Rohstoffe billiger - und Essen teurer: Bald werden eine Milliarde Menschen Hunger leiden, schätzt die Welternährungsorganisation.
Die Weltwirtschaftskrise verschlechtert die Ernährungslage in vielen Entwicklungsländern. Hilfsorganisationen und die Welternährungsorganisation FAO warnen davor, dass die Zahl der Hungernden schon in den nächsten Monaten deutlich über eine Milliarde ansteigen dürfte, noch bevor die Krise die armen Länder mit voller Wucht erfasst hat.
"Die Gefahr ist groß, dass wir bereits im zweiten Halbjahr auf eine neue Hungerkrise zusteuern" (© Foto: Reuters)
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"Die Gefahr ist groß, dass wir bereits im zweiten Halbjahr auf eine neue Hungerkrise zusteuern", sagte Marita Wiggerthale von Oxfam Deutschland der Süddeutschen Zeitung. Die FAO geht sogar davon aus, dass ein weiterer Preisschock bei Lebensmitteln weitaus schlimmere Auswirkungen haben könnte als der zurückliegende.
"Ernährungskrise kommt zurück"
"Die Ernährungskrise ist längst nicht gebannt, im Gegenteil, sie kommt zurück," stellte auch Christopher Delgado, Agrarexperte der Weltbank, vor kurzem fest. Beunruhigend sei vor allem die wachsende Kluft zwischen den Weltmarktpreisen für Weizen, Mais und anderen Grundnahrungsmitteln und dem, was die Menschen in armen Ländern vor Ort für Lebensmittel zahlen müssten.
Neue Daten der FAO belegen, dass die Preise für Nahrungsmittel in vielen Entwicklungsländern seit den Hochständen im vergangenen Frühjahr kaum gesunken, sondern teilweise sogar noch gestiegen sind. Und das, obwohl die Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe innerhalb der vergangenen zwölf Monate zum Teil deutlich nachgegeben haben.
Im zentralamerikanischen Panama etwa kostete Mais im Februar 22 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, obwohl die Notierungen an den Rohstoffbörsen im gleichen Zeitraum um mehr als 30 Prozent sanken. In Zentralafrika, im Kongo, verdoppelte sich der Preis für importierten Reis nahezu, während die Notierungen im internationalen Handel um ein Drittel abrutschten. In Asien, auf den Philippinen, zahlten Verbraucher für Reis etwa 20 Prozent mehr als im Februar 2008. Diesen Vergleich macht eine Suchmaschine möglich, die die FAO seit wenigen Tagen auf ihrer Homepage www.fao.org veröffentlicht.
"Menschliche Krise"
Die Ursachen für die steigenden Lebensmittelpreise sind vielschichtig. Eine entscheidende Rolle spielen nach Angaben von FAO-Experten die schwachen Währungen vieler armer Länder, die zum Dollar kontinuierlich an Wert verlieren. Das verteuert die Importe von Lebensmitteln, weil der internationale Rohstoffhandel nahezu ausschließlich auf Basis der US-amerikanischen-Währung abgewickelt wird. Erheblich gestiegen sind außerdem die Preise für Düngemittel. Hinzu kommen schwache Ernten oder Ernteausfälle. Viele der ärmsten Länder leiden besonders unter den Folgen der Erderwärmung. Extreme Trockenheit oder Überschwemmungen gefährden die Eigenversorgung der Bevölkerung und lassen die Abhängigkeit von Importen weiter wachsen.
Vielen der ärmsten Länder werden möglicherweise schon in diesem Jahr nicht mehr genügend Devisenreserven haben, um etwa teure Nahrungsmitteleinfuhren zu bezahlen. Weltbank-Chef Robert Zoellick fordert deshalb von den Industrieländern, einen speziellen Krisenfonds für die Entwicklungsländer aufzulegen, um zu verhindern, "dass aus der Finanzkrise eine wirtschaftliche, menschliche und politische Krise wird", die weltweit verheerende Folgen hätte.
Noch vor einem Jahr stand das Hungerproblem bei Treffen führender Staatsoberhäupter ganz oben auf der Agenda. Mühsam rang sich die Staatengemeinschaft zu einem Hilfsfonds in Höhe von 12,3 Milliarden Dollar durch, um eine Nahrungsmittelkrise abzuwenden - ein verschwindend geringer Betrag im Vergleich zu den billionenschweren Hilfspaketen, die inzwischen zur Rettung der Weltwirtschaft geschnürt wurden. Von den versprochenen Mitteln für die Lösung des Ernährungsproblems wurde dagegen nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam bislang nur ein Bruchteil überwiesen.
(SZ vom 26.03.2009/hgn)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Asche auf mein Haupt. Aber was Sie mir da unter die Nase halten, ist reine Euphorie und die Ohnmacht, nichts ändern zu können, da Andere an den Hebeln sitzen. Da Sie in Afrika Tourist gespielt haben. Nun, was Sie da heute sehen, habe ich vor dreißig Jahren schon gesehen. Geändert hat sich nichts. Weder in Afrika, noch in Südamerika. jede politische Bewegung wird kalt gestellt, denn Kanonenfutter gibt es dort genug. Aber kurzsichtig durch die Gegend gondeln und dann meinen den Stein der Weisen gefunden zu haben. Das Geschwür läßt sich nur einheimisch lösen. Von Ausbeutung ist keine Rede, den schließlich ist der Machthaber, der zu den geforderten Preisen verkauft. Und Tabak. Welche Raucher sollen damit verwöhnt werden. Und unter uns gesagt: Es ist schön,wenn Sie sich engagieren, aber passen Sie auf, wenn Sie trotz Globalisierung Ihr tägliches brot so teuer wird, daß Sie es in Europa nicht bezahlen können. Und die genannte EPA. Die Entschuldigung der Industriestaaten. Wie Kasawubu und Lumumba aufeinander losgingen und die UNO den Mord nicht verhinderte, da war es in Nigeria, Sudan, Äthiopien uuu. Sehr ruhig. Und alle hatten zu essen. Also von den Kolonialzeiten schon sehr weit entfernt. Und auch Europa brauchte nicht so viele Importe aus Afrika. Und dann kam der BOOOOM. Das Resultat sehen Sie heute.
Der Titel stimmt,es sind nicht nur die alten Industrienationen,es sind auch die neuen daran beteiligt. Leider ist die Rolle des kommunistischen Chinas nicht richtig gewuerdigt, es versorgt alle Despoten mit Waffen und Ausruestung die dazu dienen,die eigenen Voelker zu knechten und auszusaugen.Danach werden die Maerkte mit China Schrott zugemuellt,wer aufmuckt wird mit hilfe Chinesischer Freunde zur Strecke gebracht.Dazu hoert man von Attac und anderen nicht viel,fuer sie sind nur die USA und Europa der Feind. Der Groesste Feind der Afrikanischen Voelker sind Ihre Schwarzen Despoten,die schlimmer hausen und wueten,wie die alten Kollonialherren es je vermochten.
Ihre Tirade musste ich jetzt wirklich dreimal lesen, um zwischen den Beleidigungen noch ein Argument zu finden.
Sie behaupten also, dass die Krise, die Ihrer Ansicht nach nur auf diebische Staatschefs und faule Afrikaner ("Bettler"?) zurückzuführen ist, längst gelöst, wäre, wenn die Spender sie nicht dauernd auf erträglichem Niveau halten würden.
Hierzu wäre Ihnen zu empfehlen, sich mal mit "terms of trade" zu beschäftigen, mit den sogenannten European Partnership Agreements, sowie mit der Frage, ob es ethisch ist, zur Erziehung von Staatschefs tausende Tote in Kauf zu nehmen.
Hochachtungsvoll.
Ihre Sicht scheint mir zu einseitig. Das alte Bild von dem "armen Mann Afrika, der bettelnd dem weißen Mann seine offene Hand hinhält". Sicherlich ist da ein wahrer Kern dran, aber nicht jedes afrikanische Land hat korrupte Staatschefs, oder solche, die sich nicht um das Wohl ihres Volkes kümmern!
Diejenigen, die sich in Organisationen engagieren, die in irgendeiner Weise versuchen den Menschen vor Ort zu helfen sind die wenigen, die versuchen eine riesengroße Ungerechtigkeit in ihren Folgen zu mindern. Und es ist wirklich ein Glück, daß es auch solche Leute gibt - vielleicht auch ein Glück für diejenigen, die schamlos ihr Geld an den Entwicklungsländdern verdienen. Denn ein kranker Landwirt, um den sich irgendeiner kümmert, der kann immerhin noch mehr produzieren als ein bereits toter Landwirt. Das muß ich jetzt so direkt schreiben, weil mir allmählich der Kopf vor Wut kocht! Ich bin zwei Monate lang tagtäglich durch malawische Dörfer geradelt, udn was ich in diesem an sich friedlichen Land gesehen habe, das ist eine Schande. Überall herrliche Tabak- oder für den Export bestimmte Maisfelder, aber die Menschen haben nichts. Absolut gar nichts, außer ein maoders Dach über dem Kopf und zerissener Kleidung am Leib. Die Kinder voller Krätze, aber einen Arzt kann man sich nicht leisten, die Hütten sind leer. Vielleicht eine modernde Decke, vielleicht besitzt das ganze Dorf einen Stuhl und ein paar Platikschalen. Und dann hocken sich hier diese fetten arroganten Staatschefs und Industriechefs hin und tun so, als wenn sie die heiligen Samariter wären, und alles ein verschulden der afrikanischen Staatsmänner wäre oder alles mit ein bißchen Gentechnik zu retten wäre. Derweil gehen sie doch alle drei Hand in Hand. So, dieser verbale Ausrutscher wars mir wert!
Vielleicht decken die Feullitons mit ihren Berichten über korrupte Staatschefs eine Seite der Frage ab, warum es eine solche Misere in den Entwicklungsländern gibt. Vielleicht deckt die eigene Erfahrung auch die andere Seite ab. Die Gelder der Staatschefs allein könnten die Landwirtschaft nicht reparieren, solange der Rest nicht stimmt. Und da muß einmal endlich eingestanden werden, daß wir Industrieländer unseren Anteil an der Misere haben. Der Regisseur eines sehr interessanten Films hat einmal gesagt: "Nach hunderten von Jahren der Sklavarei und der Kolonialisierung in Afrika ist die Globalisierung der afrikanischen Märkte die dritte und tödlichste Demütigung für die Menschen dieses Kontinents". Beipiel Tabakproduktion. Die besten Felder werden dafür genutzt, die Einheimischen investieren übermäßig viel Geld in Saatgut und Düngemittel die überwiegend den großen bekannten europäischen und amerikanischen Firmen entstammen. Das meiste Geld für den Export des Tabaks in die Industrienationen geht an die Zwischenhändler. Die Landwirte dagegen, oft Analphabeten, die noch nie etwas von Buchführung gehört haben machen ein enormes Minusgeschäft - sowohl in finanizieller Hinsicht als auch sonstiger: denn die Arbeitskraft wird nicht in die Produktion von Gütern gesteckt die den Menschen vor Ort direkt zukommen, und die Böden werden schlicht und einfach bis an ihre Grenzen ausgelaugt. Das gleiche Spiel mit Rohrzucker, mit "Biodiesel", Soja, etc. und anderen Ressourcen, wie Gold, etc. Beim letztjährigen EU-Afrika-Gipfel in Lissabon legten die Zeitungen ja nur Wert darauf unsere liebe Kanzlerin zu rühmen, weil sie Mugabe kritisiert hat. Das es in den Verhandlungen um die European-Partnership-Agreements ging, gegen die sich weit mehr Afrikanische Staatspräsidenten gestellt haben als nur Mugabe, und um was es dabei überhaupt ging, davon berichteten die Zeitungen natürlich nicht. Es sind da schon beide Seiten Schuld. Daß jetzt genau in diesem Moment die Menschen in ihren armseligen Hütten verhungern - wen kümmert das schon. Afrika ist weit weg!
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