Nach Geschäftsführer Sälzer verlässt auch der Aufsichtsratsvorsitzende Giuseppe Vita das Modelabel Hugo Boss. Er hatte sich zuletzt im Poker um eine schuldenfinanzierte Dividendenerhöhung durchgesetzt.
Nach Unternehmenschef Bruno Sälzer hat auch der Aufsichtsratvorsitzende der Modefirma Hugo Boss seinen Rücktritt angekündigt. Er habe die Aufgabe seines Postens aufgrund anderweitiger Verpflichtungen schon seit längerem geplant, erklärte Giuseppe Vita im schwäbischen Metzingen. Vita, der seit dem Jahr 2000 an der Spitze des Aufsichtsrats steht, verlässt das Kontrollgremium Ende Juni. Die Wirtschaftswoche hatte in ihrer aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, Vita wolle den Kurs des neuen Mehrheitsaktionärs Permira nicht mittragen.
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Rückzug in unruhigen Zeiten: Giuseppe Vita verlässt das Modelabel Hugo Boss. (© Foto: ddp)
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Mitte Februar hatte bereits Sälzer das Unternehmen wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Geschäftspolitik" verlassen. Hugo Boss wird seit Sommer vergangenen Jahres vom Finanzinvestor Permira kontrolliert, der die Mehrheit an der Hugo-Boss-Mutter Valentino übernommen hatte.
Verantwortung für Dividendenerhöhung
Vor kurzem hatte der Investor eine schuldenfinanzierte Erhöhung der Dividende durchgesetzt. Die Ausschüttung in Höhe von 345 Millionen Euro floss zu mehr als 70 Prozent an den Großaktionär Valentino Fashion Group (VFG). VFG kann dadurch die Schuldenlast senken, die Permira der Firma bei der Übernahme im vergangenen Jahr aufgebürdet hatte. Dabei hatten die Arbeitnehmervertreter gegen die Dividende votiert. Mit dem Doppelstimmrecht von Giuseppe Vita hatte sich die Eigentümerseite jedoch durchgesetzt.
Die Arbeitnehmer hatten Permira eine Beschäftigungsgarantie für Hugo Boss abringen wollen, außerdem sollte sich der Finanzinvestor festlegen, keine weiteren Sonderdividenden auszukehren. An diesem letzten Punkt waren die Verhandlungen gescheitert.
(sueddeutsche.de/afp/dpa/jkf/jkr)
Großprojekte in Berlin
die Heuschrecken bekommen von den Banken kein Geld mehr, also
drehen sie den Spiess um und quetschen ihre Beteiligungen aus wie
eine Zitrone.
Ich weiss dass es nach US GAAP beschraenkungen bei der Ausschuettung gibt,
kenne aber HGB und AktG zuwenig um dies beurteilen zu koennen.
Denke wohl aber, dass erst bei einer Ueberschuldung die Sache heikel wird.
Einziger Ausweg: Aktie verkaufen, schliesslich will der Investor irgendwann
mit Gewinn verkaufen, und wenn er es nicht tut bleibt er auf der Firma sitzen.
Gut beschrieben.
Ein Manager der Siemens AG hat so ganz nebenbei eine Firma mit dem schönen Namen:
Pecunia Ltd.
Wo die wohl sitzt.....
seinen Posten?
Ein Aufsichtsratschef entzieht dem Unternehmen absichtlich Kapital und nimmt dann seinen Hut?
pecunia non olet.
Zitat: Vor kurzem hatte der Investor eine schuldenfinanzierte Erhöhung der Dividende durchgesetzt. - Doppelstimmrecht von Giuseppe Vita
Wieder ein Beweis dafür, daß das deutsche Aufsichtsratswesen keinen Schuß Pulver wert ist. Aber das habe ich ja schon seit 1999 immer wieder kritisiert.
Auch wenn ich noch nie seiner Meinung war: Zähneknischend muß ich dem alten Sozi Münte recht geben, wenn er diese Zeitgenommen so bezeichnet, wie er es getan hat.
Wie lange diese Firma noch existieren wird, kann man an den fünf Fingern abzählen!
Ich sehe die Zerschlagung dieser Firma und das befürchten die dort Beschäftigten auch.