Voreiliger Gehorsam: Die Bundesagentur für Arbeit kündigt Hartz-IV-Empfängern schon die Elterngeld-Kürzung an. Dabei ist das Gesetz noch gar nicht beschlossen.
Die von der Bundesregierung geplante Kürzung des Elterngelds bei Hartz-IV-Empfängern setzt die Bundesagentur für Arbeit bereits jetzt um, obwohl Bundestag und Bundesrat den vorgesehenen Gesetzesänderungen noch gar nicht zugestimmt haben. Der Deutsche Städtetag hat deshalb nach Informationen der Süddeutschen Zeitung beim Bundesarbeitsministerium protestiert. Auch die Opposition ist empört.
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Das Sparpaket der Bundesregierung betrifft Menschen, die die staatliche Grundsicherung (Hartz IV) erhalten, gleich mehrfach: Hartz-IV-Empfänger mit Anspruch auf Elterngeld und ohne Zusatztätigkeit sollen künftig die 300 Euro im Monat nicht mehr zusätzlich zum Regelsatz von derzeit 359 Euro bekommen. Die Koalition will Jobsuchenden das Übergangsgeld beim Wechsel von Arbeitslosengeld I zu Hartz IV streichen. Außerdem erhalten Selbstständige, die privat rentenversichert und zu Hartz-IV-Empfängern geworden sind, keinen Zuschuss mehr für ihre Altersvorsorge. Noch sind die Kürzungen nicht in Kraft getreten. Bundestag und Bundesrat, in dem das schwarz-gelbe Regierungslager keine Mehrheit hat, müssen noch zustimmen. Und die Opposition hat bereits Widerstand angekündigt.
Trotzdem hat die BA bereits Mitte September begonnen, die geplanten Rechtsänderungen in allen laufenden Fällen zu berücksichtigen. So bekommen von Hartz IV abhängige Eltern zum Beispiel Bescheide mit dem Hinweis, dass das Elterngeld "ab 01.01.2011 als sonstiges Einkommen angerechnet", also gestrichen werde. Nach Angaben der BA wird man bis Ende des Jahres mehr als 300.000 Bescheide versenden, in denen die vorgesehenen Rechtsänderungen bereits vorweggenommen werden.
"Wir wollen so den Verwaltungsaufwand möglichst niedrig halten. Außerdem können wir so vermeiden, dass wir 2011 zu viel bezahlte Leistungen zurückfordern müssen", sagte eine Sprecherin der Behörde. Insgesamt verschickt die BA jährlich etwa 27 Millionen Bescheide an Hartz-IV-Empfänger.
Städtetag hält Vorgehen für "rechtswidrig"
Bei ihrer Vorgehensweise wird die Bundesagentur vom Bundesarbeitsministerium unterstützt. Das Ministerium hat bei der Grundsicherung die Rechtsaufsicht. "Würde über Teile von Bewilligungszeiträumen zunächst nicht entschieden, bestünde zu Beginn des Jahres 2011 die Gefahr, dass die existenzsichernden Leistungen nicht oder nicht in erforderlichem Umfang ausbezahlt werden", heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an den Städtetag.
Die Interessenvertreter der Kommunen halten das Vorgehen der BA dagegen für schlicht "rechtswidrig", weil es noch keine gültige Rechtsnorm für die erlassenen Bescheide gebe.In einem Schreiben an das Ministerium verweist der Städtetag darauf, dass kommunale Interessen "massiv berührt" seien. "Wir befürchten enorme verwaltungsorganisatorische und ökonomische Auswirkungen aufgrund der Vielzahl der zu erwartenden Widerspruchs- und Klageverfahren", warnt der Städtetag. Die Kommunen sind für die Bescheide mitverantwortlich, weil sie Leistungen für Unterkunft und Heizung an die Hartz-IV-Empfänger gewähren.
Kritik kommt auch von der Opposition: Brigitte Pothmer, Arbeitsmarktexpertin der Grünen, wirft dem Arbeitsministerium vor, die gesetzgebenden Gremien übergangen zu haben. "Fakt ist, dass weder Parlament noch Bundesrat über die Pläne von Ministerin Ursula von der Leyen entschieden haben. Bis das nicht passiert ist, ist es rechtswidrig, wenn die Jobcenter vorauseilend den Regierungswillen ausführen und damit Fakten schaffen", sagte Pothmer.
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(SZ vom 08.10.2010/bbr/mel)
Didier Drogba vom FC Chelsea
Das Bild vom armen Hartz IVler ist auch ein zu schönes. Wenn das Wartezeit mal öfters voller Familien mit 6-7 Kindern sind, kommen einem nicht unbedingt frohe Gedanken.
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Na dann wissen wir ja warum "die" in Hartz4 sind, gell. Die haben keine Zeit zu arbeiten. Die müsse für Nachwuchs sorge, gell.
Noch ein unbewaffneter, mein Gott!
Ich habe vor 3 Jahren während einer Bezugsphase von Krankengeld zwei mal Schreiben vom AA bekommen,in denen mir die Kürzung der Bezüge angedroht wurde,die ich ja gar nicht bekam,sondern wie schon erwähnt Krankengeld.
Ich habe mir trotzdem den Spass gemacht,bin hingegangen,hab ihr den Wisch auf den Tisch geknallt und sie gefragt,was sie angesichts so eines Schreibens so denken würde.Die Sachbearbeiterin hat sich dan für das "Missverständnis" entschuldigt."Da läge wohl ein Fehler vor."
Die hat gar nicht begriffen,dass es um die Art der Anrede und den "Tonfall" in dem Schreiben ging.
2 Wochen später derselbe Wisch im Breifkasten.
Diesmal habe ich nur gefragt,ob sie mich denn sexy findet und sich traut,meine Telefonnummer zu bekommen.
Die Nachfrage betreffs Aufwandentschädigung für die Kosten,die das Erscheinenen bei mir verursachte blieb ebenso unbeantwortet.
lieber - ehemaliger Sachbearbeiter? - ich bitte Sie, auch zu lesen, was Ihnen Andere schreiben und nicht Ihre Erwartungen ob des "Feindbildes Sachbearbeiter" beim geringsten Wort anderer Meinung zu bestätigt zu sehen.
Meine Bemerkungen galten
a) ausschließlich Ihrem Kommentar, der nicht der Sache gerecht wird, sondern persönlicher Betroffenheit entspringt
b) in keiner Weise "dem Sachbearbeiter" bei der ARGE.
Ich glaube allerdings, dass Sie mit ihrem transportierten Bild vom "HARTZ IVler"
a) lediglich nur einen kleinen Bereich des Spektrums abdecken
b) unbedingt $130 StGB, ("Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, [...] 2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet [...]") lesen sollten.
Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass es einige gibt, die sich einen Sport aus der Leistungserschleichung machen - aber das Problem sind nicht diese wenigen, sondern dass die Kinder derjenigen die HARTZ IV beziehen oder Aufstocker sind bzw. in Niedriglohn stehen, für Ihre Kinder nichts zun können. (z.B. Zoo, Theater, Museum) Solange für diejenigen, die nicht pfuschen, dennoch keine Möglichkeit der gesellschaftlichen (kulturellen, Bildungs-) Partizipation besteht, ist der Kürzungsreflex einfach billig, einfach, unverantwortlich und menschenverachtend...
Ihr Großvater hätte wahrscheinlich auch gesagt: "Um Arbeit lehren zu können, muss man auch Arbeit haben". Davon abgesehen ist Ihre Gleichung HARTZIV=faul natürlich einfach dumm
... die Abschaffung des Rechtsstaats ist leider alternativlos!
feiert heute derartige Urstände, dass wir uns nun in gar keiner Form mehr darauf berufen dürfen, dass es in Deutschland eine demokratische, parlamentarisch-representative Gesellschaft gäbe.
Das ist nichts anderes als das System, dass unter den Panzerkanonen der Roten Armee 1945 von der Gruppe Ulbricht in der Ostzone etabliert wurde.
Es ist der auf die faktische Macht gegründete autoritär-autokratische Machtelitenterrorismus, der aus einem Volk ein Horde von dummen Schafen, Lämmern und Schlachtkälbern macht und aus den ehemals demokratischen Parlamentariern und ihren Lobbyisten die Kaderfunktionäre, die denen der SED und Stasi-Funktionäre gleichen. Dass muss damit zu tun haben, dass die Kanzlerin dieses heutigen Systems einmal eine FDJ-Kaderfunktionärin gewesen ist und ihre damalige Sozialisation noch heute ihr Verständnis von Demokratie dahingehend bestimmt, dass sie den kapitaldemokratischen Zentralismus als "Demokratie" begreift.
Wir sollten uns schnell von solchen Führungskadern trennen.
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