Der Männermarkt wird aufgemischt: Der Nivea-Hersteller Beiersdorf will die männliche Kundschaft noch stärker erobern - und auch weiterhin von den Wachstumsmärkten Russland, Brasilien und Indien profitieren.
Kosmetikartikel für Männer entwickeln sich zum Verkaufsschlager des Nivea-Produzenten Beiersdorf. Nach dem Erfolg von Antifaltencremes und Gesichtsbalsam soll nun Schminke für Männer ins Angebot genommen werden, wie der Hamburger Konzern am Donnerstag ankündigte.
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Nivea - ein Klassiker aus dem Hause Beiersdorf. (© Foto: AP)
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"Männer wollen attraktiv sein, weil das Erfolg bedeutet", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Marke Nivea for Men macht bereits ein Fünftel des Nivea-Umsatzes von 3,5 Milliarden Euro aus und wächst mit 18 Prozent jährlich schneller als der Markt.
Zuwächse bei Umsatz und Gewinn angepeilt
Nivea steuert damit zwei Drittel des Konzernumsatzes bei, der 2007 um fast acht Prozent auf 5,5 Milliarden Euro kletterte. An dem Gewinn von 442 Millionen Euro im Jahr des 125. Firmenjubiläums sollen die Aktionäre durch eine um zehn auf 70 Cent erhöhte Dividende profitieren. Für 2008 kündigte Beiersdorf weitere Zuwächse bei Umsatz und Gewinn an.
Hohe zweistellige Wachstumsraten bei den Erlösen erzielte der von dem Handelskonzern Tchibo kontrollierte Kosmetikhersteller im vergangenen Jahr in Schwellenländern, wo der Absatz von Hautcremes und Shampoos nach oben schnellt. Allen voran legte das Geschäft in China um 45 Prozent zu, gefolgt von Russland mit plus 44 Prozent und Indien mit 34 Prozent. In Brasilien erreichte Beiersdorf einen Zuwachs von 22 Prozent. Für 280 Millionen Euro hatte Beiersdorf jüngst den chinesischen Shampoohersteller C-Bons gekauft, der sein Wachstum 2008 weiter beschleunigen soll.
Lahmender Heimatmarkt
Dagegen schwächelt der Umsatz auf dem Heimatmarkt. "Wir haben in Deutschland 2007 das hohe Wachstumstempo, das wir weltweit hingelegt haben, nicht halten können", räumte Finanzchef Bernhard Düttmann ein. Beiersdorf werde alles tun, um diese Aktivitäten zu beschleunigen. Im vergangenen Jahr verharrte der Umsatz der größten Sparte für Konsumartikel bereinigt um Sondereffekte hierzulande bei 925 Millionen Euro.
Während die Erlöse in Westeuropa um vier Prozent auf 1,8 Milliarden Euro kletterten, legten sie in Osteuropa um 28 Prozent auf 550 Millionen zu. In Nordamerika, wo Beiersdorf sich von seinem ertragsschwachen Pflastergeschäft trennte, fiel der Zuwachs mit fünf Prozent auf 300 Millionen Euro ebenfalls vergleichsweise mager aus.
Zusätzlichen Schwung soll neben neuen Produkten der Abschluss des Konzernumbaus bringen, der bislang die Bilanz belastete. Der durch Marken wie Nivea, tesa und Hansaplast bekannte Konzern mit 21.100 Beschäftigten hatte sich in den vergangenen Jahren von mehreren kleineren Auslandsgesellschaften getrennt. Zuletzt war das Zentrallager in Hamburg an den Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel verkauft worden. Personal sei in diesem Zusammenhang nicht in größerem Umfang abgebaut worden, hieß es. "Wir haben die Restrukturierung gemacht, als sie nötig war, und nicht erst, als sich die Probleme aufgetürmt haben", sagte Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas.
Der Düsseldorfer Henkel-Konzern will trotz eines Rekordgewinns im vergangenen Jahr bis 2011 weltweit 3000 Arbeitsplätze abbauen.
Zu Spekulationen über einen Börsengang von Tesa, sagte Quaas: "Tesa ist für Beiersdorf ein Asset und dort gut aufgehoben." Pläne über konkrete Veränderungen gebe es nicht. Zu Zukäufen sagten die Manager, solche würden sorgfältig geprüft. "Wir haben es nicht nötig zu akquirieren, wenn organisches Wachstum möglich ist." Die Beiersdorf-Aktie lag bis Donnerstagnachmittag wenig verändert bei knapp 53 Euro.
(Reuters/dpa/sme/mel)
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