Man holt sie bei Nachfolgeproblemen oder akutem Finanzbedarf.

Die Börse ist nicht der einzige Weg, um sich an Unternehmen zu beteiligen. Wenn Investoren außerhalb der Börse Firmen ganz oder teilweise übernehmen, wird dies unter dem Begriff Private Equity zusammengefasst.

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Über Private-Equity-Fonds sammeln spezialisierte Gesellschaften Geld von Investoren ein; meist sind die Geldgeber vermögende Privatpersonen oder Vermögensverwalter wie Versicherer, Pensionsfonds oder Banken.

Begrenzter Zeitraum

Das Fondsmanagement sucht dann geeignete Investitionsobjekte. Ziel ist es, Unternehmen für eine begrenzte Zeit finanziell zu unterstützen - meist mit einer Mehrheitsbeteiligung - um die Anteile später mit Gewinn weiter- zuverkaufen.

Der so genannte exit (Ausstieg) erfolgt häufig über einen Börsengang. In den vergangenen Jahren verkauften Private-Equity-Fonds Beteiligungen jedoch immer häufiger an andere Finanzinvestoren. Über diese trade sales werden heute rund 40 Prozent aller von Finanzinvestoren gekauften Firmen abgestoßen.

Nach der Situation der übernommenen Firmen werden mehrere Typen von Beteiligungen unterschieden. Als Venture-Capital-Investments bezeichnet die Branche die Finanzierung junger Unternehmen, wobei noch einmal zwischen Frühphasenfinanzierung (early stage) und Beteiligungen in späteren Phasen (later stage) des Wachstums differenziert wird.

Die zweite große Kategorie der Private-Equity-Beteiligungen sind Buyouts. Fonds, die sich darauf spezialisieren, kaufen reife Unternehmen auf oder übernehmen Abspaltungen (spin-offs) von Konzernen.

Häufig wird bei diesen Übernahmen auch das alte oder neue Management der gekauften Firma am Kapital beteiligt, man spricht dann von einem Management Buyout. Weil die Käufer meist in großem Umfang Fremdkapital als Hebel einsetzen, ist auch von Leveraged Buyouts die Rede.

Für die Zielunternehmen wiederum gibt es sehr unterschiedliche Anlässe, Finanzinvestoren an Bord zu nehmen. In Deutschland geht es häufig darum, die Nachfolge in Familienunternehmen zu regeln, wenn sich die Gründer und Eigner aus Altersgründen zurückziehen.

Bei den bereits erwähnten Spin-Offs trennen sich Konzerne von Bereichen, die sie nicht mehr zu ihrem Kerngeschäft zählen. Ein weiterer Anlass, eine Private-Equity-Gesellschaft an Bord zu holen, ist schlicht dringender Finanzbedarf: entweder, weil eine Expansionsstrategie finanziert werden soll oder weil Sanierungsbedarf besteht. Bei Sanierungs-Buyouts kommt ein hoher Einsatz von Fremdkapital beim Kauf in der Regel nicht mehr in Frage. Schließlich kaufen Finanzinvestoren auch im Rahmen von Privatisierungen Unternehmen auf.

Wachsende Rolle

Allen Typen von Private-Equity-Beteiligungen ist gemeinsam, dass die Investoren eine begrenzte Zeit im Unternehmen bleiben, meist drei bis sieben Jahre.

Das unterscheidet die Finanzinvestoren von strategischen Investoren, etwa anderen Unternehmen der gleichen Branche. In den vergangenen zwei Jahren haben Finanzinvestoren in Europa und vor allem in Deutschland bei Übernahmen eine wachsende Rolle gespielt, weil strategische Käufer selten als Käufer auftraten. Sie waren meist damit beschäftigt, die Folgen von Konjunkturflaute und Börsen-Baisse zu überwinden.

2003 ging fast jedes fünfte verkaufte deutsche Unternehmen an Private-Equity-Investoren; im Jahr 2000 waren es lediglich 14 Prozent gewesen. Allerdings ist der Buyout-Markt in Deutschland verglichen mit dem angelsächsischen Raum noch immer klein. Im ersten Quartal wurden in Deutschland 13 Firmenkäufe abgeschlossen, in Großbritannien 41.

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(SZ vom 06.05.2004)