Erstmals seit den Spielen in Moskau 1980 werden olympische Bauten in Athen allein durch öffentliche Gelder und ohne Beteiligung privater Partner finanziert. Die Folgen zeigen sich in der Staatskasse.
Im Mutterland der Olympischen Spiele hat der Staat als alleiniger Auftraggeber die Fäden zwar in der Hand, die Folgen zeigen sich allerdings in der griechischen Staatskasse: Athens Haushaltsdefizit ist regelrecht explodiert. Und die Hoffnung auf einen Touristenboom scheint zunehmend fraglich.
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Griechenland kosten die Spiele fast acht Milliarden Euro - mehr als fünf Prozent des griechischen Bruttoinlandsproduktes. Mehr als sechs Milliarden Euro wurden von der Regierung für Austragungsstätten und Stadien, Straßen, die bessere Erschließung von Sehenswürdigkeiten und Sicherheitsvorkehrungen ausgegeben.
Firmen haben im Umfeld nach Schätzungen der Wirtschaft 1,5 Milliarden Euro investiert - vor allem in die Renovierung von Hotels und Gaststätten sowie Athens Taxiflotte. Dahinter steht nicht nur die Erwartung eines Ansturms zu Olympia, sondern auch in den Jahren danach.
Unverzichtbare Einnahmequelle
Der Tourismus ist für Griechenland schon jetzt eine unverzichtbare Einnahmequelle: Zehn Millionen Urlauber pro Jahr steuern rund 15 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes bei. Doch schon der erhoffte Schub in der Vorbereitungsphase von Olympia blieb aus.
Grund sind aus Sicht von Experten die Konjunkturflaute in Europa, Terrorwarnungen und die Verzögerungen bei den Olympiabauten, die bis zuletzt weite Teile Athens zur wenig fototrächtigen Baustelle machten. "Die Vor-Olympia-Phase haben wir verloren", räumt die für Sport zuständige stellvertretende Kulturministerin Fanny Palli-Petralia ein. "Wir müssen jetzt die Zeit danach nutzen."
Daran glaubt aber zumindest für dieses Jahr kaum jemand mehr. Nach Branchenschätzungen dürften die Touristenzahlen 2004 um fünf Prozent unter denen des Vorjahres liegen. Die Regierung denkt deshalb in zeitlich längeren Kategorien: "Wir gehen davon aus, dass der Erfolg der Spiele von heute bis zum Jahre 2011 zusätzlich 450.000 Touristen anzieht", sagt Palli-Petralia. Dies könne pro Jahr rund 900 Millionen Euro mehr für die griechische Wirtschaft bringen."
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Gysi gegen Lafontaine