet ganz weg mit der Sklavenarbeit bei Verleihern!
IGM Bla Bla!Warum haben sie es denn nicht bei der Schwarz Roten Koalition gefordert ?Weil sie rektal bei der SPD mitarbeiten!
Man wollte den Freunden keinen Ärger machen!Unter jedem schlechten Tarifvertrag für Leiharbeiter(IGZ,BMZ) steht IGM darunter!Die haben sich doch längst damit abgefunden das Leiharbeiter die Löhne der fest Beschäftigten subventionieren und die Kosten bei gleicher Leistung senken!Sonst würden die Unternehmer die Löhne der Festangestellten senken!!
Zuletzt war ich in so einem Betrieb!Ich suchte nach etwas da sagte ein Arbeiter mir "ich bin nur Leiharbeiter sie müssen die Aufseher fragen"!Das sagt doch alles!Die Menschen fühlen sich wie in einem Gefängnis!Das geht doch schon seit Jahren so und die IGM hat gar nichts gemacht das abzustellen!Die haben doch längst den Kontakt zu Leiharbeitern verloren!!
ich würde es Flexibilitätsprämie nennen und 10% Aufschlag verlangen.
Der Unternehmer muss lernen, für die von ihm ständig geforderte Flexibilität auch was zu bezahlen. Schließlich hat er ja auch was davon.
Als reale Leistung haben die Herrn Eucken und Erhard einmal die Summe der mehrwertschöpfenden produktionswirtschaftlichen Tätigkeiten und Aktivitäten definiert.
Wer diese Definition heute bei der Berurteilung des fairen Entgelt zugrunde legt, der bekommt dramatische Schwierigkeiten.
Je lauter die Schreie nach dem "Lohnabstandsgebot" zwischen den Billig-, Tage- und Sklavenlöhnern und den produktionswirtschaftlich inaktiven und von den Managern der Unternehmen freigesetzten Sozialtransferempfängern/-innen wird, um so gewaltiger häufen sich die Zahlen der Leistungsträger, Alphatiere, Fürhungs-, Lenkungs- und Leitungskräften des administrierenden Sektors in der Wirtschaft, der Politik, der Administration (inkl Gewerkschaften, Kirchen und mildtätigen und steuerlich privilegierten Organisationen) sowie des sogenannten juristischen Komplexes (Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Richter), denen es gar nicht schnell genug zu gehen scheint, um in Deutschland eine Gesellschaft zu etablieren, die aus "Herrschaften" und "Domestiken" besteht. Dabei zählen wir heute ca. 25% unserer Bevölkerung zur ersten und ca. 75% zur zweiten Gruppierung.
Zyne, Häme, Arroganz, Überheblichkeit, Bösartigkeit, Skrupellosigkeit, sowie sozio-ökonomische Rücksichts- und Gewalttägigkeit beschreiben die Kerncharakteristika der heutigen deutschen Funktionseliten in allen Bereichen.
Diese gesellschaftliche Strukturen weisen auf einen Zustand hin, den man nur noch als ständisch-feudalistischen Besitzstandsfaschismus beschreiben kann und der faktisch aus Deutschland so etwas wie ein extrem subtil organisiertes und betriebens Zwangsarbeitslagersystem organisiert hat. Dies ist die reale Situation, die bei der geistig-moralischen Wende der Herren Kohl und Genscher, der Eingliederung der ehemaligen Ostzone in die Bundesrepublik und der Proklamation der Herrschaft der Neuen Mitte mit all ihren systemischen und strukturellen Alphatieren hervor gebracht hat.
All dies ist aber so grauenhaft und einen fundamentalen Konflikt in Deutschland verheissend, dass sich offenbar kaum einer in unserem Lande an diese Betrachtungsweise unserer heutigen Wirklichkeit heran wagt.
Armes Deutschland. Arme Deutsche.
als sie vor Jahrzehnten eingeführt wurde, war es durchaus ein Fortschritt... mehr Geld als direkt in den Firmen angestellt Mitarbeiter, wegen der wechselnden/flexiblen Beschäftigungen, das machte auch Sinn... trotzdem hatten die Menschen einen Arbeitgeber, damals hiess das noch Zeitarbeit...
nur was inzwischen daraus gemacht wurde ist eine Schande, Niedriglöhne, Ausgliederungen von Unternehmen, Wegfall von Tarifverträgen... ich finde diese Vorgehensweise kriminell und deswegen gehört das abgeschafft, wenn man es nicht vernünftig regelen kann...
und Mindestllöhne sind sowieso ein absolutes Muss.
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