sueddeutsche.de: Zu den staatlich verordneten Stimuli gehört auch die Abwrackprämie für Autos. Sehen Sie die auch so positiv?
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Sinn: Nein, das war keine sinnvolle Politik. Wenn ich ein ökonomisches Gut stark fördere, fließt die Nachfrage von anderen Gütern dorthin. Dann gibt es einen optisch starken Effekt, der einen übersehen lässt, dass die Nachfrage an anderer Stelle fehlt. Die Menschen verzichten auf den Fernseher und die Waschmaschine, damit sie ein neues Auto anschaffen können. Für das alte gibt es dann die Abwrackprämie.
sueddeutsche.de: Darüber ärgern Sie sich?
Sinn: Das Schlimmste ist doch, dass mit der Abwrackprämie die Vernichtung von ökonomischen Gütern bezuschusst wird - ein widersinniges Programm. Da sträuben sich bei mir als Ökonom die Nackenhaare. Auch ist es keine ökologische Maßnahme. Die Neuproduktion eines Fahrzeugs stößt so viel CO2 aus, dass der ganze Vorteil einer vielleicht geringen Verbrauchsminderung beim Wechsel zum neuen Modell mehr als aufgewogen wird.
sueddeutsche.de: Um der Wirtschaftskrise Herr zu werden, ist die Regierung inzwischen bereit, nicht nur Banken zu helfen, sondern auch Konzernen der sogenannten Realwirtschaft.
Sinn: Das Bürgschaftsprogramm in Höhe von 100 Milliarden Euro ist eine Notlösung, um die Kreditklemme der Firmen zu überwinden. Ich fände es besser, direkt gegen die Kreditklemme vorzugehen. Das Problem ist: Die Banken verlieren an Eigenkapital, die Verluste sind gigantisch und teilweise noch versteckt. Sie müssen deshalb ihre Ausleihungen reduzieren. Man kann aber nicht akzeptieren, dass die Banken sich gesundschrumpfen, denn dann schrumpfen sie die Wirtschaft zu Tode.
sueddeutsche.de: Was folgt daraus?
Sinn: Wenn die Banken nicht mehr genug Eigenkapital am privaten Markt finden, muss der Staat da als Gesellschafter rein. Dann stellt er das fehlende Eigenkapital. Ansonsten hat der Staat bei der Rettung von Unternehmen natürlich seine Finger im Einzelfall rauszulassen. Sonst gibt er noch jenen das meiste Geld, die am lautesten schreien. Opel zum Beispiel will 3,3 Milliarden Euro - das sind irrsinnige Beträge. Rechnerisch sind das 130.000 Euro pro Opel-Mitarbeiter. Würde man solche Beträge allgemein in Form eines Konjunkturprogramms in der Fläche verstreuen, könnte man sicherlich mehr Arbeitsplätze retten als bei Opel.
sueddeutsche.de: Also sollte die Güterwirtschaft generell tabu sein für den Staat?
Sinn: Der Staat soll ihr durch Konjunkturprogramme helfen - aber diese nicht nach Gusto zuschneidern auf einzelne Firmen, die besonders stark im Fokus der Medien sind.
sueddeutsche.de: Im Einzelfall sollte der Staat die Unternehmen lieber in die Pleite gehen lassen?
Sinn: Die Alternative ist: Opel oder viele kleine mittelständische Betriebe in die Insolvenz gehen zu lassen. Das sollte nicht der Staat entscheiden, sondern der Markt. Die Kunden entscheiden über den Nutzen einer Ware, sie tragen das Geld dort hin, wo der Nutzen am größten ist. Wir haben unser Portemonnaie (hält seine Geldbörse hoch), darin gibt es Stimmzettel, und diese Stimmzettel geben wir permanent irgendwo ab und bestimmen dadurch, welche Waren wir wollen.
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Gysi gegen Lafontaine
Es gibt auch Unternehmen, welche sich durch die Kurzarbeitsregelung bereichern. Ich kenne einige Unternehmen, die zwar nach wie vor gut laufen, aber trotzdem den Arbeitnehmern Kurzarbeit auferlegen. Die Arbeitnehmer müssen hier weitaus mehr leisten als vor der Krise, verdienen diesbezüglich aber auch weniger Geld und das Unternehmen macht einen höheren Gewinn.
da kann ich Ihnen vollkommen Recht geben !
jetzt auf einmal meldet sich Herr Sinn zu Wort und kann im kleinsten Detail aufzählen wer Schuld ist und woran es gelegen hat. Komischerweise war doch auch vor der Krise bekannt wie der Hase läuft und wie das System funktioniert, aber da hat sich keiner zu Wort gemeldet und alle noch die Fahne des Neoliberalismus hochgehalten.
Wofür gibt es denn diese Wirtschaftsweisen und Experten ?!
Später kann ich mich auch hinstellen und Fehler aufzählen und selbst jetzige Wirtschaftsprognosen wie Wirtschaftswachstum pendeln von Institut zu Institut von -3% bis 0% und zu + 0,5 %....
Egal wie man es dreht und wendet gibt es nur EINEN großen Verlierer und das ist der Mittelstand fast aller Industrienationen, hier in Deutschland also der Durchschnittsbürger und brave Steuerzahler. Denn andere haben die Krise schon wieder zum Kasse machen genutzt und zb. sich jetzt schon duch 10 fach gestiegene
Akitenkurse sanieren können und durch cleveres taktieren am Subventionstopf bereichert.
Von der DAX-Konzern-Hörigeit besonders der Kanzlerin und CDU will ich garnicht mal sprechen. Nichts aber auch garnichts hat , konnte oder wollte man durchsetzen um den Größenwahn an Gehälter und Boni-Zahlungen zu verhindern ! Nur durch etwas Druck aus der Presse konnte man wenigstens Gehaltsobergrenzen bei zb. der Commerzbank oder alle anderen vom Staat direkt unterstützten Konzerne einführen.
Aber wir sind doch schon wieder so weit das sich Aufsichtsrats-Vorsitzende (zb. Herr Dr. Chromme) groß in Tageszeitungen darstellen und GEGEN Obergrenzen von Gehältern von Vorständen sich einsetzen und niemand scheint es noch aufzuregen , das diese Herren sich das überhaupt trauen ist schon skandalös genug. Das die Gier bei solchen Leuten nie abgerissen hat war jedem vernünftigen Menschen sowieso klar !
Aber bei normalen Arbeitnehmern wird die Gunst der Stunde genutzt und auf Lohnverzicht propagiert oder sonst mit Werksschliessungen , Arbeitsplatzabbau gedroht .
Sowas asoziales schimpft sich also Führungselite , na dann gute Nacht !
Verkehrte Welt wenn einerseits mit Verzicht argumentiert wird bei kleinen Arbeitnehmern und dann gefordert wird das fette Vorstandsgehälter und Boni doch bitte so sein müssten für den Anreiz und den tollen Job da oben .....das kann wohl nur purer Sarkasmus sein ! Aber bei vielen Normalbürgern scheint es genug Obrigkeitsdenken zu geben und Leute die denen das auch noch abkaufen , schlimm genug ....
Es ist mir schleierhaft, wie man diesen sog. "Experten" weiterhin in den Medien ein Forum bietet. Vor einigen Jahren noch war er einer der Protagonisten des Neoliberalismus und als einer der Meinungsmacher der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ständig Gast in diversen Talk-Shows und nun argumentiert er genau entgegengesetzt wie damals.
Solche Personen wie er waren es doch, die eine Liberalisierung der Finanzmärkte vorangetrieben haben und damit die Politik in ihrer Gesetzgebung massiv beeinflusst haben.
Und nun prangert er urplötzlich den "Casino-Kapitalismus" an und ist sich wohl seiner Worte von damals nicht mehr bewusst, nach dem Motto:" Was schehrt mich mein Geschwätz von gestern". Eben ein typischer Fall von Opportunist mit retrograder Amnesie, der heute um 180 Grad entgegengesetzt argumentiert wie noch vor einigen Jahren !
Was Herr Prof. Sinn äußert scheint mir den Tatsachen zu entsprechen ...
Ich hatte das Glück Ihn in Dachau live zu hören bei der Veranstaltung der Wirtsachftsjunioren und ich kann nur sagen das absolut Alles ist schlüssig und stichhaltig.
Auch wenn Seine Äußerung "...das sei alles erst ein 1/4 von dem Was noch so auf uns zukommt ..." schon etwas ängstigt bin ich froh das Leute wie er die Wahrheit sagen (entgegen vieler Politiker).
Ich hoffe er wird es nicht müde diese Position ständig zu vertreten und dies immer und immer wieder zu tun. Die Politk wäre meiner Meinung nach gut beraten auf diese Stimme mehr zu hören .... Oder besser noch solche Leute bräuchte die Politik !
Beste Grüße aus München
Sehr geehrte Ersteller dieses Beitrages,
wie können Sie denn einem Wissenschaftler der seit dem die ersten Anzeichen der Krise immer das falsche erzählt und prognistiziert hat. Herr Sinn windet sich doch wie ein Wurm, es wird ja nun eindeutig das das alles nur lustiges Rätselraten ist, was die Herren vom Ifo und den anderen 5 Instituten veranstalten, Sie sollten mal lieber ein Beitrag machen, wieviel Vorhersagen bzw. Prognosen der Superherren den eingetroffen sind. Das wird dann wahrscheinlich sogar noch unter der Wahrscheinlichkeit von Zufall liegen, d.h. die Herren haben schlechter geraten als wenn Sie ein Münze geworfen hätten.
Paging