Nokia-Chef Stephen Elop steht massiv unter Druck: Der Kampf gegen Apple scheint aussichtslos zu sein, und der Konzernboss muss die Kosten jährlich um eine Milliarde Euro senken. Deshalb müssen nun 7000 Mitarbeiter gehen.
Spekulationen gab es schon seit einigen Wochen, nun gibt es Gewissheit: Der weltweit größte Handyhersteller Nokia legt sein mobiles Betriebssystem Symbian in fremde Hände - und streicht damit insgesamt 7000 Stellen. Die weitere Entwicklung der Handy-Software übernimmt Accenture, eines der weltweit größten Unternehmen für Management- und Technologieberatung. Noch im Laufe dieses Jahres sollen etwa 3000 Entwickler, die bisher in China, Finnland, Großbritannien, Indien und den USA für Nokia gearbeitet haben, zu Accenture wechseln.
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Nokia trennt sich von 7000 Mitarbeitern. (© dapd)
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Zusätzlich wird Nokia 4000 Stellen streichen - vor allem in Dänemark, Finnland und Großbritannien. Die beiden Standorte in Deutschland für Forschung und Produktentwicklung in Ulm und Berlin seien von den Kürzungen vorerst nicht betroffen, sagte ein Firmensprecher.
Hierzulande beschäftigt Nokia insgesamt 1200 Mitarbeiter, die sich unter anderem um sogenannte ortsbasierte Dienste kümmern - also etwa um Programme fürs Handy, die anzeigen, welche Geschäfte in der Umgebung sind. Die Stellenstreichungen seien notwendig, um das von Nokia-Chef Stephen Elop kürzlich ausgegebene Ziel zu erreichen, hieß es: Bis 2013 sollen die Kosten jährlich um eine Milliarde Euro heruntergeschraubt werden.
Im Februar hatte der vormals unangefochtene Marktführer für Mobiltelefone den Wechsel von der hauseigenen Software-Plattform für Smartphones hin zur Telefonversion von Microsofts Software Windows angekündigt. In der vergangenen Woche wurde die mit dem Softwarekonzern geschlossene Vereinbarung unter Dach und Fach gebracht. Smartphones mit Microsoft-Betriebssystem sollen das Ruder auf dem boomenden Markt der internetfähigen Mobiltelefone herumreißen, auf dem Apple mit seinem iPhone den Takt vorgibt und wo der finnische Konzern zuletzt massiv Marktanteile verloren hatte.
Im kürzlich abgelaufenen ersten Quartal fiel Nokias Anteil am weltweiten Handymarkt auf 29 Prozent. Der Konzern hat gleich an zwei Fronten mit Angreifern zu kämpfen: Zum einen jagen ihm asiatische Konkurrenten Kunden in dem eigentlich finnisch dominierten Segment für günstigere Handys ab. Zum anderen setzt der amerikanische Technologiekonzern Apple - im Vergleich zu Nokia ein Newcomer im Handy-Geschäft - in der oberen Preisklasse den Siegeszug mit seinem iPhone fort. Im abgelaufenen Quartal bescherte der reißende Absatz der begehrten iPhones dem amerikanischen Technologiekonzern einen Gewinnsprung.
Nokia liegt mit einem Absatz von 24,2 Millionen Smartphones zwar noch vor Apple mit seinen 18,7 Millionen verkauften iPhones. Doch die Gewinnmargen der Finnen sind deutlich niedriger. Und beim Handy-Gesamtumsatz hat Apple dem Marktforscher Strategy Analytics zufolge Nokia inzwischen überrundet: Im abgelaufenen Quartal steigerte der kalifornische Konzern seinen iPhone-Umsatz demnach auf 11,9 Milliarden Dollar, während Nokias Handy-Umsatz auf 9,4 Milliarden Dollar schrumpfte.
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(SZ vom 28.04.2011/aum)
Demonstrationen in Hamburg
"und streicht damit insgesamt 7000 Stellen. Die weitere Entwicklung der Handy-Software übernimmt Accenture, eines der weltweit größten Unternehmen für Management- und Technologieberatung. Noch im Laufe dieses Jahres sollen etwa 3000 Entwickler, die bisher in China, Finnland, Großbritannien, Indien und den USA für Nokia gearbeitet haben, zu Accenture wechseln."
Also die Arbeit, die bisher von 7000 erledigt wurde, soll zukünftig von 3000, für weniger Geld gemacht werden. Das wissen ja sogar Lieschen Müller und Hein Blöd, das sowas nicht klappt :-((
Haben die Deppen Nokia an die Wand gefahren und ausbaden darf es wie immer das unterste Glied der Kette.
Nokia hat den Smartphonemarkt komplett verschlafen und mit Symbian ein "Schei$ding" rausgebracht. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es Nokia erwischt. Hat aber die Oberen scheinbar nicht interessiert.
wenn Nokia glaubt, man könne gute Ergebnisse mit der Verlegung von Produktionsstandorte erreichen, dann bekommt man relativ schnell die Quittung...
hat man noch den maroden Haufen Nokia Siemens Networks NSN am Bein.
Ein Laden mit 60.000 Mitarbeitern, der nach dem Zusammenschluß mit dem von Thomas Ganswindt endgültig ruiniertem Bereich Siemens Com, seit seiner "Gründung" nur tiefrote Zahlen schreibt.
Mit Gummistiefeln tat man sich halt früher leichter.
Immer wieder schön, solchen Quark zu lesen. Waren dann doch nur 150 Millionen $. Aber wenn´s der eigenen Wahrheit dient.
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