Ifo-Geschäftsklimaindex steigt Stimmungswandel in der deutschen Wirtschaft

Schuldenkrise? Egal. Rezessionssorgen? Nicht so groß. In der deutschen Wirtschaft kommt es zu einem unerwarteten Stimmungsumschwung: Erstmals seit vier Monaten steigt der wichtige Ifo-Index wieder.

Deutsche Manager bleiben optimistisch: Trotz Schuldenkrise und Rezessionssorgen in der Euro-Zone hat sich die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen überraschend aufgehellt.

Vier Monate in Folge war die Laune der Unternehmer immer schlechter geworden. Im November stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex nun von 106,4 Punkten im Vormonat auf 106,6. Die Umfrage des Münchner Ifo-Instituts gilt als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Das Ergebnis überrascht, weil Analysten im Schnitt damit gerechnet hatten, dass der Wert weiter auf 105,1 Zähler zurückgehen würde.

"Der leichte Anstieg resultiert aus geringfügig weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage ist den Firmenangaben zufolge unverändert positiv. Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Für den Geschäftsklimaindex befragen Mitarbeiter von Sinns Institut etwa 7000 Manager. Die Befragten bewerten sowohl ihre derzeitige Geschäftslage als auch ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr. Das Barometer für diese Erwartungen stieg auf 97,3 Zähler, das für die derzeitige Lage verharrte bei 116,7 Punkten.

Die Verbraucher hatten der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal zu deutlich mehr Wachstum verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu. Die Bundesbank warnte jedoch bereits, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten in schwieriges Fahrwasser geraten könnte. Die schwächere Auslandsnachfrage und die Nervosität an den Finanzmärkten bildeten ein gefährliches Gemisch.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus, für das zu Ende gehende Jahr 2,9 Prozent.