Hurun-Ranking der Milliardäre 1453 Milliardäre sind so reich wie ganz China

Luxus-Shopping in Hongkong: Chinas Reiche werden reicher

(Foto: AFP)

Das erste globale Milliardärsranking aus der Volksrepublik zeigt: Jeder zweite Superreiche stammt entweder aus den Vereinigten Staaten oder aus China. Und viele Milliardäre sind nicht aufzutreiben.

Von Marcel Grzanna, Shanghai

Asien ist ein gutes Pflaster für Unternehmer mit großen Ambitionen. Kein anderer Kontinent beherbergt derart viele Dollar-Milliardäre. Mindestens 608 von weltweit 1453 sollen es sein, hat die Hurun Global Rich List 2013 in Shanghai offenbart. Vor allem die Volksrepublik China, Hongkong und Macau sind Asiens Horte der Superreichen. 317 sind es dort insgesamt, nur in den Vereinigten Staaten leben mit 409 Milliardären noch ein paar mehr. Damit stammt die Hälfte aller Mitglieder des "Neun-Nullen-Klubs", wie die Ansammlung der vermögendsten Menschen der Welt auch genannt wird, aus den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Und doch hängt ein Mexikaner alle ab. Carlos Slim bleibt vorne mit 66 Milliarden Dollar Vermögen, angehäuft in der Telekommunikationsbranche.

Bislang gab das US-Magazin Forbes mit seiner globalen Reichenliste den einzigen Maßstab für Reichtum auf der Welt vor. Der Hurun-Report hatte sich in der Vergangenheit lediglich auf die Volksrepublik China konzentriert. Die Global Rich List 2013 ist die erste umfassende internationale Statistik des Unternehmens über die Verteilung der Milliarden weltweit.

Hurun-Chef Rupert Hoogewerf gibt sich jedoch keinen Illusionen hin. Die Liste, sagt er, sei unvollständig: "Auf jeden Milliardär, den wir auflisten, kommen schätzungsweise zwei, die wir nicht gefunden haben." Realistisch gesehen bedeutet das, dass die Liste eigentlich mehr als 4000 Namen enthalten müsste. Auch Forbes kann bei seinem Jahres-Rating nur einen Teil der Namen angeben. Für die 1453 Milliardäre, die Hurun ermittelt hat, gilt jedoch, dass deren Vermögen am Stichtag der Berechnung, dem 17. Januar, zusammen 5,5 Billionen Dollar betragen hat. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt Chinas.

Der reichste Chinese ist mit 32 Milliarden Dollar Li Ka-Shing, der 84-Jährige stammt aus Hongkong. Reichster Mann der Volksrepublik ist der Unternehmer Wang Jianlin, er hat den Mischkonzern Wanda gegründet, sein Vermögen taxiert Hurun auf 12,5 Milliarden Dollar.

Hinter Spitzenreiter Carlos Slim folgen US-Investor Warren Buffett mit 58 Milliarden Dollar, der Besitzer der spanischen Modekette Zara, Amancio Ortega, mit 55 Milliarden und Microsoft-Gründer Bill Gates mit 54 Milliarden. Die erste Deutsche auf der Liste ist auf Rang 16 Aldi Süd Karl Albrecht, auf Platz 36 folgen Versandhändler Michael Otto und die Aldi-Nord-Erben mit jeweils 18 Milliarden Dollar. Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland) hat laut Hurun 16 Milliarden Dollar, das Vermögen der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten wird auf 13 Milliarden geschätzt.

Die erfolgsversprechendste Branche ist der Immobilienmarkt. 219 aller Milliardäre haben dort ihr Geld verdient. Technologie, Medien und Telekommunikation folgwn auf Rang zwei mit 200 Unternehmern. Als reine Investoren bezeichnen sich 169 Milliardäre.

Das Durchschnittsalter der Liste beträgt 63 Jahre. Zehn Prozent der Namen sind weiblich. Hinter Russland (84 Dollar-Milliardäre) belegt Deutschland mit 61 Neunstelligen den vierten Platz in der Länderwertung. Elf der deutschen Milliardäre leben in Hamburg - so viele wie in keiner anderen deutschen Stadt. Der Ort mit den meisten Superreichen weltweit ist jedoch Moskau, in der russischen Hauptstadt haben 76 von ihnen ihr Domizil. In New York leben laut Hurun-Liste immerhin noch 70 Milliardäre.