Der deutsche Staatshaushalt steht nach dem ersten Halbjahr mit mehr als einer Milliarde Euro im Plus. Schon melden sich erste Interessenten für das Geld - doch der Finanzminister will eisern weiter sanieren.
Deutschland hat im ersten Halbjahr 2007 erstmals seit der Wiedervereinigung einen Haushaltsüberschuss erzielt. Damit steigen die Chancen, dass die Staatskassen auch im gesamten Jahr mit einem Plus abschließen. Der Schuldenberg der öffentlichen Hand könnte damit früher als geplant abgebaut werden.
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In den ersten sechs Monaten wiesen Bund, Länder, Kommunen und Sozialkassen zusammen einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro aus, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.
Grund sind vor allem sprudelnde Einnahmen und der Konjunkturboom. Trotz des Überschusses können Verbraucher und Unternehmen vorerst nicht mit weiteren Steuersenkungen rechnen. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) stellte unter Hinweis auf den gigantischen Schuldenberg klar, dass es in dieser Wahlperiode bis Ende 2009 keine weiteren Steuerentlastungen geben werde.
"Wer zum jetzigen Zeitpunkt Steuersenkungen fordert, setzt ohne rot zu werden die Politik fort, die in der Vergangenheit zu dem Schuldenberg von 1500 Milliarden Euro geführt hat", sagte er dem Handelsblatt. Auch Haushaltspolitiker der Koalition mahnten, es gebe keinen Grund zur Entwarnung, Seit der Wiedervereinigung hatte der Staat stets mehr ausgegeben als er eingenommen hat.
Nur im zweiten Halbjahr 2000 war wegen eines Sondereffekts aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen schon einmal ein Überschuss erzielt worden. Vor einem Jahr hatte das Staatsdefizit noch 23 Milliarden Euro betragen. Deutschland hatte von 2002 bis 2005 durchgehend die Defizitgrenze des Euro-Stabilitätspaktes von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) überschritten.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ergab sich nun sogar eine Überschussquote von 0,1 Prozent des BIP. Nach diesem Plus könnte bereits 2007 ein ausgeglichener Staatshaushalt ohne neue Schulden und sogar ein leichter Überschuss erreicht werden.
Anders als Bundesbank und Ökonomen geht Steinbrück bisher für 2007 aber weiterhin von einem Staatsdefizit von rund 0,5 Prozent des BIP aus. Die EU-Kommission rechnet mit 0,6 Prozent. 2006 lag die Defizitquote bei 1,6 Prozent. Der Bund peilt bisher für 2010 einen ausgeglichenen Staatsetat an.
Auch die Statistiker aus Wiesbaden dämpften die Erwartungen und wiesen darauf hin, dass Zahlen der ersten sechs Monate nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden könnten.
Im ersten Halbjahr fielen die Einnahmen des Staates um 5,6 Prozent höher aus als im Vorjahreszeitraum. "Da flossen die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Versicherungssteuer ganz stark ein", sagte ein Statistiker. Wegen des Aufschwungs habe der Staat auch mehr Einkommenssteuer eingenommen.
Gleichzeitig legten die Ausgaben nur um 0,7 Prozent zu. Steinbrück und Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) sehen erst Spielraum für Steuersenkungen, wenn der Bund mit dem Schuldenabbau beginnt.
Auch in diesem Jahr plant Steinbrück neue Schulden in zweistelliger Milliardenhöhe. Dem Handelsblatt sagte Meister: "Über Steuersenkungen wollten wir erst nachdenken, wenn der Bundeshaushalt ausgeglichen ist."
CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter warnte, "die positiven Zahlen vermitteln einen falschen Eindruck". Nach wie vor gäbe es im Bundesetat eine Lücke zwischen regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben von bis zu 30 Milliarden Euro.
Der Bund will 2011 ohne neue Schulden auskommen - erstmals seit 1969. Der frühere "Wirtschaftsweise" Rolf Peffekoven sprach sich dagegen aus, die Überschüsse für Steuersenkungen zu nutzen. Erst müsse der Staat seine Schulden abbauen, sagte er dem Sender hr-iNFO. FDP-Vize Rainer Brüderle forderte:
"Den Menschen muss durch Steuersenkungen jetzt endlich Geld zurückgegeben werden." Steuerzahler-Präsident Karl Heinz Däke sagte der Berliner Zeitung: "Es ist an der Zeit, die Steuer- und Beitragszahler spürbar zu entlasten."
(sueddeutsche.de/dpa/Reuters)
Machtkampf in der Linken
Na prima, da können wir die "Kohle" ja wieder rausschmeißen.
Mensch mir klingeln noch die Sprüche in den Ohren, wie, Wir können unseren Kindern nicht die Schulden abzahlen lassen.
Wie ist das nochmal,ist das Kurz- oder Langzeitgedächnis der Medien aber auch des Volkes Seele ausgefallen oder beschädigt? Oder ist mein Gedächnis eher überdurchschnittlich?
Bin ich verrückt oder sind es die anderen?
He, Herr Kister wie war das noch mit dem Artikel aus 2005, wo Sie Herrn Eichel das sparen anrieten? Soll ich den raussuchen?
Wir lesen:
"In den ersten sechs Monaten wiesen Bund, Länder, Kommunen und Sozialkassen zusammen einen überschuss von 1,2 Milliarden Euro aus, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit."
[...]
"Auch in diesem Jahr plant Steinbrück neue Schulden in zweistelliger Milliardenhöhe."
Halten die Politiker das deutsche Volk für blöd oder ist es blöd?
Warum reagieren die Medien nicht in adäquater Weise? Mit einem Aufschrei der Empörung!
Und dann gibt es in diesem Land noch Leute wie Herrn Däke:
"Den Menschen muss durch Steuersenkungen jetzt endlich Geld zurückgegeben werden." Steuerzahler-Präsident Karl Heinz Däke sagte der Berliner Zeitung: "Es ist an der Zeit, die Steuer- und Beitragszahler spürbar zu entlasten."
Ich frage mich warum die Medien diese äußerung nicht zerlegen. Schämt Euch ihr nutzlosen Journalisten!
Deutschland (und Europa) wird vor eine Wand gefahren und zwar mit Vollgas! Von den 190 Milliarden Euro Steuereinnahmen in D werden mittlerweile 40 Milliarden Euro für die Zahlung von ZINSEN aufgewendet. Dieses Geld ist weg !!!! Und da sind wir doch alle tüchtig stolz, dass wir 1,2 Millarden Euro überschuss erwirtschaftet haben.
Und wo bleibt dieser gigantische überschuss?
Er verdampft wie ein Tropfen Wasser auf einer heißen Herdplatte! Denn...
da die Rentenkassen, die Aufwendungen für Arbeitslose und der Wehrhaushalt den Rest der Steuereinnahmen (150 Milliarden) schlucken, bleibt nichts mehr übrig.
Somit muss von den hart erwirtschafteten 1,2 Milliarden Euro überschuss die Bildung, die Forschung, die Infrastruktur, die Parteien, die Kultur, die Familienförderung, der Umweltschutz und so weiter finanziert werden.
Somit wird klar, weshalb der Herr Steinbrück beispielsweise neue "Schulden in zweistelliger Milliardenhöhe" aufnehmen muss. Es reicht in unserem Staatshaushalt also hinten und vorne nicht.
Statt also so zusammenhangslose Artikel zu verfassen, empfehle ich den Redakteuren der SZ mehr Mut aufzubringen und den Bürgern in diesem Land mal die Wahrheit über die Situation in Deutschland mitzuteilen.
Die Politiker können und wollen es nicht. Sie fürchten den Verlust von Wählerstimmen!
Schönes demokratisches Parteiengeklüngel!
Noch ist nicht einmal sicher ob das Haushaltsjahr 2007 ohne Neuverschuldung abgeschlossen werden kann.
Wo bitte ist da ein Haushaltsüberschuß der verteilt werden kann?
Abgesehen davon, sollte zum Jahresende wirklich ein überschuß entstanden sein, bei 1500 Miliarden Euro Staatsverschuldung ist das nur der Sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.
Das Forum kann auch von derPDS^wdie-linke.de gehostet werden, spart der Süddeutschen teuren Traffic.
Mal was ganz anderes. Sagt mal, liebe sueddeutsche.de, wollt iht nicht langsam mal Eure Server bischen aufpäppeln? Macht nicht so wahnsinnig viel Spass, wenn man tagsueber zwischenzeitlich fast 30sek auf das Laden einer einzigen Seite warten muss - wo dann oft auch noch der Kommentarteil fehlt, den man dann gesondert nochmal langwierig nachladen muss! Da wird man ja zum spiegelOnline Leser...
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