Von T. Öchsner

Wenn es für ein neues Bett oder unentbehrliche Kleidung einfach nicht reicht: Knapp 200.000 Hartz-IV-Empfänger mussten den Staat anpumpen - für zusätzliche Darlehen.

Immer mehr Hartz-IV-Empfänger sind auf Darlehen der Bundesagentur für Arbeit (BA) angewiesen. Dies geht aus Statistiken der Behörde in Nürnberg hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen. Hochgerechnet beantragten danach im vergangenen Jahr knapp 200.000 Hilfebedürftige bei den zuständigen Jobcentern einen Kredit. Das sind 20.000 mehr als vor zwei Jahren. 2006 war die Zahl der Darlehensbezieher sogar um mehr als 100.000 niedriger.

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Weil viele Hartz-IV-Empfänger keine Rücklagen bilden, sind sie bei größeren Anschaffungen, wie etwa einem Kühlschrank, auf Darlehen angewiesen. (© Catherina Hess)

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Gleichzeitig ging die Zahl der Hartz-IV-Empfänger seit Dezember 2006 aber um etwa 700.000 zurück, so dass eigentlich auch die Zahl der Darlehensnehmer hätte sinken müssen, was aber nicht geschah.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, hält den Anstieg für alarmierend. "Das zeigt, dass der monatliche Regelsatz von 359 Euro einfach nicht reicht, um damit Geld für einmalige Anschaffungen zurückzulegen", sagte Schneider der Süddeutschen Zeitung.Die Hilfsbedürftigen müssten in jedem Monat alles ausgeben, "um sich über Wasser halten zu können".

"Unabweisbarer, einmaliger Bedarf"

Die Darlehen werden nach Angaben der BA gewährt, "um einen unabweisbaren einmaligen Bedarf" zur Sicherung des Lebensunterhalts zu decken, zum Beispiel für ein neues Bett, einen Kühlschrank oder Bekleidung.

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