Optimismus bei den deutschen Unternehmern: Der Ifo-Index hat sich im Mai überraschend verbessert. Auch für die kommenden sechs Monate sind die Befragten zuversichtlich.
Die Finanzkrise verhagelt der deutschen Wirtschaft nicht die Stimmung. Die Unternehmer bleiben für dieses Jahr optimistisch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai von 102,4 Punkten auf 103,5 Zähler, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte. Der Anstieg kommt für viele Experten ziemlich überraschend. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt sogar mit einem Rückgang des Barometers auf 102 Punkten gerechnet.
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Container am Hamburger Hafen: Die deutschen Unternehmer sind für die kommenden sechs Monate optimistisch. (© Foto: AP)
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Der Optimismus der Unternehmer bezieht sich nicht nur auf die gegenwärtige Situation. So beurteilten die befragten Unternehmen auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate besser. Der Teilindex zu den Geschäftsaussichten für das kommende halbe Jahr verbesserte sich um einen halben Punkt auf 97,3 Punkte. Der Teilindex zur aktuellen Lage kletterte um 1,7 Punkte auf 110,1 Punkte.
"Insgesamt dürfte die Dämpfung der deutschen Konjunktur in den Monaten nach dem sehr guten ersten Quartal moderat ausfallen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Rückgang aus dem Vormonat sei jedoch nur teilweise ausgeglichen worden.
Im April war der Geschäftsklimaindex überraschend deutlich zurückgegangen. Der Ifo-Index für das Weltwirtschaftsklima war im ersten Quartal sogar auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gefallen. Trotz guter deutscher Konjunkturdaten hatten sich zuletzt auch die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Mai etwas eingetrübt.
Privater Konsum stützt die Wirtschaft
Auch der deutsche Außenhandel wird nach Einschätzung von Ifo-Chef Sinn der weltweiten Finanzkrise trotzen. Die Chancen im Exportgeschäft der Industrie würden weiterhin gut, allerdings nicht mehr ganz so optimistisch wie im Vormonat beurteilt, sagte Sinn. Der Optimismus wird sich auch auf die Zahl der Arbeitsplätze auswirken. Nach Sinns Einschätzung wollten die Unternehmen weiterhin in einer moderaten Höhe neue Jobs schaffen.
Auch der private Konsum wird nach Einschätzung des Instituts die deutsche Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf zunehmend stützen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen schätze der Einzelhandel seine Lage derzeit verhalten optimistisch ein, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Knoten ist noch nicht geplatzt. Im Jahresverlauf sollte der Konsum aber moderat anziehen. Einen Konsumrausch wird es gleichwohl nicht geben."
Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf rund 7000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Das ifo-Geschäftsklima ist der wichtigste Frühindikator für Deutschland.
- Wirtschaftswachstum/Inflation Deutsche Konjunktur lässt sich nicht schrecken 15.05.2008
- Konjunktur Ein Plus mit kleinem Haken 15.05.2008
- Konjunktur Robuste Wirtschaft 16.04.2008
- Arbeitsmarkt "Finanzkrise wird sich kurzfristig nicht auswirken" 03.04.2008
- Aquariumsgespräch mit Ifo-Chef Sinn "Ungerecht lebt es sich besser" 24.10.2007
(sueddeutsche.de/Reuters/AP/dpa/tob/mel)
Mubarak-Prozess in Ägypten
... und anderer Frühindikatoren sollte schon noch erlaubt sein, ohne gleich in eine Ecke gestellt und geprügelt zu werden.
Der ifo-Geschäftsklimaindex wird gewonnen aus der Befragung von Unternehmen aus verschiedenen Branchen über die Einschätzung der gegenwärtigen Lage und der erwarteten Entwicklung. Eine Einschätzung ist grundsätzlich subjektiv, auch wenn sie nachträglich wissenschaftlich verrechnet wird. Ein anderer Empfindungs- und Einschätzungsindex, die ZEW-Konjunkturerwartungen sind dagegen von -40,7 auf -41,4 gefallen. Dies ist ein Minus von 1,7%. In manchen Publikationen, deren Autoren anscheinend Probleme beim Umgang mit negativen Zahlen haben, wurde aus dem Rückgang ein Plus in der Meldung. Welcher Empfindungsindex hat die bessere Aussagekraft? Wissenschaftlich begründet sind sie beide.
Es gibt aber auch Zahlen und Indizes, die weniger vom Gefühl sondern mehr durch mebare Größen geprägt sind:
1) Der Euro scheint sich nach einem Rücksetzer auf 1,53 US-$/ wieder in Richtung alter Höchsstände zu bewegen. Eine Exportwirtschaft die ihre Schmerzgrenze im letzten Jahr bei 1,30 US-$ angesiedelt hat, wird davon negativ berührt. Außerdem steht Deutschland nicht alleine da, sondern es soll in anderen EU-Staaten auch sowas wie eine Exportwirtschaft geben.
2) Der Preis für Rohöl steigt und steigt, am Tage der Ifo-Index-Verkündigung wurden auch beim Erdöl neue Höchsstände gemeldet. Der, auch nach Aussagen des ifo-Institutes, gegenüber dem US-$ überbewertete Euro federt dies etwas ab.
3) Das Bauhauptgewerbe, ein Konjunkturmotor nach althergebrachter Volkswirtschaftslehre, meldet am gleichen Tag, als der ifo-Geschäftsklimaindex bekanntgegeben wurde, deutlich weniger Auftragseingänge.
Es gibt noch einige Indizes mehr, die ein etwas durchwachsenes Bild der deutschen und auch der europäischen Wirtschaft zeigen und die die ifo-Geschäftsklimaindexeuphorie nicht unterstützen. Auch der arg strapazierte private Konsum als Stütze der Wirtschaft in 2008 erscheint vor dem Hintergrund der Reallohnentwicklung und des Armutsberichtes der Bundesregierung eher als platte Aussage, denn als fundierte Begrüdnung.
Telepolis schreibt ganz aktuell lt. dem Prüfbericht des Bundesrechnungshofes:
Ein-Euro-Jobs haben reguläre Arbeitsstellen im öffentlichen Bereich verdrängt. Doch Wirtschaftsminister Glos möchte Pflichtarbeiten für Erwerbslose noch ausbauen
Die Missstände der Ein-Euro-Jobs waren schon nicht mehr zu übersehen. Betten beziehen im Altenheim oder Kochen in der Kita: Bislang durfte es den Verantwortlichen für Arbeitsmarktpolitik schwer fallen, diese Tätigkeiten als "zusätzlich" zu rechtfertigen. Anfang Mai [extern] bestätigte der Bundesrechnungshof im Prüfbericht "Durchführung der Grundsicherung für Arbeit" einmal mehr, dass die wenigsten Ein-Euro-Jobs die gesetzlichen Kriterien, u. a. der "Zusätzlichkeit" und "Integrationsförderung", erfüllten:
In 68 Prozent der untersuchten Fälle wurde gegen die Vorschriften verstoßen.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27964/1.html
Der Sklavenmarkt ist eröffnet und Gewerkschafterdaten werden an den US-Geheimdienst weitergereicht!
Damit stellen Schäuble und der US-Geheimdienst Gewerkschafter auf die gleiche Stufe mit Terroristen!
Verschwörungstheorie?
Nein - geschaffene Fakten!
Wir haben 1933!
Hier wissen es wieder mal alle besser! Die Unternehmer beuten uns alle aus, der Staat unterstützt sie dabei und die gekauften Wissenschaftler reden ihnen nach dem Mund. Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören.
In schöner Regelmäßigkeit kommen hier dann die ganzen verkappten Fachnasen aus ihren Löchern gekrochen und erklären uns wie Wirtschaft und Politik wirklich funktionieren. Und die Theorie lautet: alle böse, alle entmachten und immer schön überall eingreifen.
Und das natürlich im Sinne der Gerechtigkeit...
Wenn es aber um PRAKTIKABLE Alternativen geht ist sofort Schluß.
Vielleicht sollte man sich mal gründlich überlegen, ob nicht alles in unserem System schlecht ist. (meiner Meinung nach können wir froh sein, anererort ist es viel schlimmer, was nicht bedeutet, dass wir uns zurücklehnen können).
Nur mal als Beispiel: Wenn alles so einfach und überzeugend ist, dann begebt Euch mit Euren Theorien doch einfach mal in den wissenschaftlichen Prozeß und stellt Euch dem dortigen Wettbewerb.
Jetzt heißt es bestimmt gleich wieder, dass es diesen nicht gibt und alles von den Kapitalisten gleich geschaltet ist. Dem ist nicht so! Im wissenschaftlichen Prozeß gibt es nicht nur eine Meinung und genug Querdenker. Schaut Euch doch mal deren Einkommen an, aus monetären Gründen ist die Wissenschaft nämlich (bis auf wenige Ausnahmen) wenig attraktiv. Im Gegenteil, hier findet man viele Egozentriker, deren Hauptmotiv eine vielbeachtete Veröffentlichung ist. Für die ist es das Schönste klüger als der Mainstream zu sein. Und wenn hier jemand mit einer überlegenen Idee kommt, welche sich von der Standardansicht unterscheidet, dann stehen die Chancen dafür gut.
ABER: Man muss mit Gegenwehr rechnen und deshalb muss an der Idee auch was dran sein und man muss sich mit Ihr behaupten können.
Und da kommen Eure Pseudotheorien nicht weit, die sind nämlich (wahrscheinlich) schon lange abgefrühstückt und wie tausend andere auch, bereits verworfen.
Warum? Das könnt ihr dann mal schön selber nachlesen, wenn Ihr Euch wirklich dafür interessiert und nicht nur leere Phrasen gespickt voller Halbwissen in Foren wie diesen dreschen wollt.
Der IFO-, ZEW- oder Sonst-WAS-FÜR-Index haben doch allenfalls den Wert von Wasserstandsmeldungen. Die Wasserstände ändern sich bekanntlich fast jeden Tag.
Da die diversen Indexe keinerlei Tendenz erkennen lassen, haben sie, wie ich glaube, nicht einmal einmal den oben besagten Wert, sondern sind eher Gefälligkeitsgutachten je nach Auftraggeber(Zahlmeister).
Richtig!
Die Regierung hatte den Armutsbericht erst einmal unterschlagen und jetzt kann sie nicht mehr zurück!
Nun muß die Wahrheit ans Licht!
Sinkende Reallöhne iwie in meinem ersten Kommentar zu sehen ist und ein Sklavenmarkt a la Wolfgang Clement!
Aber es ist alles halb so schlimm - suggeriert sie mit der neuen Positiv-Botschaft!
Der Konsum steigt - angeblich....
Morgen kommt bestimmt eine neue Meldung....
Der Konsum sinkt....
Hauptsache die Wirtschaft investiert subventioniert von den Steuerzahlern und stellt anschließend billige Arbeitskräfte ein!
So läuft das nun mal - da kann auch @Tinus77 die Wahrheit nicht leugnen. Die Zahlen sind auf dem Tisch und sogar die Bundesregierung mußte mit dieser Wahrheit herausrücken!
Immer mehr Umverteilung von unten nach oben!
Paging