Ifo-Geschäftsklimaindex Stimmung in deutscher Wirtschaft verbessert sich deutlich

Endlich Frühlingslaune in der deutschen Wirtschaft: Zweimal hintereinander war der Ifo-Geschäftsklimaindex gesunken. Nun hat sich die Stimmung deutlich stärker verbessert als von Analysten erwartet. Das liegt auch daran, dass die Deutschen Lust auf Konsum haben.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 104,4 auf 105,7 Punkte. Das ist der erste Anstieg nach zuvor zwei Rückgängen in Folge.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 104,5 Zählern gerechnet. Allerdings liegt der Wert immer noch deutlich unter dem vom Februar.

Das Institut befragt monatlich etwa 7000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie die Manager erstens die aktuelle Lage und zweitens die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerten. Die Unternehmer schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate genauso ein wie im Vormonat. Die Lage wurde dagegen überraschend besser bewertet: Der Index kletterte um 2,7 Punkte auf 110,0. Ein dritter Rückgang in Folge wäre als Zeichen für eine konjunkturelle Trendwende gewertet worden.

Das Geschäftsklima verbesserte sich sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern und im Groß- und Einzelhandel. "Die Exporterwartungen sind zwar leicht gesunken, signalisieren aber weiterhin, dass die Firmen mit Impulsen aus dem Ausland rechnen", sagte Carstensen. Nur in der Baubranche ließ die Stimmung etwas nach.

Sparneigung sinkt auf historischem Tiefstwert

Offenbar hat sich die gute Stimmung der Verbraucher auf die Wirtschaft übertragen: Der Konsumklimaindex der Marktforscher von der GfK zeigt, dass sie mehr Lust aufs Einkaufen haben. Der aus einer Umfrage gebildete Wert ist für Mai von 6,0 auf 6,2 Punkte gestiegen. Für Juni erwartet die GFK sogar 6,5 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit September 2007. Die GFK erklärt dazu: "Eine auf hohem Niveau befindliche Beschäftigung, gute Tarifabschlüsse sowie eine sinkende Inflation stützen die Stimmung."

Die Marktforscher befragen im Auftrag der EU-Kommission etwa 2000 Verbraucher. Sie sollen drei Fragen beantworten: Was glauben Sie, wie sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln wird? Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln? Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?

Die Einkommenserwartungen verbesserten sich ebenfalls: Die Verbraucher gehen davon aus, künftig real mehr Geld im Portemonnaie zu haben. Das liegt auch an höheren Tarifabschlüssen wie zuletzt in der Metallbranche. Bereit zu teuren Anschaffungen sind im Mai dagegen nicht mehr Menschen. Allerdings sind die Bedingungen für Einkäufe nach wie vor sehr gut. Dies zeigte sich auch bei der Sparneigung, die auf einen historischen Tiefstwert sank.