Interview: Elisabeth Dostert

Hans-Peter Kau, Dekan der Fakultät für Maschinenwesen der TU München, über die Stärken der Deutschen, schlechte Lehrpläne - und das Image von Ingenieuren.

Der effiziente Einsatz von Energie ist eines der großen Themen auf der diesjährigen Hannover Messe. Industrie und Forschung beschäftigen sich schon lange damit - nicht wegen des politischen Drucks und der Klimaziele, sondern weil "sich sparsame Anlagen rechnen", sagt Hans-Peter Kau, Dekan der Fakultät für Maschinenwesen an der TU München und Direktor des Instituts für Luft- und Raumfahrt. Bevor er 1998 in die Wissenschaft wechselte, hat Kau fast sieben Jahre in der Industrie für BMW Rolls-Royce gearbeitet.

Professor Hans-Peter Kau (© Foto: oH)

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SZ: Herr Professor Kau, woran forschen Sie gerade?

Hans-Peter Kau: Mir persönlich bleibt momentan wenig Zeit für die Forschung, da ich seit Herbst Dekan der Fakultät für Maschinenwesen bin. Zusammen mit den Mitarbeitern meines Lehrstuhls arbeite ich an der Entwicklung wirtschaftlicher, umweltfreundlicher und damit kostengünstigerer Flugtriebwerke sowie deren Zuverlässigkeit. Energieeffizienz ist derzeit ein ganz großes Thema im Maschinenbau.

SZ: Weil die Politik Druck ausübt und Klimaziele formuliert?

Kau: Nein. Die Industrie beschäftigt sich seit langem damit, weil Energie schon immer der große Kostenfaktor war. Es rechnet sich, sparsamere Anlagen zu entwickeln. Vor 15 Jahren haben wir über Stickoxide debattiert, weil die im Verdacht standen, die Ozonschicht zu schädigen. Heute reden wir über CO2, wobei dessen Ausstoß eng mit dem Brennstoffeinsatz korreliert. Da haben wir in den vergangenen Jahren auch ohne politischen Druck große Fortschritte gemacht.

SZ: Wo denn zum Beispiel?

Kau: Vor 15 Jahren wurden Kombi-Kraftwerke eingeführt, bei denen eine Gasturbine, deren Wirkungsgrad alleine nicht so attraktiv ist, mit einer Dampfturbine kombiniert wird, die die Abwärme der Gasturbine nutzt, um nochmals elektrische Energie zu erzeugen. Damit erreichen wir heute eine Effizienz der Energieumwandlung von 60 Prozent.

SZ: Und 40 Prozent der Wärme verpuffen nach wie vor.

Kau: Ja, aber früher lag der Wirkungsgrad bei 35 Prozent. Der Fortschritt ist also enorm. Außerdem ist ein Wert von 100 Prozent noch nicht einmal theoretisch möglich!

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wo der deutsche Maschinenbau führend ist.

SZ: Aber steigern lässt sich die Effizienz doch sicherlich noch. In welchem Maße?

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