Ifo-Index "Deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr"

Ein Pressenhersteller in Baden-Württemberg: Viele exportstarke Firmen blicken skeptisch in die Zukunft

(Foto: dpa)
  • Viele Manager fürchten, dass die nächsten sechs Monate schwierig werden. Der Ifo-Index fällt überraschend stark.

Es trifft vor allem die exportstarken Branchen: Deutsche Unternehmen sind zunehmend besorgt über die weltweite Wachstumsabschwächung. Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn erneut eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex sank von 108,6 im Dezember auf 107,3, sagte das Ifo-Institut, das monatlich einen der wichtigsten Konjunkturindikatoren veröffentlicht.

In einer Umfrage von Bloomberg hatten Volkswirte lediglich mit einer Abschwächung auf 108,4 gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr", kommentierte der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die chemische Industrie profitierte demnach vom niedrigen Ölpreis. Die Stimmung verschlechterte sich allerdings in diversen anderen Branchen. Das Ifo-Institut nennt Maschinen- und Fahrzeugbau - zwei Bereiche, die besonders abhängig von Ausfuhren sind. Chinas Wirtschaft ist zuletzt so wenig gewachsen wie seit einem knappen Vierteljahrhundert nicht mehr, somit importiert das Land auch weniger deutsche Produkte.

Vor allem auf die kommenden sechs Monate blicken die Unternehmen skeptisch. Der Ifo-Erwartungsindex sank von 104,6 auf 102,4 Zähler. Damit widersprechen die Manager der Bundesbank. Die Ökonomen der deutschen Zentralbank erwarten bei anhaltend niedrigen Ölpreisen weiteren Rückwind für die Nachfrage im Inland. "Damit bestehen zum Jahresanfang wieder Chancen für ein stärkeres Wachstum der Wirtschaftsleistung", schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Zuletzt hatte die Bundesbank für 2016 ein Wachstum vom 1,8 Prozent vorhergesagt.