Schuld an der Misere von Hertie hat vor allem der Eigentümer: Er bürdete dem Unternehmen eine so hohe Mietbelastung auf, dass das Management kaum handlungsfähig war.
Investoren, die sich im Warenhausgeschäft engagieren wollen, wird es angesichts des großen Angebots allmählich schwindelig: Der Metro-Konzern möchte Kaufhof loswerden, Arcandor sucht einen Partner für seine Karstadt-Häuser, und jetzt ist auch noch Hertie im Angebot.
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Doch während Kaufhof zumindest die Kapitalkosten erwirtschaftet und Karstadt nach schwierigen Zeiten allmählich Tritt fasst, ist Hertie ein Insolvenzfall. Schuld daran trägt vor allem der Haupteigentümer, die Finanzfirma Dawnay Day.
Die Briten haben sich verzockt: Sie spalteten das Unternehmen in eine Handels- und Immobiliengesellschaft und bürdeten ihm eine so hohe Mietbelastung auf, dass das Management kaum handlungsfähig war.
Gute Rendite für kurze Zeit
Es war zu wenig Geld da, um die unattraktiven Verkaufsräume zu modernisieren. Dafür konnten sich die Investoren für kurze Zeit über eine gute Rendite freuen.
Aber auch die Geschäftsführung hat die Misere mitverschuldet. Die Abnabelung vom früheren Eigentümer Karstadt zog sich mehr als zwei Jahre hin. In der Personalpolitik gab es keine Kontinuität - mit der Folge, dass immer wieder Kurswechsel vollzogen wurden.
Das verwirrte Kunden und irritierte Lieferanten, von denen manche aus Sorge um ihr Geld vom ersten Tag an nur gegen Bankgarantie lieferten.
Wenn es überhaupt eine Chance für Hertie gibt, dann nur in abgespeckter Form. Wieder werden Filialen auf der Strecke bleiben und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren.
Das ist besonders bitter, weil die Beschäftigten bereits auf viel Geld verzichtet haben. Bis vor kurzem arbeiteten sie noch zu Bedingungen des vom ehemaligen Eigentümer Karstadt vereinbarten Sanierungstarifvertrags.
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(SZ vom 01.08.2008/hgn)
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Den Verbindlichkeiten von Hertie stand in der Bilanz ein stattliches Immobilienvermögen gegenüber. Der "edle Retter" hat also keine Verluste übernommen.
Die Heuschrecke hat nicht nur die wertvollen Immobilien versilbert und sie mit 100% Aufschlag an den ehemaligen Eigentümer Hertie vermietet, sondern Hertie auch noch Millionenbeträge für unerwünschtes "Consulting" in Rechnung gestellt.
Wie nutzlos das "Consulting" war, beweist das Ergebnis.
...warens also, und wieder nicht die Grashüpfer, die diese Mieten als raffgierige Plünderer in dem "...zu Bedingungen des vom ehemaligen Eigentümer Karstadt vereinbarten Sanierungstarifvertrags..." von den Werktätigen zunächst entbehrungsreich geretteten Unternehmen festgelegt hatten.
Eigentum verpflichtet.
Wer sich dieser Verpflichtung derart entzieht, sollte dieses Eigentum entzogen bekommen.
Bitter, aber anders werden wir's wohl nicht geregelt bekommen mit der anständigen Verteilung.
...ja, nee, iß klah.... Die Dividenden, über die sich die Anleger "wenigstens kurzfristig" freuen durften, kamen auch zustande, weil die Arbeitnehmerschaft - zum wievielten male in dieser Republik eigentlich? - zur Konzernrettung freiwillig auf Geld vezichtet hat!!!
Dem Privatvermögen der "Investoren" wird das wie immer keinen Abbruch tun. Aber neben alle dem "verschenkten" Geld stehen die Mitarbeiter nun auch noch (wie gehabt, wenn man sich Fälle der Vergangenheit betrachtet!!!) vor einer ungewissen Zukunft - während die Investoren bereits nach jemandem Neuem Ausschau halten, der ihr Geld Gassi führt - auf´s Börsenparkett...
Diesen zynischen, anti-sozialen Kapitalistenspielchen gehört die Rote Karte gezeigt - bevor uns dieser Wirtschafts-Karren allesamt vor die Wand fährt!
Rezession die um England keinen Bogen macht,hat nun Herthie erwischt,auch wenn die Wirtschaftsweisen immer andere Gründe ,wie hier die Mieten, vorschieben es ändert sich an den Ergebnissen nichts.
Bei den Amis sind schon einige Handelsketten pleite.
Woher wollen Sie das wissen das die Mieten zu hoch waren, nur weil das eine Person (Verdi-Gewerkschaftler) vor ein paar Tagen einmal gesagt hat und es alle wiederholen, wird es doch nicht gleich wahr.
Und wieso trägt die Hauptschuld der Investor, hat er nicht Verluste von zig Millionen Euro übernommen, wenn der Investor die alten Karstadt-Häuser mit dem noch älteren Markennamen Hertie nicht übernommen hätte wäre der Laden schon vor 3 Jahren dicht gewesen, so wie es Herr Middelhoff vorhatte, weil die einfach unrentabel waren. Der Investor hat dann auch noch Verluste übernommen, wenn die Geschäftsführung aber kein rentables Konzept umgesetzt bekommt, wo ist dann der Investor schuld.
Und an alle die hier rummeckern und einseitig die Fakten verdrehen, denken Sie mal an sich selber, wenn Sie irgendwo investieren und Sie merken das rentiert sich nicht, investieren Sie dann noch weiteres Geld, vielleicht noch aus dem Privatvermögen wie irgendwo zu lesen war? Wohl kaum.