Von Von Sabine Liebscher

In der Schweiz wird das Hausarzt-Modell bereits seit Jahren praktiziert. Als wirkliches Sparmodell für die Kassen hat es sich jedoch nicht erwiesen. Und wer lässt sich schon gern den Arzt vorschreiben.

Es gibt sie erst seit wenigen Monaten. Und doch kann schon wieder Schluss sein mit der Praxisgebühr.

In der Schweiz lässt der erhoffte Erfolg der Hausarzt-Modelle auf sich warten. (© Foto: dpa)

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Zumindest dann, wenn man sich für ein Hausarzt-Modell der Krankenkasse entscheidet. Denn Patienten können sich die Gebühr sparen, wenn sie im Krankheitsfall zuerst ihren Hausarzt aufsuchen.

Was immer also mit der Praxisgebühr bezweckt gewesen sein mag — der Gedanke liegt nahe, dass sie schon allein deshalb eingeführt wurde, um mit der möglichen Befreiung die Versicherten für neue Ideen zu gewinnen.

Denn Bundesregierung und Krankenkassen versprechen sich vom Hausarzt-Modell mittelfristig deutliche Kosteneinsparungen.

Seit neun Jahren in der Schweiz

Unser Nachbarland Schweiz hat bereits 1996 begonnen, den Hausarzt zu einem Gesundheitsmanager aufzuwerten.

Und auch hier wurden und werden Versicherte mit Rabatten gelockt. Nachlässe zwischen zehn und zwanzig Prozent werden auf die Prämie gewährt. Bei durchschnittlich umgerechnet 1.650 Euro Versicherungs-prämie pro Jahr wären das bis zu 330 Euro.

Dagegen wirkt es etwas armselig, dass in Deutschland mit bis zu 40 Euro (erlassene Praxisgebühr) geworben wird. Zumal diese Ersparnis nur für diejenigen spürbar wird, die tatsächlich regelmäßig zu Arzt gehen.

Zwei Modelle

In der Schweiz gibt es zwei unterschiedliche Varianten: das klassische Hausarzt-Modell und die so genannten Gesundheitszentren.

Im klassischen Modell sind die behandelnden Ärzte in einem Netzwerk organisiert, haben jedoch kein gemeinsames Budget. Stattdessen können sie jede ihrer Leistungen einzeln über die Krankenkasse abrechnen.

Damit bestehen für diese Ärzte keine finanziellen Anreize, besonders effizient zu arbeiten. Experten bestätigen, dass bei diesem Modell maximal fünf Prozent, manchmal aber auch nichts gespart wird.

Doch die Mehrzahl der Schweizer Versicherten, die sich überhaupt für ein Hausarzt-Modell entscheiden, wählen dieses klassische Variante.

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