Ein-Euro-Jobs Von der Leyen spart bei den Falschen

Ein-Euro-Jobs haben ein mieses Image - und taugen trotzdem etwas. Wenn Ursula von der Leyen nun die Regeln verschärft, leidet nur eine Gruppe: die der Langzeitarbeitslosen, die staatliche Hilfe besonders nötig haben.

Ein Kommentar von Thomas Öchsner

Ein-Euro-Jobs haben ein mieses Image. Sie tragen wenig dazu bei, die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Viel zu häufig wird die staatlich geförderte Beschäftigung missbraucht.

Eigentlich sollen die Jobs eine zusätzliche Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit sein. Oft gefährden sie aber nur reguläre Arbeitsverhältnisse und dienen dazu, Personalkosten zu reduzieren, etwa wenn ein Hartz-IV-Bezieher für 1,50 Euro die Stunde die Nasszelle eines Heims reinigt. Der Bundesrechnungshof hat dies zu Recht angeprangert. Es ist deshalb grundsätzlich richtig, wenn Arbeitsministerin Ursula von der Leyen die Regeln für Ein-Euro-Jobs verschärfen will. Aber: Sie will jetzt auch am falschen Ende sparen.

Trotz ihres schlechten Rufs hat diese Form der staatlich geförderten Beschäftigung gute Seiten. Für Menschen, die jahrelang ohne Arbeit waren, kann ein Ein-Euro-Job ein Einstieg sein, um sich an einen festen Zeitablauf zu gewöhnen und Selbstvertrauen zu gewinnen.

Diese schwer vermittelbaren Menschen, die häufig Suchterkrankungen hinter sich haben, brauchen bei der Arbeit eine besondere sozialpädagogische Betreuung. Wenn von der Leyen nun die Pauschalen dafür radikal auf maximal 150 Euro pro Monat kürzt, wird es für diese Problemgruppe keine Ein-Euro-Jobs mehr geben. Für Wohlfahrtsverbände und Kommunen lohnt es sich dann einfach nicht mehr, solche Menschen zu beschäftigen. Leidtragende wären die Langzeitarbeitslosen, die staatliche Hilfe besonders nötig haben.

Bleibt von der Leyen bei ihren Plänen, würde dies nur eines zeigen: Die Ministerin spart, um die Vorgaben des Finanzministers zu erfüllen - egal wie.

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