Wo es um Geld geht, wird betrogen - Hartz-IV-Empfänger bilden da keine Ausnahme. Doch Arbeitslose als Faulenzer zu brandmarken, ist reiner Populismus.
Ein Sprichwort besagt: "Kaum ist das Gesetz gemacht, fängt der Missbrauch schon an." So war und ist es auch mit den Hartz-IV-Gesetzen. Umstritten ist aber, wie stark hier geschummelt wird. Der Bericht über den Leistungsmissbrauch, den die Bundesagentur für Arbeit jetzt vorgelegt hat, liefert auf diese Frage nur unzureichende Antworten.
Die Missbrauchsquote bei Hartz IV liegt offiziell bei unter zwei Prozent. (© Foto: dpa)
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Wo immer es um Geld geht, wird betrogen. Nach der Bilanz der Nürnberger Behörde scheinen die Hartz-IV-Empfänger dies kaum zu tun. Die Missbrauchsquote liegt offiziell bei unter zwei Prozent. Häufig werden dabei diejenigen ertappt, die falsche Angaben über ihr Nebeneinkünfte oder ihr Vermögen machen. Die Kontrollen sind deshalb richtig, auch wegen ihrer abschreckenden Wirkung. Die Bundesagentur registriert allerdings nur nachweisbare Fälle.
Tatsächlich dürften es deutlich mehr sein. Das meinen zumindest Menschen, die selbst Langzeitarbeitslose betreuen und immer wieder feststellen, dass sich mancher vermeintlich Hilfebedürftige lieber aus dem System abmeldet, als seine Pflichten zu erfüllen. Dies liegt nicht zuletzt an der lukrativen Schwarzarbeit, die für die Kontrolleure oft keine Spuren hinterlässt.
Trotzdem wäre es unfair, alle Hartz-IV-Empfänger zu diskriminieren und als Faulenzer zu beschimpfen. Die große Mehrheit sucht verzweifelt einen Job, findet aber keinen, weil es in der Privatwirtschaft nicht genügend Arbeit gibt. Es ist deshalb reiner Populismus, eine Arbeitspflicht für Arbeitslose zu fordern. Schwarze Schafe gibt es überall, bei den Armen wie den Reichen. Wer auf Hartz-IV-Bezieher zeigt, darf die wohlhabendnen Steuerhinterzieher, die ihr Geld in die Schweiz schaffen, nicht ungeschoren davonkommen lassen.
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(SZ vom 02.02.2010/tob)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Ich hab das schon einmal vorgeschlagen:
Wenn all die HartzIV -Empfänger, die immer wieder von bestimmten Politikern und den Medien als Faulpelze beschimpft werden, sich formierten, sich in Marsch setzten und in Richtung Staatkanzleien und Arbeitsministerium gingen und ganz laut Arbeitsplätze einforderten, so würde z.B. ein Großquak-Koch ganz schnell wieder in seinem Loch verschwinden.
Das aber müsste wieder und wieder passieren, u.z. so lange, bis auch dem Letzten auffällt, WO die Täter zu finden sind, die sich am Volk, an unseren Sozialsystemen, an der Menschenwürde zu schaffen machen.
Schöner Ansatz. Im Grunde muss man doch nur dann mit Zwang etwas durchsetzen, was sonst nicht erledigt wird. Im Grunde ist das Geschwafel von der Zwangsarbeit nur ein Beleg dafür, dass es eine große Lüge ist, dass es der Wirtschaft schlecht geht und Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Es sind ja Arbeitsplätze da, es ist nur keiner da, der sie bezahlen will. Können da die Arbeitnehmer was für? Nö. Wenn Autos da sind, die keiner haben will, gibt es finanzielle Anreize, damit die Leute sie wieder kaufen. Gab es einen Kaufzwang? Meines Wissens nicht. Wäre aber logisch gewesen. Noch logischer wäre es gewesen, die Autoindustrie zu zwingen, die Fahrzeuge kostenlos abzugeben, damit sie aufhören zu jammern. Arbeitslose sollen kostenlos irgendwelche Arbeiten verrichten, dann sind sie nicht mehr arbeitslos. Sollen Autofirmen ihre Produkte verschenken, dann haben sie nach dieser Logik keine Absatzprobleme.
schon mehrfach von Politikern den Spruch: Arbeit für alle wird es in diesem Lande nicht mehr geben, gehört zu haben.
Gäbe es z.Zt. nicht so viel Schnee, nehme ich an würde hier auch nicht soviel solcher geschrieben.
Natürlich leben HartzIV-Empfänger von staatlicher Hilfe, nämlich von der Hilfe des Staates, der nicht in der Lage ist, den Arbeitsmarkt zu steuern, wie er das im Übrigen mit allen anderen Märkten offensichtlich auch nicht kann.
Arbeitsmarkt. Sagt dieser Begriff nicht selbst deutlich, worum es dabei eigentlich geht. Die Menschen trugen einst ihre Arbeitskraft auf den Markt und ließen sich diese abkaufen. Einige Zeit lang ein nicht einmal schlechtes Geschäft.
Heute tragen sie nicht mehr ihr Arbeitskraft da hin, sondern eher ihre Haut. Klagen darüber, dass viele zwar mit ihrer Arbeit aber nicht mehr von ihr leben können, hört man nun ja auch schon zur Genüge.
Wenn so viel Arbeit da ist, dass man eine Arbeitspflicht durchsetzen könnte, bleibt doch nur die Frage, wieso es dann
soviele Arbeitslose gibt.
Und noch eins:
Nicht nur die Langzeitarbeitslosen haben ein Problem. Selbst hochqualifizierte junge Leute kommen eben nach ihrer Ausbildung nicht in Arbeit. Und es gibt da Gründe, die nicht nachvollziehbar sind. Wenn eine 22-jährige Zahntechnikerin ihren Job verliert, weil sie der irrigen Annahme íst, dass man Qualitätsarbeit von ihr erwartet, weshalb bildet man sie dann aus.
Ich möchte aus dieser Firma dann keine Prothese tragen.
Ich weiß, dass nicht alle Lehrer Beamte sind. Aber bei dem ganzen Geschwafel, was hier teilweise zu lesen ist dachte ich, das fällt keinem weiter auf :-)
Nee, ernsthaft. War ja etwas überspitzt und übertrieben formuliert. Die Tendenz, ungelernte Hartz-IV-ler zu unbezahlter Arbeit in der Pflege und in Krankenhäusern oder der Kindererziehung zu zwingen zeigt deutlich, welchen Stellenwert diese Menschengruppen einnehmen.
Gegenvorschlag: Lasst doch Hartzler Finanzprodukte verkaufen. Die bisherigen Verkäufer hatten auch keinen Schimmer und haben lediglich strukturierte Verkaufsgespräche abgespult. Kann jeder - nach Meinung der meisten finanzdienstleistenden Unternehmen schon vom ersten Tag an, wo sie ihre Drückerkolonnen auf die Menschheit losjagen.
"Die Junglehrer bekommen häufig nur befristete Arbeitsverträge und in den Ferienzeiten kein Gehalt"
Lassen Sie mich raten : Bildung ist Laendersache, also auch die Bezahlung dieser Leute? Und die FDP zwingt mit ihren Geschenken und Steuersenkungs-Wahn AUCH Laender und Kommunen in die Knie? Investitionen in die Bildung bestehen also weiter aus Fassadenarbeiten, damit der Mittelstand Auftraege hat?
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