Der hessische Linke-Spitzenkandidat Willi van Ooyen über Abgaben für Millionäre, schlechte Prognosen für seine Partei bei der anstehenden Landtagswahl, warum Opel verstaatlicht werden sollte - und er kein deutsches Auto fährt.
Der Spitzenkandidat der hessischen Linken, Willi van Ooyen, will nicht nur den Autohersteller Opel verstaatlichen, sondern auch die Bereiche Wasser und Strom kontrollieren - und somit für die Angestellten mehr Mitbestimmung und Mitwirkung ermöglichen. Der 61-Jährige ist erst kürzlich der Partei beigetreten, für die er bei der anstehenden Landtagswahl kandidiert. Der gelernte Elektro-Installateur studierte in den siebziger Jahren Geschichte und Pädagogik in Frankfurt am Main. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Willi van Ooyen: "Einzelne Großkonzerne sind nicht in der Lage, vernünftige Produkte langfristig zu entwickeln." (© Montage: sueddeutsche.de)
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sueddeutsche.de: Herr van Ooyen, Sie fordern die Verstaatlichung von Opel - machen Sie damit den Oskar? Ihr Parteichef Lafontaine hatte erst kürzlich die Teilenteignung von Frau Schaeffler gefordert.
Willi van Ooyen: Nein, mit Blick auf die hessische Verfassung ist die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien möglich. Es lohnt sich ernsthaft darüber nachzudenken, wie denn - wenn schon staatliche Mittel eingesetzt werden - staatliche Mitwirkung aussehen kann. Es hat sich gezeigt, dass einzelne Großkonzerne nicht in der Lage sind, vernünftige Produkte langfristig zu entwickeln.
sueddeutsche.de: Gilt das auch für Opel?
van Ooyen: Sicher. In den USA ist erkennbar, dass sie keine Produkte entwickelt haben, die sinnvoll volkswirtschaftlich eingesetzt werden können.
sueddeutsche.de: Aber ist der deutsche Staat wirklich der bessere Autobauer?
van Ooyen: Nein, aber nicht notwendigerweise der schlechtere. Es geht darum, welche Innovationen und welche Kreativität eingebracht werden - und darum, dass man an allen Punkten die Mitbestimmung und die Mitwirkung ermöglicht. Die Frage des Profits darf nicht die dominante Größe sein.
sueddeutsche.de: Opel dürfte derzeit relativ billig zu haben sein - setzt die Linke deswegen auf die populistische Parole, dass der Staat jetzt übernehmen soll?
van Ooyen: Der Konzern ist nicht billig zu haben, der will relativ viel Geld als Bürgschaft vom Staat, damit er weitermachen kann. Der Staat darf da nicht alles unbesehen reingeben. Es geht darum, soziale und ökologische Kompetenzen neu zu begründen.
sueddeutsche.de: Was genau soll eine Verstaatlichung bringen?
van Ooyen: Die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Betrieben sollen nicht unter der Krise leiden, die sie nicht verursacht habent. Wir wollen die Arbeitsplätze erhalten und dafür sorgen, dass es sinnvolle Arbeitsplätze werden, die langfristig gebraucht werden.
sueddeutsche.de: Welches Auto fahren Sie?
van Ooyen: Einen Renault Twingo. Die Firma baut günstigere und verbrauchsärmere Autos. Außerdem brauche ich nur ein ganz kleines Auto, und der Twingo ist klein.
sueddeutsche.de: Warum keinen Opel?
van Ooyen: Weil ich auch in Frankreich ein wenig zu Hause bin. Ich habe zwei Seelen in der Brust.
sueddeutsche.de: Dann müssten Sie auch zwei Autos fahren, oder?
van Ooyen: Das kann ich nicht. Ich kann nur immer ein Steuer bedienen, das reicht mir völlig aus.
Lesen Sie weiter, welche Bereiche in staatliche Hand gehören - und warum die Deutsche Bank eine Genossenschaftsbank werden soll.
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Wenn ein Interview derart einseitig und suggestiv geführt wird, muß man das sagen können. Das ist freie Meinungsäußerung. Pressefreiheit darf nicht nur für die Zeitung gelten.
Ab und an wir hier beklagt dass der real existierende Kommunismus diktatorisch war. Das stimmt sicher, aber wer sagt dass er ein solches System will.
Außerdem ist es demokratisch wenn wir alle 4 Jahre wählen und sich die Parteien einen Dreck um unsere Meinung scheren?
Ist das Demokratie wenn die Regierung dinge beschließt die von ca. 70 %der Bürger abgelehnt wird? Und diese Ablehnung besteht (z.B. bei Afghanistan-Krieg, AKWs) obwohl fast alle Medien versuchen die Menschen im Sinne der Obrigkeit zu beeinflussen.
Lieber Erwin-33,
selbstverständlich haben wir nichts gegen Kritik einzuwenden, nur sollte man dann doch auf persönliche Angriffe verzichten, finden Sie nicht?
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Kein Wunder. Kritik mögen auch SZ Journalisten nicht. So etwas wird zensiert.
Aber es bleibt dabei, kurzgefasst das Interview ist Journalismus unterhalb der Gürtellinie und wäre normalerweise nur in BILD vostellbar. Es wird Zeit darüber nachzudenken ob man die SZ noch lesen kann, oder ob der Grad des "uns Leser für blöd verkaufens" nicht schon zu weit fort gschritten ist.
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